Fußballmanager oder Tycoon-Spiel? Copa City lässt seine Spieler ratlos zurück - und fluchend

Ein Spieltag-Simulator zwischen den Stühlen: Wie Copa City für Aufbau-Fans und Fußball-Liebhaber wegen fataler Designfehler zur Frustfalle wird.

Als Begleitspiel zur Fußball-Weltmeisterschaft taugt Copa City nur bedingt. Denn es ist eine seltsame Mischung aus Sport- und Tycoon-Spiel. Als Begleitspiel zur Fußball-Weltmeisterschaft taugt Copa City nur bedingt. Denn es ist eine seltsame Mischung aus Sport- und Tycoon-Spiel.

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Die Veröffentlichung von Copa City am 16. Juni 2026 hätte zeitlich kaum besser abgepasst sein können. Knapp eine Woche nach dem Auftakt der Weltmeisterschaft brachte das polnische Entwicklungsstudio Triple Espresso ein Spiel auf den Markt, das das globale Fußballfieber nutzen sollte.

Doch statt virtuell selbst gegen den Ball zu treten oder den nächsten Millionen-Transfer zu verhandeln, schickt euch dieser Titel auf die Straße. Als selbst ernannter erster Fußball-Tycoon verlagert das Spiel das Geschehen komplett in die städtische Infrastruktur und das Crowd-Management rund um ein Stadion.

An Experimenten ist das Aufbau-Genre nun wirklich nicht arm, einige der besten Spiele gingen im letzten Jahrzehnt aus solchen ungewöhnlichen Ideen hervor. Doch im Fall von Copa City sieht die Realität ernüchternd aus. Auch nach Release bleibt unklar, an wen sich dieses Spiel für knapp 35 Euro eigentlich richten soll.

Video starten 1:14 Copa City wirkt erst wie ein Fußballmanager, ist aber etwas ganz Anderes

Logistik statt Kicken

Wer Sportspiele und Fußballmanager kennt, muss sich bei Copa City radikal umgewöhnen. Das Match auf dem Rasen ist hier nicht der Höhepunkt, den ihr aktiv steuert, sondern der passive Endpunkt einer zweiwöchigen Vorbereitungsphase.

In der Rolle des sogenannten »City Captains« tragt ihr die administrative und logistische Verantwortung für das Gelingen eines Großereignisses. Ihr leitet keine Trainingseinheiten, sondern bereitet reale Metropolen auf den Ansturm von zehntausenden Fans vor.

Als Schauplätze dienen Warschau mit dem Nationalstadion, Berlin mit dem geschichtsträchtigen Olympiastadion und Rio de Janeiro mit dem weltberühmten Maracanã-Stadion. Letzteres war übrigens der Grund, warum das Spiel vom Frühjahr auf den Juni verschoben wurde, um die Startaufstellung der Schauplätze zu erweitern.

Im direkten Genrevergleich sitzt Copa City zwischen allen Stühlen. Ein traditioneller Fußballmanager wie Football Manager setzt auf sportliche Taktik und Kaderplanung über Jahrzehnte hinweg. Eine klassische Städtebau-Simulation wie Cities: Skylines 2 bietet endlose kreative Freiheit und langfristige wirtschaftliche Kreisläufe auf riesigen Sandbox-Karten.

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