Ganz gleich, ob ihr am PC gerne Kartenspiele wie Hearthstone oder Magic: The Gathering Arena spielt – was das noch sehr junge deutsche Entwicklerstudio Beyond Worlds gerade mit seinem eigenen Spiel Silberheim versucht, klingt unheimlich interessant.
Erwartet hier kein weiteres Spiel, das mit den oben genannten vergleichbar wäre. Silberheim versucht etwas völlig Anderes und ist dabei auch nur der erste Schritt eines viel größeren Plans. Doch bevor der wirklich Früchte tragen kann, muss Beyond Worlds natürlich mit Silberheim erstmal einen Fuß in die Tür kriegen.
Ob ihnen das gelingt, könnt ihr ab sofort selbst austesten. Das Kartenspiel ist nämlich beim Steam Next Fest dabei und somit eine Demo seit dem 19. Oktober spielbar.
2:00
Keine KI, keine Mikrotansaktionen, nur 10 Euro Kaufpreis: Ein neues deutsches Studio stemmt sich mit einem Fantasy-Kartenspiel gegen alle Konventionen
Anders als andere Kartenspiele
Silberheim wird nicht wie die meisten anderen Kartenspiele kostenlos auf den Markt gebracht. Wenn ihr überhaupt erstmal loslegen wollt, müsst ihr für die Vollversion immerhin 10 Euro bezahlen. Nicht unbedingt viel, und im besten Fall war's das auch schon, was ihr an Geld in das Spiel investiert.
Denn Silberheim verzichtet auf einen der größten Faktoren, wieso Kartenspiele wie Magic oder Hearthstone eigentlich Geld drucken: Boosterpacks. In Silberheim gibt es keine Mikrotransaktionen. Ihr könnt also keinerlei reales Geld für Boosterpacks ausgeben, aus denen dann zufällige Karten purzeln.
Alle Karten oder Decks schaltet ihr lediglich durchs Spielen frei – wobei zumindest klassische Addons geplant sind mit noch mehr Karten. Dafür erhaltet ihr zwar eine Ingame-Währung namens Flux, doch die wird eben ausnahmslos durchs Spielen freigeschaltet.
Beyond Worlds will hier ganz bewusst einen Gegenpol bilden zu moderner Hypermonetarisierung und seine Spieler laut eigener Aussage durch Vertrauen an sich binden, nicht durch FOMO (Fear of missing out, auf Deutsch etwa »die Angst, etwas zu verpassen«). Obendrein soll Silberheim »Play2Win« sein und nicht »Pay2Win«.
Auch in Sachen KI wollen die Entwickler keine Kompromisse eingehen. Alle Karten im fertigen Spiel bekommen handgemalte Illustrationen – wobei in den vergangenen Betas noch KI-Artworks als Platzhalter zu sehen waren. Hier sollte das Team sehr gründlich prüfen, dass ihnen nichts durchrutscht. Passiert ja neuerdings immer wieder.
Wie spielt sich das?
Auch spielerisch ist Silberheim nicht einfach so mit anderen Kartenspielen gleichzusetzen. Der beste Vergleich wäre vielleicht noch Gwent oder das eingestellte Kartenspiel zu Elder Scrolls.
Wichtigste Ressource im Gefecht ist die Kampfmoral, vergleichbar mit Mana in Magic. Moral wird für neue Karten ausgegeben. Zu Beginn eines Zugs füllt sich die Moral wieder komplett auf, allerdings könnt ihr wahlweise weniger oder noch mehr Moral erhalten und dafür mehr oder weniger Karten nachziehen.
Das Feld besteht aus drei Schlachtreihen. Auf der hintersten Reihe stehen eure Produktionsgebäude, also etwa eine Fischerhütte oder ein Fachwerkhaus – jede dieser Karten erhöht die Gesamtmoral, manche generieren aber auch Ressourcen wie Nahrung, die ihr für bestimmte Kartenfähigkeiten benötigt.
Auf der zweiten Schlachtreihe platziert defensive Gebäude und Support-Kreaturen. Das ist die Verteidigungsreihe. Diese Kreaturen können im Normalfall nicht attackiert werden (und selbst nicht angreifen), solange sich in der ersten Schlachtreihe, der Kampfreihe, noch Kreaturen befinden. Außerdem helfen einige Gebäude in der Verteidigungsreihe dabei, die anfangs noch zahlenmäßig begrenzte Kampfreihe zu vergrößern. Also etwa durch eine Stadtmauer oder sowas.
Abschließend besitzt jeder Spieler noch eine eigene Festung, die für den Sieg zerstört werden muss (also die des Gegners natürlich) und die eigene Fähigkeiten mitbringt, sowie einen Helden, der später selbst ins Gefecht eingreifen kann.
Soviel zu den groben Grundlagen. Silberheim ist ein im Vergleich zu anderen Kartenspielen eher behäbiges Spiel. Mal eben eine schnelle Runde ist eher ungewöhnlich – mit Absicht. Die Partien sollen sich insgesamt strategischer spielen als bei der Konkurrenz, wo es oft auch mehr um gutes Deckbuilding als um taktische Entscheidungen im Moment geht.
Irgendwie auch ein Rollenspiel
Die finale Besonderheit von Silberheim ist der Weltenbau. Falls ihr von Magic genervt seid, weil dort mittlerweile keinerlei Kohärenz innerhalb des Universums herrscht, könnte euch der Ansatz von Silberheim gefallen. Das Team will hier eine lebendige Welt erschaffen, die sie auch bereits mit Romanen vertieft haben.
Obendrein soll das Spiel die Welt dauerhaft verändern. Erfolgreiche Spieler können womöglich spürbaren Einfluss auf die Entwicklung nehmen, beliebte Fraktionen legen an Stärke zu. Auch eure Karten sollen sich stetig entwickeln. Das ist absichtlich undurchsichtig gehalten, damit vermutlich keine »Builds« entstehen, die vorschreiben, wie ihr exakt spielen müsst, damit eure Karte die gewünschte Form annimmt. Beyond World will, dass ihr durch eure Spielweise eure Karten auf eure Art weiterentwickelt.
Ein reichlich ambitioniertes Konzept, das natürlich auch davon lebt, dass viele Leute daran teilnehmen und sich für die Spielwelt begeistern.
Silberheim erscheint am 30. Oktober 2026. Falls ihr euch dieses reichlich experimentelle Kartenspiel mal ansehen wollt, dann ist wie erwähnt jetzt die Demo spielbar. Teilnehmer erhalten die Möglichkeit, für das fertige Spiel dann eine besondere Promokarte freizuschalten, wenn sie eine kleine Ingame-Herausforderung lösen.
Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.
Dein Kommentar wurde nicht gespeichert. Dies kann folgende Ursachen haben:
1. Der Kommentar ist länger als 4000 Zeichen.
2. Du hast versucht, einen Kommentar innerhalb der 10-Sekunden-Schreibsperre zu senden.
3. Dein Kommentar wurde als Spam identifiziert. Bitte beachte unsere Richtlinien zum Erstellen von Kommentaren.
4. Du verfügst nicht über die nötigen Schreibrechte bzw. wurdest gebannt.
Bei Fragen oder Problemen nutze bitte das Kontakt-Formular.
Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.
Nur angemeldete Plus-Mitglieder können Plus-Inhalte kommentieren und bewerten.