Als Conan Exiles Ende Januar 2017 im Early-Access bei Steam erschien, konnte es in kurzer Zeit zahlreiche Spieler für sich gewinnen. Laut Steamcharts lag der Durchschnitt der gleichzeitig aktiven Spieler im Februar 2017 bei fast 22.000. Dann kam der Absturz: ein Jahr später sind es gerade noch etwa 1.800 gleichzeitig aktive Spieler.
Wer bei Conan Exiles und dem Entwickler Funcom gleich an eine Weiterentwicklung des MMOs Age of Conan (2008) denkt, ist leider schief gewickelt. Bei Conan Exiles handelt es sich um ein fast schon klassisches Online-Survival-Rollenspiel, das im namensgebenden Conan-Universum spielt - einer barbarischen Welt, voller Götterwesen und mutierten Monstern.
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Spielerisch erinnert es an Titel wie Rust oder Ark. Ihr errichtet also alleine oder mit anderen Spielern eure Basis, sammelt Materialien, craftet neue Gegenstände und kloppt euch mit Feinden. Wer keine Lust auf andere Menschen hat, kann aber auch im Einzelspieler-Modus spielen.
So weit, so grundsätzlich reizvoll. Die Käufer der EA-Version kritisieren aber unter anderem das rudimentäre Kampfsystem, die Performance-Probleme und Bugs. Am 08. Mai nun soll Exiles die Early-Access-Phase verlassen. Zu früh? Wir glauben nicht, denn wir konnten die fast finale Version im Rahmen eines Anspiel-Events ausprobieren.
Heiß und feucht
Das fertige Spiel soll die Spielerschaft mit gleich zwei neuen zusätzlichen Gebieten wieder milde stimmen. Das erste ist ein feuchtwarmes Sumpf-Dschungelareal. Mächtige Gorillas marschieren durch hohes Gras, Nebelschwaden durchziehen den blubbernden Sumpf. Riesige Bäume (auf denen wir unsere Basis errichten können) versperren uns den Blick auf den Himmel. An einem Strand säumen Palmen das Wasser. Passend zur Dschungelatmosphäre zwitschern Vogelchöre, während es sanft regnet.
Schwüles Wetter? Warme Temperaturen? Darüber können die Schlangenmenschen des zweiten Gebiets nur müde lächeln. Die haben es sich nämlich inmitten eines Vulkans bequem gemacht. Lavaströme werfen ein diffuses Licht auf Steine und verdorrte Bäume. Wir sind nicht nur von Felswänden umgeben, auch die gigantischen Statuen und Türme einer alten Zivilisation recken sich in die Höhe. Flammen züngeln aus einer Säulenkonstruktion in den Himmel.
Beide Gebiete sehen reizvoll aus. Für Endgame-Content sollen zusätzliche Dungeons sorgen, in denen neue Gegnertypen und Belohnungen lauern. In den Dungeons könnt ihr aber nicht nur kämpfen, sondern auch besondere Gegenstände craften. Im Vulkan befindet sich beispielsweise die einzige Schmiede im ganzen Spiel, an der ihr Waffen aus Obsidian schmieden könnt.
Kämpfen statt stolpern
Eine der größten Schwächen von Conan Exiles war bislang das Kampfsystem. Meistens hämmerte man einfach auf die Maustaste, bis das Gegenüber irgendwann zusammenbrach. Das war weder herausfordernd noch schön anzusehen. Funcom hat sich die Kritik der Spieler zu Herzen genommen und das System mit neuen Animationen und Kombos erweitert.
Eine Kombo besteht aus vier Angriffen, die man aus leichten und schweren Angriffen zusammenstellt. Verschiedene Waffentypen lösen dazu unterschiedliche Effekte aus. Dolche etwa lassen den Gegner bluten, Streitkolben schlagen ihn nieder. Zudem hat jede Waffenart einen zusätzlichen Spezialangriff, bei den Dolchen ist das beispielsweise ein (rettender) Rückwärtssprung.
Feinde können wir nun auch anvisieren, was der Steuerung und Übersicht zugutekommt. Die Kämpfe fühlen sich insgesamt viel runder und flüssiger an.
Die Frostriesen kommen
Passend zum überarbeiteten Kampfsystem gibt es nun die sogenannte "Purge". Dabei handelt es sich um Wellen von Gegnern, die in regelmäßigen Abständen eure Basis angreifen. Die Art der Gegner richtet sich nach dem Gebiet, in dem eure Bude steht. Im eisigen Norden marschieren unter anderem Frostriesen auf, in der Wüste Skorpione.
Mit jeder besiegten Welle werden die Gegner stärker, dabei können sogar Bosse auftauchen. Allerdings soll dieses Event für die Server-Hosts frei konfigurierbar und sogar abstellbar sein. Die können also entscheiden, wie oft die Purge auftritt, wie lange sie bleibt und wie stark die Feinde sind.
Neben den großen Neuerungen hat Funcom auch einige Detailverbesserungen vorgenommen. Das Interface ist aufgeräumter, dazu gibt es nun auch eine Übersichtsseite für die Werte des Spielers. Lebensenergie regeneriert sich nicht mehr automatisch, sondern erst nach dem Verzehr von Nahrung.
Wie stabil und fehlerfrei Conan Exiles in seiner finalen Version laufen wird, können wir nach dem Anspieltermin natürlich noch nicht beurteilen. Die Entwickler wollen jedoch ihr Bestes tun, um in den kommenden Wochen bekannte Bugs auszumerzen.
PLUS
26:56
GameStar TV: Survival-Sandboxen und ihr Spielziel - Folge 73/2016

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