»Unser Team hat die letzten zwei Tage damit verbracht, zu verstehen, was hier gerade passiert.«
So richtig nachvollziehen kann das kleine Entwicklerstudio Flexus aus der Ukraine ihren sagenhaften Erfolg noch nicht. Wer könnte das schon?
Nachdem am 13. Juli der erste Trailer zu ihrem Koop-Spiel Dear Passengers erschien, ging alles ganz schnell: Über vier Millionen Aufrufe bei YouTube resultierten in einem gewaltigen Hype bei Steam, wo der Wishlist-Button auf der Produktseite in einer Tour malträtiert wurde. Das Ergebnis: über zwei Millionen Wunschlisten-Einträge, dazu Platz 5 in den Most Wanted der kommenden Steam-Spiele. Flexus schwankt zwischen Euphorie und Unglauben:
»Wir haben Dear Passengers entwickelt, weil wir genau die Art von Koop-Spiel schaffen wollten, die wir als Spieler schon immer gerne mit unseren Freunden gespielt hätten. In nur zwei Tagen hat es Dear Passengers unter die Top 25 der Spiele auf Steam geschafft, die am häufigsten auf die Wunschliste gesetzt wurden. Das ist absolut verrückt!!! Kein Marketing. Keine bezahlten Influencer. Keine Werbung.«
Aktuell warten damit mehr Menschen bei Steam auf diesen absurden Physik-Spaß als auf Total War: Warhammer 40.000 oder Resident Evil Veronica. Ein solcher Aufstieg aus dem Nichts ist extrem selten, aber wie die Entwickler selbst feststellen: »Es hat sich herausgestellt, dass man kein AAA-Budget braucht, um AAA-Spiele zu übertrumpfen. Nur die schlechteste Fluggesellschaft der Welt und zwei Millionen Spieler, die höchst fragwürdige Reiseentscheidungen treffen.« Und der Trailer hat natürlich auch nicht geschadet:
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Koop-Chaos im Flugzeug: Liebe Passagiere, bitte bewahren Sie Ruhe und schnallen Sie sich an
Bereits vor dem Release ist Dear Passengers damit ein Riesenerfolg. Ich finde: zu Recht. Denn auch wenn die Entwickler die Gründe dahinter selbst nicht verstehen, kann ich nur allzu gut nachvollziehen, warum der Versuch, »das verrückteste Koop-Spiel zu entwickeln, das menschlich möglich ist«, gerade so sehr auf Steam einschlägt.
Flugbegleiter am Rande des Nervenzusammenbruchs
Das Grundkonzept von Dear Passengers ist eine Koop-Erfahrung für bis zu vier Personen, ähnlich wie im Science-Fiction-Cousin Jump Space. Während ein Spieler im Cockpit die Flugmaschine steuert und versucht, dynamischen Wetterphänomenen wie Luftlöchern und schweren Stürmen auszuweichen, übernimmt der Rest der Truppe den Service in der Kabine. Dieser Service hat jedoch wenig mit dem gepflegten Einschenken von Tomatensaft zu tun.
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