Ich bin ja normalerweise nicht so der Fan von irgendwelchen reinen Prügelspielen. Eine gute Keilerei in einem Action- oder Rollenspiel hab’ ich immer gern, aber klassisches Beat′em up oder so was ist eher nicht mein Ding.
Daher habe ich auch zunächst gelangweilt über Dead as Disco gescrollt, als ich es in den Neuerscheinungen bei Steam sah. Schrilles Prügelspiel ohne viel Story? Nee, danke! Außerdem habe ich ohnehin noch zu viele anfangende Spiele.
Doch dann kam mein Chili sin Carne.
Abendessen mit Ohrwurm
Oder viel mehr: Meine Koch-Nebenbeschäftigung. Denn während ich in der Küche stand und den Kartoffeln, Linsen und Co. beim Köcheln zuschaute, zückte ich mein Handy und doomscrollte mich durch TikTok. Neben den üblichen Rezepten, die angeblich in 20 Minuten fertig sein sollen, real aber immer länger brauchen, wurden mir auch Clips von Dead as Disco reingespült.
Und während ich den feschen Typen in kitschiger Totenkopflederjacke dabei zusah wie der zum Beat von The Emptiness Machine von Linkin Park irgendwelche Gegnerhorden zu brei schlug, wippte mein Fuß unweigerlich mit im Takt.
Dann noch ein Video. Dieses Mal mit Livin La Vida Loca von Ricky Martin. Schon wieder bleibe ich bis zum Ende am Bildschirm kleben. Das Lied steckte mir selbst dann noch in der Hirnwindung, als besagtes Chili sin Carne schon lange im Magen gelandet war.
Also bin ich nach dem Abendessen erneut an den PC und auf Steam gewuselt. Dort schaute ich auch endlich mal auf die bisherigen Steam-Reviews und staunte nicht schlecht. Sagenhafte 93 Prozent positive Reviews! Und eine Demo gab es auch.
Tja, und jetzt sind wir hier.
Bud-Spencer-Style auf dem Dancefloor
Dead as Disco ist wirklich so super, wie mir Steam und Tiktok gezeigt haben. Ihr spielt Charlie Disco. Einen ehemaligen Musik-Superstar, dessen Bandkollegen ihn eiskalt ausmanövriert (und vermutlich auch getötet?) haben und an genau jenen er sich jetzt nochmal mit einem Knucklesandwich rechen will.
Mit Kontern, Ausweichmanövern und Schlag-Kombos setze ich mich dabei in unterschiedlichen Bosskämpfen durch. Dabei kommt es vor allem auf das richtige Timing an.
Anstelle von stumpfen Buttonmashing muss jeder Schlag vor allem auf den höheren Leveln wohlüberlegt sein, denn obwohl ich austeile wie Dampfhammer-Legende Bud Spencer höchstselbst, halte ich leider nicht so viel aus.
Dafür bewege ich mich aber wie John Travolta in Saturday Night Fever über den Dancefloor, sodass jeder Kpop-Star sich noch das ein oder andere von mir abschauen kann. Besonders atmosphärisch wird das bei den verschiedenen Szenenwechseln, die immer wieder im Laufe des Levels passieren.
Schaut es euch einfach mal selbst an:
9:54
In Dead as Disco geht es unserem alten Ex-Kollegen an den Kragen
Seht es mir übrigens nach, dass ich hier auf einfach spiele. Der Normale-Modus hat es schon faustdick hinter den Ohren, sodass ich mich vor euch nicht zu sehr blamieren wollte!
Zwei Fäuste und ein paar Upgrades für ein Halleluja
Mit jedem gewonnenen Level bekomme ich Punkte, die zum Aufmotzen meiner Fähigkeiten und zum erlernen neuer Techniken nutzen kann. Alternativ kann ich sie aber auch in die Verschönerung der abgewrackten Bar stecken, die mir als eine Art Hub zur Verfügung steht. Das Schöne daran: Schicke ich einen der aktuell vier Bosse auf die Bretter, tauchen sie in eben jener Bar für einen Plausch auf.
Da sich Dead as Disco aktuell noch im Early Access befindet, könnt ihr aktuell nur gegen vier Bosse kämpfen. Die sind aber so großartig inszeniert, dass sich die Keilerei auch mehrmals hintereinander lohnt. Ein weiteres Highlight ist außerdem der Custom-Modus, bei dem ihr so lange die Fäuste schwingt, bis der Song endet. Das geht auch mit eigener Musik, die ihr von eurer Festplatte ins Spiel laden könnt.
Dead as Disco ist jetzt (aktuell) kein Spiel, um hundert Stunden zu füllen, dafür bietet es aber die spaßigste Abwechslung, die ich seit Langem gespielt habe. Obendrein sind bereits neue Features in Form von Bossen, Fähigkeiten und mehr Storys angekündigt. Und wenn ihr noch nicht sicher seid, ob euch das Discofieber packt, könnt ihr auch erst mal die Demoversion ausprobieren.
Wenn ihr also Bock auf ein bisschen rhythmische Faustgymnastik habt, seid ihr bei Dead as Disco in wundervollen Händen. Und wer sich jetzt denkt, ich könnte mal wieder Chili kochen
: Mein Rezept verrate ich euch gern in den Kommentaren.
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