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Das Lied von Eis und Feuer: Welches der großen Häuser hat Westeros am meisten geprägt?

In Game of Thrones kämpfen die Adelsgeschlechter um die Macht - und in der Romanvorlage geht das schon seit ahrhunderten so. Wer war das mächtigste Haus? Ein Ranking.

Nur weil Cersei auf dem Thron sitzt, heißt das längst nicht, dass Haus Lannister das mächtigste ist. Bild: HBO Max Nur weil Cersei auf dem Thron sitzt, heißt das längst nicht, dass Haus Lannister das mächtigste ist. Bild: HBO / Max

Eine nur scheinbar simple Frage: Welches der großen Häuser von Westeros ist eigentlich das mächtigste? Das kann man pauschal schwer sagen, es kommt natürlich sehr auf die Epoche an. Wir versuchen uns trotzdem mal an einer Rangliste, über die sich natürlich wunderbar diskutieren lässt.

Dabei gehen wir nicht nur nach den Ereignissen der Serie, sondern schauen uns an, welches Haus die Sieben Königreiche besonders geprägt hat und wer immer nur in der zweiten Reihe tanzte.

10. Haus Bolton

Ramsay ist als Bastard gar kein offizieller Teil der Boltons. Er versucht aber alles, um einer zu werden. Bild: HBO Max Ramsay ist als Bastard gar kein offizieller Teil der Boltons. Er versucht aber alles, um einer zu werden. Bild: HBO / Max

Haus Bolton stammt von den First Men ab und ist Teil des wilden Nordens von Westeros, ebenso wie die Starks. In alten Zeiten waren sie dort überaus mächtig und einflussreich, vor allem wegen ihrer Brutalität. Wenn schon das Wappen einen gehäuteten Mann zeigt…

Nach einem niedergeschlagenen Rebellionsversuch wurde Haus Bolton zum Vasallen von Haus Stark – eine Schmach, die lange Zeit später, zur Zeit der Serie Game of Thrones, wieder hochkocht. Haus Bolton verfügt weder über großen Reichtum noch überlegene militärische Macht, deshalb müssen sie auf Listen und Intrigen setzen, um überhaupt im Spiel der Macht zu bleiben.

9. Haus Tully

Viele Plotlines der Tullys wurden in der Serie gekürzt. Edmure Tully ist eigentlich ein bisschen relevanter. Bild: HBO Max Viele Plotlines der Tullys wurden in der Serie gekürzt. Edmure Tully ist eigentlich ein bisschen relevanter. Bild: HBO / Max

Das Haus, aus dem Catelyn Stark und Lysa Arryn stammen. Die Tullys sind Nachfahren der First Men und haben ihren Sitz in Schnellwasser. Damit kontrollieren sie ein wichtiges Gebiet in Westeros. Während Aegons Eroberung unterstützten die Tullys Haus Targaryen und bekamen zur Belohnung ihr Lehen.

Haus Tully ist weniger reich als die anderen großen Häuser und hatte schon immer vergleichsweise kleine Armeen. Durch vorteilhafte Heiratsarrangements teilen sie aber gemeinsames Blut mit vielen mächtigeren Häusern. In Roberts Rebellion halfen sie den Baratheons und Starks.

8. Haus Arryn

Lysa hatte ein ziemlich übles Leben, macht das aber auch zum Problem aller anderen. Bild: HBO Max Lysa hatte ein ziemlich übles Leben, macht das aber auch zum Problem aller anderen. Bild: HBO / Max

Arryn ist ein sehr altes Haus andalischer Abstammung, und damit eines der Großen Häuser von Westeros. Eine ihrer spektakulärsten Schlachten schlugen sie während Aegons Eroberung gegen die Targaryens - beide Häuser schickten ihre Flotten und versenkten sich gegenseitig. Später eroberten die Targaryens dank ihrer Drachen die Gebete von Haus Arryn und wurden dank strategischer Heirat zu Verbündeten. 

Rhaenyra Targaryens Mutter war Aemma Arryn. Ein weiterer bekannter Arryn war Jon, der seine Schützlinge Ned Stark und Robert Baratheon vor König Aerys II Targaryen beschützte und nach Roberts Rebellion zur Hand des Königs ernannt wurde.

Zum Zeitpunkt von Game of Thrones hat sich Haus Arryn weitgehend aus der Politik zurückgezogen, nicht zuletzt dank der Paranoia von Lysa Arryn - Catelyn Starks mental geplagter Schwester.

7. Greyjoy

Die Salzkrusten gehören zur Rüstung der Greyjoys quasi dazu. Bild: HBO Max Die Salzkrusten gehören zur Rüstung der Greyjoys quasi dazu. Bild: HBO / Max

Wo genau die Greyjoys in einer Rangliste der mächtigsten Häuser stehen, hängt stark davon ab, wo sich das Kräftemessen abspielt. Auf dem Meer macht ihnen niemand etwas vor, dank der Eisernen Flotte, die auch in der Greyjoy-Rebellion eine tragende Rolle spielte. Allerdings hat das Haus keine fruchtbaren Ländereien, sondern ist auf Plünderei und Handel angewiesen, um sich zu versorgen. 

Unter Euron Greyjoy erlangte die Flotte wieder neue Berühmtheit, in der Serie unterstützt sie Cersei Lannister im Kampf gegen Daenerys – und dank der wendigen, schwer bewaffneten Schiffe wird dabei sogar ein Drache getötet. Zur Großmacht reicht’s trotzdem nicht, denn den meisten Mitgliedern des Hauses mangelt es an Weitblick und Scharfsinn. Und Euron ist… naja, Euron eben.

6. Tyrell

Hätte man Olenna freie Hand gelassen, hätte sie das Spiel der Throne vermutlich haushoch gewonnen. Bild: HBO Max Hätte man Olenna freie Hand gelassen, hätte sie das Spiel der Throne vermutlich haushoch gewonnen. Bild: HBO / Max

Geld ist Macht und neben den Lannisters sind die Tyrells das reichste Haus von Westeros. In Sachen Handel macht ihnen niemand etwas vor, sie sind zum Beispiel ein unschätzbarer Verbündeter in Kriegszeiten, weil sie Unmengen an Nahrung und Rohstoffen produzieren. Auch ihre Armeen können sich mehr als sehen lassen, nicht nur an Land, sondern auch zur See.

Die Tyrells waren nie selbst Könige, sondern standen immer direkt in der zweiten Reihe, lieber beeinflussend als offen herrschend. Sie manipulierten auch ganze Feldzüge, indem sie Versorgungslinien abschnitten oder wichtige Straßen blockierten.

Mit Olenna Tyrell stand zur Zeit von Game of Thrones außerdem eine Meisterin der Ränkespiele an der Spitze des Hauses. In Margaery hätte sie eine würdige Nachfolgerin gefunden, wäre da nicht… ach naja, vielleicht geht’s ja in den Büchern anders aus.

5. Martell

Auch ein Haus, dessen Story in der Serie stark geändert wurde. Bild: HBO Max Auch ein Haus, dessen Story in der Serie stark geändert wurde. Bild: HBO / Max

Das Herrscherhaus von Dorne kommt in der Serie vergleichsweise wenig vor, gehörte aber in der Vergangenheit (und in den Büchern von George R. R. Martin) zu den wichtigsten Häusern überhaupt. Sie legten sich sogar ziemlich erfolgreich mit den Targaryens auf der Höhe ihrer Macht an und es gelang ihnen, den mächtigen Drachen Meraxes vom Himmel zu schießen.

Schlussendlich musste sich Dorne dann doch unterordnen und politische Ehen eingehen, aber der alte rebellische Geist ist in diesem Haus nie ganz erloschen. Bei Robert Baratheons Rebellion schickten sie eine gewaltige Armee zu seiner Unterstützung ins Feld. Der Mord an Prinzessin Elia Martell besiegelte eine brutale Feindschaft zwischen den Häusern Martell und Lannister, die im Duell zwischen Oberyn und Gregor Clegane gipfelte.

4. Lannister

Cersei war das schwächste Glied in der Lannister-Nachfolge, brachte es aber immerhin eine Weile zur Königin. Bild: HBO Max Cersei war das schwächste Glied in der Lannister-Nachfolge, brachte es aber immerhin eine Weile zur Königin. Bild: HBO / Max

Das reichste Haus von Westeros, und dazu eins der skrupellosesten. Zumindest unter Führung von Tywin Lannister – aber seine Vorfahren waren auch Experten im Intrigieren. Sie stammen von den Ersten Menschen ab, kämpften schon gegen die einfallenden Andalen und vermischten sich schließlich mit ihnen. Während Aegons Eroberung kämpften sie zunächst gegen die Targaryens, wurden aber von drei Drachen zugleich aufgerieben und mussten sich unterwerfen.

Sie behielten ihren unermesslichen Reichtum, aber es dauerte lange, bis das Haus seinen politischen Einfluss zurückgewann. Doch mit genug Geduld, politisch erfolgreichen Ehen und viel, viel Gold lässt sich in Westeros so ziemlich alles erreichen.

Zur Zeit der Serie ist das Haus Lannister unangefochten auf Rang 2 hinter König Baratheon – und nach dessen Tod ein Anwärter auf den Titel des mächtigsten Hauses. Wären Tywins Nachkommen nur etwas weniger arrogant und untereinander zerstritten gewesen…

3. Stark

Die Starks sind mehr mit Sorgen um das Fortbestehen der Menschheit als mit politischen Rangeleien beschäftigt. Bild: HBO Max Die Starks sind mehr mit Sorgen um das Fortbestehen der Menschheit als mit politischen Rangeleien beschäftigt. Bild: HBO / Max

Ganz schwer einzuordnen in einer Rangliste der einflussreichsten Häuser. In der Serie nehmen die Starks eine zentrale Rolle ein, aber ihr Haus war eher mit anderen Problemen als Machtkämpfen beschäftigt. Sie sind Ureinwohner des Nordens und herrschen dort seit langer Zeit, trotzen den Wintern und bringen legendäre Krieger hervor. Ihnen stehen viele treue Vasallenhäuser zur Seite, also ist auch ihre militärische Macht nicht zu unterschätzen.

Es sind auch die Starks, die Westeros vor den Weißen Wanderern beschützen und sogar den Nachtkönig und seine Armee besiegen. Nicht ohne Hilfe, aber doch in zentraler Rolle. Man könnte also durchaus argumentieren, dass Westeros ohne ihre Wacht ziemlich anders aussehen würde.

Allerdings sind die Starks nicht unbedingt für ihren politischen Scharfsinn oder ihren Reichtum bekannt. Sie ziehen ein ehrliches, vergleichsweise karges Leben vor, und sind daher recht selten Teil des königlichen Hoflebens. Was bedeutet, sie stehen meistens nicht im Zentrum der Macht. Außerdem begehen sie immer wieder taktische Fehler aus Ehrgefühl – wie das meistens endet, hat ja das Schicksal von Ned Stark bewiesen. Aber am Ende reichts immerhin für ein unabhängiges Königreich mit Sansa an der Spitze.

2. Baratheon

Der Bastard Renly wird von Daenerys offiziell als Erbe des Hauses Baratheon anerkannt. Bild: HBO Max Der Bastard Renly wird von Daenerys offiziell als Erbe des Hauses Baratheon anerkannt. Bild: HBO / Max

Vor allem bekannt durch Robert Baratheons Rebellion, die die jahrhundertelange Herrschaft der Targaryen-Dynastie beendete. Das verschafft ihnen direkt eine sehr hohe Platzierung, obwohl es sich um das jüngste Haus aus dieser Liste handelt – es wurde erst in der Targaryen-Ära überhaupt gegründet. Sie wurden allerdings schnell zum wichtigen Verbündeten und damit Machtfaktor der Drachenkönige.

Nachdem Robert den Eisernen Thron erobert hatte und zum König gekrönt wurde, teilte sich das Haus in drei Zweige auf – hätten die sich miteinander verstanden, wären sie vermutlich unaufhaltsam gewesen. Gut zu beobachten während der Greyjoy-Rebellion, in der die vereinte Baratheon-Flotte die Eiserne Flotte besiegte. Statt weiter zusammenzuarbeiten, erhoben sowohl Renly als auch Stannis Baratheon Anspruch auf den Königstitel, als Robert unerwartet verstarb.

1. Targaryen

Ja gut, was soll man dagegen sagen? Bild: HBO Max Ja gut, was soll man dagegen sagen? Bild: HBO / Max

Zweifellos das Haus, das die Geschichte von Westeros am stärksten beeinflusst und geprägt hat. Der Hauptgrund dafür war ihre Kontrolle über Drachen, die in diesem Fantasy-Universum quasi Atomwaffen entsprechen, während alle anderen mit Schwertern und Bögen rumrennen. Es gibt unzählige wichtige Targaryens, sie alle aufzuzählen überlassen wir am besten dem Autor selbst (lest einfach Feuer und Blut, die Familienchronik).

Aegon der Eroberer hat das Gesicht des Kontinents verändert und den Grundstein für alle Ereignisse gelegt, die in Game of Thrones ablaufen. Im Tanz der Drachen führten verschiedene Zweige einen erbitterten Krieg gegeneinander, das könnt ihr euch in House of the Dragon anschauen.

Mit Daenerys überlebte nur eine einzige wahre Erbin Roberts Rebellion (nachdem ihr Bruder Viserys den klugen Einfall hatte, die Dothraki zu beleidigen). Und beinahe wäre es ihr auch gelungen, quasi aus dem Nichts heraus Westeros zu erobern und den Eisernen Thron wieder für ihre Familie zu beanspruchen. Am Ende verlor sie dann doch – zumindest in der Serie. Vermutlich wird es in den verbleibenden Büchern ähnlich ablaufen. Oder Martin überrascht uns doch noch, wer weiß.

Natürlich kann man diese Rangliste auch anders aufstellen - wenn es rein nach finanzieller Macht ginge, stünden Lannisters und Tyrells ganz oben. Das Ganze ist sicher auch nicht der Weisheit letzter Schluss, also lasst uns gern eure Meinung und euer persönliches Ranking in den Kommentaren hören. Oder ihr klickt euch durch die oben verlinkten Artikel und schmökert noch ein bisschen!

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