Überall DeepSeek: Was ist es und welche Möglichkeiten hat der virale Konkurrent von ChatGPT?

Dieser Chatbot stürmt gerade Millionen Handys, Browser und PCs. Alles was drin steckt, erfahrt ihr hier.

ChatGPT muss sich warm anziehen: Hier kommt ein neuer, ernstzunehmender Konkurrent. (Bild: DeepSeek) ChatGPT muss sich warm anziehen: Hier kommt ein neuer, ernstzunehmender Konkurrent. (Bild: DeepSeek)

Über Nacht durch die Decke gegangen: DeepSeek. Der Name gehört zum einen zum chinesischen Entwickler, der auf Künstliche Intelligenz spezialisiert ist. Gleichzeitig heißt auch ihr KI-gestützter Chatbot so. 

DeepSeek ist eine ernstzunehmende Alternative zu Modellen wie ChatGPT, Gemini und Co und sorgt schon jetzt für einiges an Aufsehen, zum Beispiel bei Nvidia.

Besonders spannend: DeepSeek hat in App-Stores schon jetzt ChatGPT bei den Downloads eingeholt oder gar übertroffen. Doch was macht DeepSeek so beliebt bei Nutzern und was kann der Bot genau?

DeepSeek: Funktionen und Gründe für den Hype

Die Downloadcharts im App Store und die regen Diskussionen auf Reddit deuten darauf hin, dass DeepSeek bei Nutzern sehr beliebt ist. Das hat mehrere Gründe: 

1. Kostenlose und vielseitige Funktionen

DeepSeek bietet seinen KI-Chatbot auf der offiziellen Website kostenlos an – keine Abos, keine versteckten Kosten. Alternativ gibt es auch eine App für Mobile-User (iOS & Android) und den PC. 

Die KI arbeitet in Echtzeit, beantwortet Fragen, erklärt komplexe Themen, analysiert Dokumente und unterstützt bei der Programmierung. Obendrein ist sie fähig, Inhalte zu erstellen – von Artikeln über Gedichte bis hin zu Strukturvorlagen.

Genauso, wie ihr es von ChatGPT kennt.

Doch die KI kann noch mehr: Wenn ihr das Reasoning Model R1 nutzt, seht ihr den Denkprozess, den der Chatbot durchmacht. So könnt ihr das Ergebnis besser verstehen, mehr Informationen erhalten und eure Prompt-Skills verbessern, indem ihr euch klarmacht, auf welche eurer Aussagen der Bot wie reagiert.

Außerdem steht auf Github bereits der Bildgenerator von DeepSeek zur Verfügung, der hoffentlich bald Einzug in die App hält.

2. Open Source statt Black Box

Einer der großen Pluspunkte von DeepSeek ist die Offenheit. Der Code ist komplett quelloffen, was bedeutet, dass Entwickler und Forschende ihn frei einsehen, anpassen und sogar für kommerzielle Zwecke nutzen können.

Falls ihr selbst Interesse habt: Hier geht’s zur Github-Seite.

Im Gegensatz dazu stehen andere Anbieter, deren KI-Modelle in undurchsichtigen Systemen laufen und strenge Nutzungsbedingungen haben. DeepSeek zeigt, dass Open Source nicht automatisch minderwertiger ist: In Tests hat das Modell bewiesen, dass es mit den besten privaten Alternativen mithalten kann.

3. Zwei Modelle, die für Furore sorgen

DeepSeeks zwei hauptsächliche KI-Modelle, namentlich V3 und das Reasoning Model R1, beeindrucken vor allem in Benchmarks zu Mathematik, Programmierung und Wortproblemen. 

Dabei sorgt vor allem eines für Furore: Die gute Leistung im Vergleich zu ChatGPT, die mit vergleichsweise extrem niedrigen Kosten erreicht wurde. Das ist sowohl für die Wirtschaft interessant als auch für Programmierer. Denn die Kosten zur Nutzung der API von DeepSeek sind deutlich geringer als bei ChatGPT. 

Und wir Nutzer? Wir können die KI aus China kostenlos nutzen und werden früher oder später dadurch profitieren, dass DeepSeek den (Preis-)Druck auf Konkurrenten wie ChatGPT, Gemini und Claude erhöht. Vorausgesetzt, der Hype wandelt sich auf Dauer zum permanenten Interesse.

Hier die Details:

  1. DeepSeek V3:
    • Starke Benchmarks: Das Large Language Model (LLM) hat in Benchmarks wie Programmieraufgaben Llama 3.1 und GPT-4o übertrumpft.
    • Kosteneffizientes Training: Das Training von V3 kostete angeblich nur 5,5 Millionen US-Dollar, im Vergleich zu den 80 Millionen von OpenAI.
    • Günstige Tokens: Auch beeindruckend: 1 Million Tokens kosten gerade einmal 55 Cent, während OpenAI für denselben Umfang 15 Dollar verlangt.
  1. DeepSeek R1:
    • Starke Benchmarks: R1 überzeugt durch herausragende Leistungen im Bereich des logischen Denkens und übertrifft andere Modelle in mathematischen Tests wie MATH-500.
    • Reines Verstärkungslernen: Die Fähigkeit von R1, Mathe-, Code- und Denkaufgaben zu bewältigen, wird durch den Einsatz von reinem Verstärkungslernen ermöglicht. Diese Technik erlaubt es dem KI-Modell, eigenständig zu lernen und Entscheidungen basierend auf der Umgebung und Anreizen zu treffen. Ein technischer Meilenstein.
    • Kosteneffizienz: Damit ist es das erste chinesische Open-Source-Modell, das auf Augenhöhe mit den Marktführern operiert und das mit 90 bis 97 Prozent geringeren Kosten.
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Doch Vorsicht: Einige Analysten weisen darauf hin, dass die tatsächliche Zahl des chinesischen Unternehmens nicht bekannt ist, sodass wir nicht mit Sicherheit sagen können, ob diese Behauptungen wahr sind.

Und das ist nicht das einzige Problem mit DeepSeek.

Ein Chatbot mit Schattenseiten?

Wie viele KI-Modelle spiegelt auch DeepSeek die Werte seines Herkunftslandes wider. Der Chatbot hält sich an die Vorgaben der chinesischen Regierung, was bedeutet, dass politische oder sensible Themen wie Tiananmen oder die Autonomie Taiwans nicht beantwortet werden. 

Generell werden Fragen zu Menschenrechtsverletzungen in China nicht beantwortet.

Video starten 44:19 »Künstliche Intelligenz ist die neue Elektrizität« - Wir busten mit einem Experten 5 Mythen zu KI

Diese Zensur gilt allerdings nur für die Online-Version. Wer DeepSeek lokal betreibt, hat uneingeschränkte Kontrolle, wie unsere Kollegen von Xataka berichten.

Was haltet ihr von DeepSeek? Habt ihr es schon selbst ausprobiert? Wie findet ihr es im Vergleich zu ChatGPT und Co.?

Findet ihr das Herkunftsland von DeepSeek problematisch? Schreibt uns eure Meinung dazu gerne in die Kommentare! Bitte haltet die Diskussion dabei sachlich und nehmt Rücksicht auf andere.

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