Crimson Desert weckt bei mir wundervolle Kindheitserinnerungen, weil es etwas total Dummes macht

Es ergibt keinen Sinn, dass mein Held in Crimson Desert anfangs nicht mal weiß, was ein Käse ist. Aber es ist genau diese alberne Jagd nach Wissen, die mich gerade jeden Abend vor den Monitor fesselt.

Ohne auf den Autoren-Namen zu schauen: Erkennt ihr, wessen Baby-Bild hier seit Tagen die Redaktion erheitert? Ohne auf den Autoren-Namen zu schauen: Erkennt ihr, wessen Baby-Bild hier seit Tagen die Redaktion erheitert?

Ich war knackfrische 13 Jahre alt, als ich anno 1991 in einer Grabbelkiste bei Allkauf die C64-Version von Ultima 6 erspähte. In der Packung lagen ein schwarzer Stein und eine Stoffkarte – mehr brauchte es damals nicht, um mich Hals über Kopf in ein Spiel zu verlieben.

Das legendäre RPG von Richard Garriot zählt zu meinen schönsten Kindheitserinnerungen, obwohl oder gerade weil ich überhaupt keine Ahnung hatte, wie man das richtig spielt. Dazu müsst ihr wissen, dass Ultima 6 ein sehr altertümliches Englisch verwendete. Der Satz »Thou dost see a potion of mead« hat sich bei mir bis heute ins Gehirn eingebrannt.

Der Witz ist: Dem 13-jährigen Heiko war es komplett schnuppe, dass er nur maximal die Hälfte des Spiels verstand. Denn in der Küche des Bauernhauses lag doch tatsächlich Brot rum! Und Käse! Und ein Krug Met!

Heiko Klinge
Heiko Klinge

GameStar-Chefredakteur ist bekennender Pedant und hat ein Fragezeichenproblem – zumindest in Computerspielen. Er bringt es schlicht nicht übers Herz, an einem Fragezeichen einfach vorbeizulaufen. Kein Wunder also, dass er für einen einzigen Spieldurchgang in The Witcher 3 satte 250 Stunden benötigt hat. Bei Assassin's Creed Valhalla waren es »nur« 140. Mal schauen, wo die Steam-Uhr am Ende von Crimson Desert stehen bleibt.

Nie zuvor hatte ich eine derart detailverliebt umgesetzte Spielwelt erlebt! Davon wollte ich jedes Detail aufsaugen – worum es eigentlich ging, interessierte mich nur am Rande.

Und wenn ihr Crimson Desert bereits gespielt habt, könnt ihr euch vermutlich schon denken, warum ich aktuell jeden Abend voller kindlicher Faszination in die Welt von Pywel eintauche.

3.000fache Neugierde

Keine Ahnung, ob Entwickler Pearl Abyss es mit Absicht gemacht hat, aber Held Kliff startet genauso unwissend in Crimson Desert, wie der 13-jährige Heiko seinerzeit in Ultima 6. Seine gesamte Welt besteht quasi aus »Potions of Mead«, im Spiel als Fragezeichen dargestellt.

Und zu Spielbeginn ist für Kliff wirklich alles ein Fragezeichen – das gilt für sämtliche Charaktere und Orte, aber auch für jedes Item. Bei einem mysteriösen Schwert mag das noch einleuchten, bei der Grille auf dem Feld oder der Kartoffel beim Händler nur so mittel.

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