Google Chrome ist schon seit vielen Jahren der beliebteste Browser weltweit. Mit 71,86 Prozent Marktanteil liegt er weit über dem zweitplatzierten Browser Safari und er wird laut Statcounter immer beliebter.
Jetzt will Google mit Chrome, wie viele andere Browser auch, auf den KI-Zug aufspringen. Das ist meiner Meinung nach zwar nicht unbedingt schlecht, doch nachdem ich mich in den letzten Wochen mit Perplexitys KI-Browser Comet auseinandergesetzt habe, erwarte ich einiges von Chrome: Vor allem schwebt mir vieles vor, das Google vermeiden sollte.
Kurz vorneweg: Die KI-Funktionen werden erst seit heute (08. Oktober 2025) in Deutschland ausgerollt und sollten in den nächsten Tagen bis Wochen bei euch ankommen. Ich selbst konnte sie noch nicht persönlich testen.
KI-Browser schön und gut, doch bitte nützlich
KI-Browser haben meiner Meinung nach ein großes Problem: Sie verkaufen Features als revolutionär, die höchstens ganz nett sind.
Im oben verlinkten Artikel zum Comet-Browser habe ich bereits erwähnt, dass beispielsweise das Abrufen von Terminen über den KI-Assistenten eher semi-praktisch ist, da es einfach zu unübersichtlich ist.
So eine Funktion wird auch Chrome bieten, doch wenn es ähnlich umgesetzt ist, wie bei Comet, dann verzichte ich gerne.
Der Assistent muss wirklich gut sein: KI-Assistenten stehen an einem seltsamen Punkt. Einerseits kann ich in Windeseile diverse Informationen über mehrere Tabs hinweg sammeln und mir Zugverbindungen analysieren lassen. Andererseits sind sie bei einfachen Aufgaben, wie zum Beispiel beim Erstellen einer Tabelle in Google Sheets überfordert.
Wenn ich dem Assistenten vertrauen soll und ihn in meinen Alltag einbinden möchte, dann muss er erst einmal konsistente Ergebnisse abliefern. Das gab es für mich bisher noch nicht. Vielleicht schafft es ja Chrome.
Übrigens: Die Mac-Nutzer unter euch können sich mal den Dia-Browser anschauen. Es ist ebenfalls ein KI-Browser, auf den Kollege Mirco bereits schwört. Leider gibt es ihn momentan noch nicht für Windows, also konnte ich ihn noch nicht testen.
27:36
Ist KI in Haushaltsgeräten wirklich nur Marketing-Unfug?
Chrome hat gute Ideen
Von meiner Befürchtung von zweifelhaften Funktionen und inkonsistenten Assistenten abgesehen, gibt es noch Hoffnungsschimmer für Google Chrome in KI-Gestalt. Einige davon klingen in der Theorie sehr praktisch. Mich persönlich sprechen vor allem diese hier an:
- Links aus dem Verlauf: Chrome wird laut eigenen Angaben nicht nur auf Informationen in offenen Tabs zugreifen können. Auch kürzlich geschlossene Links können mit inbegriffen werden.
- KI-Modus: Man kann zwischen KI-basierter Suche und herkömmlichen Suchmaschinen per Knopfdruck wechseln. Das klingt nach einer Kleinigkeit, doch das stelle ich mir im Alltag praktisch vor. Bei Comet stört mich beispielsweise das permanente Suchen über Perplexity – auch wenn es manchmal praktisch ist.
- Erhöhte Sicherheit: Die wohl praktischste Funktion (wenn sie richtig funktioniert) scheint für mich das automatische Erkennen von Betrugsversuchen, »gefälschten Virenwarnungen und falschen Gewinnspielen«.
- Passwortmanager: Die KI soll erkennen, ob das Passwort, das ihr nutzt, komprimiert ist und in bekannten Listen auftaucht. So könnt ihr eure Sicherheit im Netz weiter erhöhen.
Wenn das Team hinter Chrome diese Funktionen gut umsetzt, werde ich in Zukunft vielleicht doch auf Chrome umsteigen.
Dazu müssen die KI-Funktionen erst einmal in Deutschland ankommen. Bis dahin werde ich weiter mit Comet experimentieren, auch wenn ich langsam genug davon habe, wenn ich ehrlich bin. Doch dazu mehr in einem zukünftigen Artikel.
Wie steht ihr zu den kommenden KI-Features von Chrome? Freut ihr euch darauf, sie auszuprobieren? Schreibt es gerne in die Kommentare!
Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.
Dein Kommentar wurde nicht gespeichert. Dies kann folgende Ursachen haben:
1. Der Kommentar ist länger als 4000 Zeichen.
2. Du hast versucht, einen Kommentar innerhalb der 10-Sekunden-Schreibsperre zu senden.
3. Dein Kommentar wurde als Spam identifiziert. Bitte beachte unsere Richtlinien zum Erstellen von Kommentaren.
4. Du verfügst nicht über die nötigen Schreibrechte bzw. wurdest gebannt.
Bei Fragen oder Problemen nutze bitte das Kontakt-Formular.
Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.
Nur angemeldete Plus-Mitglieder können Plus-Inhalte kommentieren und bewerten.