Amazon zieht die Notbremse: Die KI-Synchro eines Films ist wohl so schlecht, dass er direkt wieder entfernt wurde

Deadly Patient ist nach einem Aufschrei nicht mehr bei Prime Video verfügbar.

Die Synchronisation von Deadly Patient sorgt gerade für Aufsehen. (Bild: Prime Video) Die Synchronisation von Deadly Patient sorgt gerade für Aufsehen. (Bild: Prime Video)

Seit Monaten kämpfen deutsche Synchronsprecher gegen Streamingdienste, um zu verhindern, dass ihre Stimmen einfach mithilfe von KI vertont werden. Eine solche KI-Synchro wurde jetzt für Amazon Prime zum Totalausfall.

Ganzer Film wohl wegen KI-Synchro entfernt

Für viele Menschen in Deutschland gehört es dazu, neue Filme und Serien, auch aus dem Ausland, nicht nur mit Untertiteln, sondern komplett auf Deutsch zu gucken. Diese Vertonungen werden mit professionellen Synchronsprechern erstellt.

Da KI-Stimmen immer besser und glaubwürdiger werden, möchten sich viele Studios und Streamingdienste diesen Mehraufwand und diese zusätzlichen Kosten gerne sparen. Am liebsten würden sie dafür einfach die Stimmen der Sprecher nutzen, was sogar schon zu einem Boykott vieler Synchronsprecher geführt hat.

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Die Büchse der Pandora wurde aber nun mal geöffnet und KI-Synchros könnten in Zukunft auch etwa in Spielen dabei helfen, eine deutsche Sprachausgabe zu bieten.

Wie es nicht geht, hat jetzt offenbar Prime Video gezeigt. Es geht dabei um den 2018 erschienenen Thriller "Deadly Patient", der seit kurzem beim Streamingdienst verfügbar ist. Oder verfügbar war, wie es eigentlich heißen muss.

Mittlerweile wurde der Film nämlich aus dem deutschen Katalog entfernt. Einen Kommentar von Amazon dazu gibt es nicht. Dabei ist ziemlich klar, was das Problem war. Die Synchro wurde nämlich offenbar komplett mit KI erstellt und das so schlecht, dass es schlechte Bewertungen hagelte.

94 Prozent der Nutzer haben dabei nur einen Stern vergeben. Das liegt laut einem User aber auch nur daran, dass es »keine Minussterne« gibt. Ein anderer schreibt, dass er nach 10 Minuten abschalten musste. Er kritisiert dabei nicht nur die »grausigen KI-Stimmen«, sondern auch die furchtbare Übersetzung.

Offenbar wurden Redewendungen einfach 1:1 übersetzt und es gibt sogar ständige Wechsel zwischen »Du« und »Sie«.

Auch Sven Plate, der als Synchronsprecher etwa Wil Wheaton in »Raumschiff Enterprise – Das nächste Jahrhundert« seine Stimme geliehen hat, hat in einem Facebook-Video auf das in seinen Augen katastrophale Vorgehen von Prime Video hingewiesen.


KI gefährdet eine meiner liebsten Filmbranchen, welche die meisten gar nicht auf dem Schirm haben


Wie man letztlich zum Einsatz von KI in der Produktion von Filmen oder Serien steht, ist angesichts des offenbar furchtbaren Ergebnisses im Grunde egal. All jene, die der Branche vorwerfen, einfach nur auf den maximalen Gewinn aus zu sein und deshalb KI zu nutzen, anstatt Menschen zu bezahlen, dürften sich von dem Fall bestätigt fühlen. Klar ist, dass so etwas kaum jemand wirklich sehen oder hören will. Und schon gar nicht, wenn man dafür auch noch bezahlt.


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