Cyberpunk 2077 lässt euch mit Nighty City eine beeindruckende offene Welt erkunden. Allerdings gibt es in der Stadt abseits von typischen Söldnerherausforderungen gar nicht so viel zu tun. Die Welt ist nicht ganz so interaktiv wie etwa in einem GTA und selbst ein Skyrim bietet mehr alltägliche Aktivitäten.
Wieso sollte man also überhaupt auf die Idee kommen, hier ein normales Leben zu führen? Beispielsweise um ein unterhaltsames Video zu produzieren und ein wahres Selbstexperiment zu wagen. Genau das waren wohl die Beweggründe des YouTubers Any Austin, der in seinem neusten Video genau das macht.
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Eine Woche in Night City
Um zu sehen, was passiert und wie das Spiel sich verhält, hat Any Austin alles in die Wege geleitet, um eine Woche in Nighty City ein normales Leben zu führen. Das bedeutet, für diesen Durchgang spielt er nicht als V, der oder die als Söldner mit einem Rockstar im Kopf täglich auf gefährliche Missionen geht. Stattdessen lebt er in einem kleinen Apartment, in einem durchschnittlichen Mega-Gebäude und geht einem ziemlich normalen Job als Service-Kraft nach.
Dabei lässt er die Zeit im Spiel normal verstreichen und will eine Woche lang durchhalten, ohne zu spät zur Arbeit zu kommen, zu wenig zu schlafen, zu essen oder aufs Klo zu gehen. Da ein Tag in Cyberpunk 2077 allerdings ganz 180 Minuten umfasst – was viel, viel länger ist als der Standard in Open-World-Spielen – wären das 21 Stunden reine Spielzeit.
Da der YouTuber aber auch Zeit überspringt, wenn sein Charakter schlafen geht, waren es eher um die 15 Stunden – die er aber immerhin an einem Stück gespielt hat. Gegessen hat er nur, wenn es Essen im Spiel gab und dann das jeweilige reale Äquivalent dazu.
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So ist das Experiment gelaufen
Sieben Tag lang musste Any Austin in der dystopischen Metropole vor sich hin leben und ist dafür morgens zur Arbeit, wo er 12 Ingame-Stunden lang geackert hat. Danach gönnte er sich ein wenig Freizeit, hat sich Essen aus Automaten gezogen und gelegentlich auf Bänken gesessen oder Spiele im Spiel gespielt. Immerhin einen Tag in der Woche nahm er sich frei.
Hier ein paar der Beobachtungen, die er in der Zeit gemacht hat:
- Er konnte sehr gut beobachten, wie Cyberpunk 2077 seine NPCs platziert. Beispielsweise saßen in dem Restaurant immer verschiedene NPCs an denselben Plätzen. Zur selben Uhrzeit am Abend verschwanden alle Gäste automatisch.
- Obwohl die NPCs, also Gäste und Kollegen, allesamt generisch waren und nie viel zu sagen hatten, konnte Any Austin eine Beziehung zu ihnen aufbauen. Er hatte Stammgäste, die er mochte und Kollegen, mit denen er sich sogar unterhalten hat – trotz ihrer repetitiven oder ausbleibenden Antworten. Einmal saß er eine Weile neben einem Fremden auf der Straße und hat sich lange mit ihm »unterhalten«.
- Am herausforderndsten war es, jeden Tag zur Arbeit zu gehen und sich dort zu langweilen. Es gab keine reale Spielmechanik und die NPCs waren eindimensional – er verbrachte jeden Tag aber immer etwa 90 reale Minuten in dem Restaurant. In der Zeit hat er sich hauptsächlich gelangweilt, was laut ihm aber auch irgendwie passend war und die Erfahrung bereichert hat.
- Er war fasziniert zu sehen, wie funktional die öffentlichen Verkehrsmittel in dem Spiel sind und es eine reale Karte der Zugstrecken in Night City gab, mit deren Hilfe er sich durch die Stadt bewegen konnte.
- Auch die Probleme von Night City wurden ihm bewusster. Etwa die viele Arbeit, die belastende Werbung und dass es einfach sicherer ist, zu Hause zu sitzen, Spiele zu spielen oder Drogen zu konsumieren, anstatt beim Versuch, mit der Achterbahn zu fahren, von einer Gang erschossen zu werden.
- Er lernte auch viele kleine Momente zu schätzen, die er sonst nie gehabt hätte. Wie etwa als er mit einem Mann in der Disco tanzte, der eine besondere Energie hatte oder wenn er über die Stadt blickte und ihn reale Gefühle der existenziellen Melancholie überbekamen. Auch das Vergehen vom Zeit im Spiel wurde im viel klarer.
Damit war die Erfahrung alles in allem natürlich sehr auszehrend, oft auch frustrierend und schlichtweg langweilig - gelohnt hat sich das Experiment für den YouTuber aber durchaus. Auch als Zuschauer ist es faszinierend zu sehen, wie er mit der Welt interagiert, wie er mit minimalen Möglichkeiten Beziehungen pflegt und welche Geschichten entstehen, obwohl es dafür keinerlei reale Impulse gibt.

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