Eine Alternative für Windows? Was ihr über Chrome OS wissen müsst

Kennt ihr Chrome OS? Ich werde heute einen Blick auf das Betriebssystem von Google werfen und herausfinden, ob es eine Alternative zu Windows ist.

Chrome OS benötigt nur wenig Ressourcen. (Bildquelle: Google) Chrome OS benötigt nur wenig Ressourcen. (Bildquelle: Google)

Chrome OS läuft auf den sogenannten Chromebooks. Wenn ihr euch die Spezifikationen solcher Notebooks anschaut, wird euch direkt auffallen, dass diese wenig spektakulär ausfallen. Die günstigsten Modelle kommen mit einer nur 64 Gigabyte großen und langsamen eMMC als Speicher sowie 4-Gigabyte-Arbeitsspeicher daher. Irgendwelche Multicore-CPU-Monster sucht man selbst bei den teuren Modellen vergeblich. 

Was auf den ersten Blick wie ein Nachteil aussieht, ist jedoch einer der größten Vorteile, die Chrome OS bietet: Es braucht nur sehr wenige Ressourcen. Ja, es läuft sogar mit 4-GB-RAM halbwegs rund, anspruchslose Naturen dürften damit klarkommen. Allen anderen empfehle ich für einen deutlich flüssigeren Betrieb dennoch ein Modell mit 8 Gigabyte.

Warum läuft Chrome OS selbst mit schwacher Hardware so gut?

Selbst die Specs der teuersten Chromebooks hauen wirklich niemanden vom Hocker. Das müssen sie aber auch nicht, denn wie bereits erwähnt, braucht Chrome OS nicht viel Leistung. Der größte Teil des Betriebssystems besteht dabei aus Googles Chrome Browser. Ihr könnt zwar auch Apps aus dem Google Store installieren, aber das meiste spielt sich im Browser ab.

Übersichtlicher App-Launcher (Bildquelle: Google) Übersichtlicher App-Launcher (Bildquelle: Google)

Wie nicht anders zu erwarten, harmoniert Chrome OS am besten mit den bekannten Google Diensten. Ihr könnt aber natürlich auch die Online-Version von Microsoft Office nutzen oder die entsprechenden Apps lokal installieren.

Am besten funktioniert das OS, aber wenn ihr auf Online-Dienste zurückgreift, die im Chrome Browser ausgeführt werden. Ihr seht schon an der Speichergröße, die bei den meisten Modellen nur zwischen 128 und 256 Gigabyte liegt, dass eine lokale Installation von Apps besser die Ausnahme bleiben sollte. Letztlich ist dieser Online-, beziehungsweise Cloud-Ansatz einer der Gründe, warum Chrome OS so wenig Ressourcen benötigt.


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Welche Vorteile hat Chrome OS?

Schlankes Betriebssystem: Wie oben schon erwähnt, läuft Chrome OS auch auf schwachen Rechnern gut. Eine CPU mit zwei Kernen und 4-Gigabyte-RAM sind bereits ausreichend, um das Betriebssystem auszuführen. 

Chromebooks sind (meistens) günstig: Da weder viel RAM noch besonders leistungsstarke Prozessoren verbaut werden, sind Notebooks mit Chrome OS erschwinglich. Ein Blick in den Preisvergleich zeigt, dass es bereits ab rund 145 Euro losgeht. 

Der Umgang mit Chrome OS ist leicht zu erlernen. (Bildquelle: Google) Der Umgang mit Chrome OS ist leicht zu erlernen. (Bildquelle: Google)

Einfache Bedienbarkeit: Wer mit Chrome umgehen kann, der kann auch Chrome OS nutzen. Das Betriebssystem ist sehr übersichtlich und der Umgang damit kann auch von technisch wenig versierten Anwendern schnell erlernt werden.  

Chrome OS ist im Vergleich zu Windows sicher: Im Vergleich zu Windows ist Chrome OS verhältnismäßig sicher. Da der Verbreitungsgrad nach wie vor relativ gering ist, gibt es bisher so gut wie keine Schadsoftware. 

Dazu kommt, dass jede Webseite und jede App in einer Sandbox ausgeführt werden. Schadsoftware sollte daher nur wenig Chancen haben, aus einer solchen Sandbox auszubrechen. Weiterhin reagiert Google relativ schnell mit Updates auf Bedrohungen für das Betriebssystem.

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Nachteile von Chrome OS

Probleme mit externer Hardware: Es kann vorkommen, dass unter Chrome OS nicht jeder Drucker oder Scanner läuft. Google pflegt eine offizielle Liste kompatibler Drucker.

Weniger Auswahl bei der Software: Im Vergleich zu Windows gibt es für Chrome OS sehr viel weniger Software. Ihr könnt zwar Apps aus dem Google Store laden, aber nicht jede davon funktioniert auch zwangsläufig auf einem Chromebook. Windows-Programme werden unter Chrome OS dagegen nicht unterstützt.

Googles Ökosystem: Eigentlich ist dieser Punkt eher neutral zu werten. Wer sich für ein Chromebook entscheidet, entscheidet sich gleichzeitig auch für Googles Ökosystem mit allen Vor- und Nachteilen. Letztlich ist es aber auch nicht viel anders als bei Apple oder Microsoft. Ihr müsst euch einfach darauf einlassen wollen.

Googles Chrome OS bietet eine intuitive Oberfläche. (Bildquelle: Google) Googles Chrome OS bietet eine intuitive Oberfläche. (Bildquelle: Google)

Immer online: Um Chrome OS vollumfänglich nutzen zu können, benötigt ihr eine dauerhafte Internetverbindung. Gespeichert wird vorrangig in der Cloud und die Google Dienste benötigen für die vollen Funktionalität ebenfalls eine bestehende Internetverbindung.

Und wer braucht das jetzt?

Chrome OS ist ein ideales Betriebssystem für Anwender, die einen Rechner nur für grundlegende Aufgaben wie E-Mail, Surfen im Internet und ein wenig Office benötigen. Diese Basics kann ein Chromebook perfekt erfüllen und das auch noch zu einem günstigen Preis.

Menschen, die den Umgang mit Computern weniger gut beherrschen, sollten bei einem solchen Gerät die grundlegenden Funktionen schnell erlernt haben. Aber auch für die Schule und Uni kann ein Notebook mit Chrome OS eine valide und günstige Alternative darstellen, sofern keine anspruchsvolle Spezialsoftware benötigt wird.

Chrome OS ist kein Ersatz für Windows oder eines der anderen bekannten Betriebssysteme. Dafür ist es in der aktuellen Form aber auch nicht gedacht. Künftig will Google mehr Android in Chrome OS integrieren, was das Betriebssystem vermutlich flexibler machen wird. Wie stark sich der Funktionsumfang dann erweitert, wird sich zeigen.

Was haltet ihr von Googles Betriebssystem? Nutzt ihr selbst ein Chromebook und wenn ja, wofür setzt ihr es ein?

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