Tragbarer Monitor mit über 2.000 Bewertungen für unter 80 Euro – doch lohnt sich das Angebot wirklich?

Das tragbare Display MSI Pro MP161 E2U gibt es bei Amazon gerade im Angebot. Ich verrate euch, ob ihr hier bedenkenlos zugreifen könnt.

Lohnt sich das tragbare Display von MSI für 79 Euro? (Quelle: MSI) Lohnt sich das tragbare Display von MSI für 79 Euro? (Quelle: MSI)

Habt ihr gewusst, dass es kompakte Flachbildschirme gibt, die speziell für den mobilen Einsatz gedacht sind? Meist haben die Displays eine Größe von 15,6 Zoll, was der Monitorgröße vieler älterer Laptops entspricht. Ein solches Display gibt es gerade bei Amazon im Angebot: das MSI Pro MP161 E2U. 

Für schlanke 79 Euro bekommt ihr ein IPS-Panel, das mit 1920 x 1080 Pixel (60 Hertz) auflöst. Stellt sich nun die entscheidende Frage: Taugt das Teil was und wer braucht so einen tragbaren Monitor überhaupt?

Sieht aus wie ein Tablet, ist aber ein tragbares Display für Laptops. (Quelle: MSI) Sieht aus wie ein Tablet, ist aber ein tragbares Display für Laptops. (Quelle: MSI)

Technische Daten

Werfen wir erst einmal einen Blick auf die Specs:

  • Größe: 15,6 Zoll
  • Auflösung: 1920 x 1080 Pixel bei 60 Hertz
  • Panel-Typ: IPS
  • Maximale Helligkeit: 250 cd/m² (laut Hersteller)
  • Anschlüsse: 2x USB-C, 1x Mini-HDMI
  • Abmessungen: 362,26 x 233,84 x 10,8 Millimeter
  • Gewicht: 0,8 kg

Bevor wir uns ansehen, ob diese Spezifikationen nun gut oder schlecht sind, möchte ich eine Sache erwähnen: Für einen mobilen und damit tragbaren Monitor gelten andere Maßstäbe als für ein stationäres Display. Die Helligkeit liegt bei diesem Modell bei 250 cd/m², was nicht wirklich viel ist. 

Der an der Rückseite Kickstand kann abgenommen werden. (Quelle: MSI) Der an der Rückseite Kickstand kann abgenommen werden. (Quelle: MSI)

Allerdings erfolgt die Stromversorgung auch über USB-C, der komplette Monitor verbraucht während des Betriebs nicht mehr als 7 Watt. Berücksichtigt man diesen Umstand, sind 250 cd/m² für den angedachten Einsatzzweck völlig in Ordnung. Eine größere Helligkeit würde in jedem Fall auch zu einem deutlich höheren Stromverbrauch führen.

Die FHD-Auflösung ist für 15,6 Zoll ebenfalls noch in Ordnung. Ihr solltet ein solches Display immer als eine Erweiterung der Arbeitsfläche sehen und nicht als primären Monitor. Mit einer Dicke von 10,8 Millimeter (ohne Ständer) und einem Gewicht von 800 Gramm, müsste das Gerät in vielen Aktentaschen Platz finden. 

Besonderheiten

An der Rückseite kann ein Kickstand angebracht werden, mit dessen Hilfe ihr das Display sicher aufstellen könnt. Die Neigung kann dabei zwischen 0 bis 180 Grad eingestellt werden. Darüber hinaus lässt sich das Panel sowohl horizontal als auch vertikal aufstellen. Einen solchen robusten und fest montierten Ständer bieten billige No-Name-Produkte meist nicht. Zusätzlich kann das Display auch dank einer ¼-Zoll-Halterung an einem Stativ befestigt werden.  

Die vertikale Aufstellung ist perfekt bei der Bearbeitung von Excel-Tabellen. (Quelle: MSI) Die vertikale Aufstellung ist perfekt bei der Bearbeitung von Excel-Tabellen. (Quelle: MSI)

Im Lieferumfang befinden sich ein Mini-HDMI auf HDMI sowie ein Typ-C-Kabel. Beide Strippen besitzen auf der Seite, die mit dem Monitor verbunden wird, einen um 90° abgewinkelten Stecker. Das ist nur ein kleines Detail, aber während des Betriebs sieht das einfach um ein vielfaches ordentlicher aus, als wenn die Kabel ellenlang abstehen. 

MSI steckt in das MSI Pro MP161 E2U auch noch Lautsprecher und verspricht eine großartige Audioqualität. Auch wenn ich die Schallwandler noch nicht gehört habe, würde ich das dennoch bezweifeln. Für Videokonferenzen sollte die Qualität aber in jedem Fall ausreichen. 

Wer braucht das?

Kommen wir zur spannenden Frage, wer ein solches tragbares Display überhaupt braucht. In erster Linie richtet sich MSI mit dem Pro MP161 E2U an Business-User. Hier ergibt der Einsatz auch direkt Sinn. Während der An- und Abreise ist ein solches Gerät natürlich nicht praktikabel, wenn man aber dann mal im Hotel angekommen ist, kann ein solches Display eine wertvolle Erweiterung sein. 

Die wenigsten nehmen auf eine Reise ein 17-Zoll-Notebook mit, sondern setzen auf besonders leichte und möglichst kompakte Geräte, die meist irgendwo zwischen 12 und 14 Zoll liegen. 

Jeder, der schon mal länger an einem so kleinen Bildschirm arbeiten musste, wird ihn früher oder später verfluchen, weil einfach zu wenig Platz auf dem Desktop ist. Da kommt ein zusätzliches 15,6-Display gerade recht. 

Unterm Strich ist ein solcher tragbarer Bildschirm für alle interessant, die viel unterwegs sind und auch im Hotel mit dem PC arbeiten müssen. Ob einem das Plus an Komfort zusätzliche 0,8 kg im Reisegepäck wert ist, muss natürlich jeder für sich entscheiden.

Nicht geeignet ist das hier beschriebene Modell meiner Meinung nach für den stationären Einsatz am heimischen Schreibtisch. Da wäre mir die mögliche Positionierung mit Kickstand nicht ergonomisch genug. Da es keine VESA-Bohrungen an der Rückseite gibt, ist auch keine Befestigung an entsprechenden Halterungen möglich. 

Mögliche Alternativen

Wer bei Amazon nach tragbaren Monitoren sucht, findet eine Vielzahl an Modellen, einige davon gibt es sogar schon für unter 60 Euro. Allerdings handelt es sich hierbei in der Regel um irgendwelche No-Name-Marken, die kein Mensch kennt. Das Produkt muss nicht schlecht sein, aber was passiert im Garantiefall? 

Wollt ihr dann wirklich einen 60-Euro-Artikel nach China schicken und hoffen, dass euch der Hersteller Ersatz liefert? Ich für meinen Teil bevorzuge daher Produkte von bekannten Herstellern, die wenigstens in der EU einen Ansprechpartner haben und zumindest 24 Monate Garantie bieten. Aber auch das muss natürlich jeder für sich selbst entscheiden.

ViewSonic VA 1650: Das VA 1650 bekommt ihr aktuell bereits für 70 Euro. Es handelt sich ebenfalls um ein 15,6-Zoll-IPS-Display mit FHD-Auflösung. Es wiegt mit 700 g etwas weniger als das Modell von MSI. Die maximale Helligkeit gibt der Hersteller ebenfalls mit 250 cd/m² an. Da VESA-Bohrungen an der Rückseite vorhanden sind, spricht nichts gegen einen stationären Einsatz am heimischen Schreibtisch.  

Acer PM161QB1bmiuux: Das PM161 von Acer bietet für 99 Euro ebenfalls eine Größe von 15,6 Zoll. Zum Einsatz kommt auch hier ein blickwinkelstabiles IPS-Panel mit 60 Hertz. Die Auflösung liegt bei 1920 × 1080 Pixel, während das Gewicht nur 670 g beträgt. Dieses Modell eignet sich dank der vorhandenen VESA-Bohrungen auch für den stationären Einsatz. Ein Pluspunkt ist die Herstellergarantie von 3 Jahren.  

Asus ZenScreen OLED: Der ZenScreen von Asus besitzt ein hochwertiges OLED-Panel und bietet eine entsprechend poppige Farbwiedergabe. Mit einer maximalen Helligkeit von 400 cd/m²  ist dieses Display zumindest auf dem Papier besser als viele Notebook-Bildschirme. Das Gewicht liegt bei überschaubaren 720 g. Dieses Modell spielt in einer anderen Klasse als die Geräte von MSI und ViewSonic und das merkt man natürlich auch beim Preis: Ab 399 Euro beginnt der Spaß.

Fazit: Ein solider Monitor, aber nicht das beste Angebot

Das MSI Pro MP161 E2U ist ein brauchbares tragbares Display. Die Ausstattung ist solide, unterscheidet sich aber auch nicht großartig von den Modellen anderer namhafter Hersteller. Der Preis von 79 Euro ist ebenfalls ok, wenn auch nicht herausragend günstig. Insgesamt lohnt sich das Angebot bei Amazon zu diesem Preis eigentlich nicht. Ihr bekommt Modelle mit vergleichbaren Spezifikationen von anderen bekannten Herstellern bereits für etwas weniger Geld. 

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