Die Opening Night der gamescom ist ein Feuerwerk von Trailern. Neue Spiele, DLCs und Releasetermine werden angekündigt; und bei den meisten Videos wissen Spieler danach grob Bescheid, um was für eine Art Spiel es sich bei dem Gezeigten handelt.
Nach der Enthüllung von Ded.Net fragten sich jedoch viele Leute, was zur Hölle sie da eigentlich gesehen hatten. Denn der neue Multiplayer-Shooter der PUGB-Macher zeigt im Reveal-Trailer zwar viel Chaos, erklärt aber ziemlich wenig zum eigentlichen Gameplay des Spiels. Aus der Steam-Seite geht lediglich hervor, dass die Entwickler Ded.Net leicht nebulös als Roguelite-Shooter
beschreiben.
Weil das auch uns nicht sofort einleuchten wollte, haben wir uns in Köln mit Dave Curd, dem Vice President der PUBG Corporation getroffen, und uns von ihm in allen Details erklären lassen, was Ded.Net ist. Eines ist dem Chefentwickler dabei ganz wichtig zu betonen: Ded.Net ist nicht PUBG 2.
1:47
PUBG: Ded.Net im neuen Trailer enthüllt – so sieht das absurde Spin-off im PUBG-Universum aus
Was ist Ded.Net und was meinen die Entwickler mit Roguelite-Shooter?
Ded.Net ist ein schneller, Multiplayer-Shooter mit abgedrehtem Humor, der in einer Welt angelehnt an den amerikanischen mittleren Westen der 90er Jahre spielt. Im Kern ist das Spiel immer noch ein Battle Royale, teilt seine Runden jedoch in zwei sehr unterschiedliche Phasen. Im Vergleich zum klassischen PUGB verrändert Ded.Net vor allem zwei Dinge: Das Tempo - also Gunplay und Bewegung - ist deutlich höher und euer Charakter entwickelt sich über mehrere Matches hinweg weiter (Stichwort Persistenz).
Das Spiel verzichtet auf die komplexe Ballistik von PUBG und nutzt ein einfacheres Hitscan-System. Zudem startet ihr im Gegensatz zu anderen Battle Royales nicht komplett nackt in die Runden, sondern sollt ganz bewusst eure eigenen Loadout bauen. Diese eingeplante Ungerechtigkeit solle Ded.Net faszinierend machen und die Spieler zum Experimentieren einladen, erklärt Chefentwickler Dave Curd im Interview.
Mit dem Begriff Roguelite-Shooter meinen die Entwickler, dass der Tod nicht das Ende einer Spielsession bedeutet, sondern fester Bestandteil der Spielerfahrung ist. Laut Chefentwickler Curd ist Ded.Net um die Jagd nach dem perfekten Build herum aufgebaut: Wenn dein Team ausscheidet, wählst du im Menü aus drei Fähigkeiten aus, z. B. Akimbo-Waffen oder eine heilende Wu-Tang-Clan-Boombox, um deinen Charakter für die nächsten Matches stärker und individueller zu machen. Man versucht quasi, die ultimative Killermaschine zu werden.
Wie läuft eine typische Runde ab?
Ein Match in Ded.Net ist in zwei Phasen unterteilt:
- Phase 1: Im ersten Teil des Matches verengt sich die Zone schrittweise wie in PUBG. In jeder der fünf Zonen zieht das Spiel zufällig zwei Fähigkeiten-Karten aus eurem persönlichen Deck, von denen ihr jeweils eine aktiviert. In Zone 5 habt ihr somit fünf aktive Fähigkeiten freigeschaltet, euer Build ist komplett einsatzbereit. In dieser ersten Phase ist das Wiederbelebungssystem noch sehr großzügig.
- Phase 2: Die Zone ist nun extrem klein (
heiß
) und schrumpft nicht mehr nur, sondern fängt an, sich unvorhersehbar auf der Karte hin- und herzubewegen. Da nun alle Spieler über voll entwickelten Builds verfügen, wird das Gameplay intensiver. Ein Fehler kann euer Team die Runde kosten.
Wie viele Spieler können in einer Runde gemeinsam spielen?
Eine Runde Ded.Net wird mit 60 Spielern ausgetragen, die in Trios gegeneinander antreten. Auf den klassischen Fallschirmsprung aus dem Flugzeug verzichtet das Spiel. Die Teams bestimmen ihren Startpunkt auf der 5x5 Kilometer großen, fiktiven Karte Cascadia
vorab und werden am Einsatzort gespawnt.
Gibt es Wiederbelebungen und wie funktionieren sie?
Ja, die Anforderungen für eine Wiederbelebung unterscheiden sich aber zwischen den einzelnen Phasen eines Matches. In Phase 1 (Zone 1-5) könnt ihr immer wieder nachspawnen, sofern noch ein Teammate am Leben ist; in der zweiten Phase müsst ihr an den gelben Münztelefonen in der Spielwelt Ingame-Währung ausgeben, um einen toten Mitspieler zurückzubringen. Geld verdient ihr etwa durch Kills. Wird euer verbleibendes Team eliminiert, bevor jemand zurückgekauft wurde, scheidet ihr endgültig aus dem Match aus.
Wie funktionieren die Klassen und Fähigkeiten?
Ded.Net nutzt flexible Klassen. Zu Beginn eines Runs wählt ihr eines von drei Startdecks (Assault, Support oder Trickster), das jeweils 10 Karten enthält. Da ihr nicht fest an eine Klasse gebunden seid, könnt ihr euer Deck im Laufe eines Runs mit Karten anderer Klassen mischen, um entweder einen Spezialisten oder einen vielseitigen Allrounder zu erschaffen.
Die Fähigkeiten-Karten sind dem Setting des Spiels entsprechend abgedreht; neben Akimbo-Waffen und der eingangs erwähnten Boombox könnt ihr euren Charakter vergrößern, schrumpfen oder etwa in Spinden auf nichts ahnende Feinde lauern. Zum Start der Early-Access-Phase soll Ded.Net sollt ihr die Wahl aus neun spielbaren Charakteren haben.
Was verbirgt sich hinter einem Run
?
Als Run bezeichnen die Ded.Net-Macher eine zusammenhängende Reise über mehrere Matches, bei der ihr euch verpflichtet, mit eurem gewählten Deck fünf Matches zu überstehen, bevor eure Run-Lebenspunkte aufgebraucht sind. Ihr startet bei 100 Lebenspunkten. Scheidet ihr in einem Match als erstes Team aus, kostet euch das beispielsweise 20 Punkte, landet ihr im Mittelfeld, verliert ihr nur 10.
Wenn ihr dagegen die Runde gewinnt, verdient ihr wiederum 20 Punkte dazu. Sinkt eure Run-HP vor dem fünften Match auf 0, brennt euer Run aus und ihr müsst mit einem frischen Deck von vorne beginnen. Übersteht ihr fünf Matches, könnt ihr eure Gewinne einlösen und könnt euer Deck aufwerten. Neben Upgrades sammelt ihr im Laufe der Runden aber auch Verletzungen an. So müsst ihr etwa im Rauch husten oder lasst eure Waffe beim Sprinten aus Versehen fallen.
Ein Run muss nicht am Stück gespielt werden, betont Chefentwickler Curd. Ihr könnt euren Charakter jederzeit auf Eis legen und an einem anderen Tag weiterspielen. Laut Curd können neun Runs und Figuren gleichzeitig aktiv sein.
Wann erscheint Ded.Net?
Ein offizielles Release-Datum hat Ded.Net aktuell noch nicht. Chefentwickler Dave Curd möchte sich bewusst auf keinen Zeitplan festlegen. Das Team wolle den Shooter eng zusammen mit der Community weiterentwickeln; der finale Release hänge also stark vom Feedback der Spieler ab. Demnächst solle eine große Beta-Phase starten, für die ihr euch bereits auf der Steam-Seite des Shooters registrieren könnt.
Mehr zu den Neuigkeiten von der Gamescom erfahrt ihr in der obigen Linkbox. Dort haben wir euch eine Reihe von Previews und Artikeln frisch von der weltgrößten Spielemesse zusammengestellt.
Jetzt seid ihr gefragt: Was haltet ihr von Ded.Net? Findet ihr das Rougelite-Konzept des neuen PUBG-Ablegers interessant? Schreibt es uns in die Kommentare!
Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.
Dein Kommentar wurde nicht gespeichert. Dies kann folgende Ursachen haben:
1. Der Kommentar ist länger als 4000 Zeichen.
2. Du hast versucht, einen Kommentar innerhalb der 10-Sekunden-Schreibsperre zu senden.
3. Dein Kommentar wurde als Spam identifiziert. Bitte beachte unsere Richtlinien zum Erstellen von Kommentaren.
4. Du verfügst nicht über die nötigen Schreibrechte bzw. wurdest gebannt.
Bei Fragen oder Problemen nutze bitte das Kontakt-Formular.
Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.
Nur angemeldete Plus-Mitglieder können Plus-Inhalte kommentieren und bewerten.