4. Beteiligung von Influencern an Spiele-Erlösen
Worum geht es?
Über sein »Support a Creator«-Programm will Epic ermöglichen, dass Entwickler ihr Spiel direkt an Influencer schicken können, die dann Videos und Livestreams produzieren. Diese Influencer sollen dann an den Verkaufserlösen der Spiele im Epic Store beteiligt werden.
Was ist dran?
Das Support-a-Creator-Programm ergibt Sinn. Für Epic, das Influencer als wichtiges Marketing-Instrument erkannt hat. Für Entwickler, die so auch ohne zwischengeschaltete Werbeagentur Zugang zu Influencern und damit zu einer (vornehmlich) jüngeren Zielgruppe bekommen, die sich anderweitig gar nicht mehr informiert.
Und für Influencer, die sich in Zeiten sinkender Werbeeinnahmen mit der Verkaufsbeteiligung ein weiteres Standbein schaffen können. Für die Spieler ist Support-A-Creator allerdings ein zweischneidiges Schwert, denn wie fair und ehrlich wird ein Influencer ein Spiel - und seine eventuellen Schwächen - vorstellen, wenn er keine festgeschriebene Gage bekommt, sondern direkt von den Verkäufen profitiert?
Was sagt Epic?
Epic hat bereits offiziell bestätigt, dass das bislang nur für Fortnite verfügbare »Support a Creator«-Programm auf alle Epic-Store-Spiele ausgerollt werden soll. Ein genaues Datum dafür gibt es noch nicht.
5. Unübersichtliche und unkomfortable Shop-Seite
Worum geht es?
Aktuell ist die Shop-Seite des Epic Games Store nicht besonders übersichtlich. Viele hilfreiche Such- und Sortierfunktionen fehlen, was die Bedienung erschwert und unnötig Zeit kostet. Außerdem fehlt bis dato ein Warenkorb, sodass jedes Spiel einzeln gekauft und abgerechnet werden muss.
Was ist dran?
Im direkten Vergleich mit Steam zieht der Epic Games Store tatsächlich den Kürzeren. Auf Steam könnt ihr nach Genre, Release-Datum, Angeboten, Neuerscheinungen und mehr sortieren. Außerdem werden euch die aktuell beliebtesten und meistverkauften Spiele angezeigt.
Im Epic Store gibt es dagegen keinerlei Sortierfunktionen. Die Spiele sind hier zwar in optisch ansprechenden, aber wenig übersichtlichen Kacheln angeordnet. Wer wissen möchte, was der Shop alles zu bieten hat, muss ganz nach unten scrollen.
Immerhin: Im März 2019 hat Epic eine Suchleiste hinzugefügt, mit der ihr nach Spielen suchen könnt. Im Zuge des ersten Epic Store Sales kam es zudem zu versehentlichen Sperrungen, weil User mangels Warenkorb innerhalb kurzer Zeit mehrere Einzelkäufe tätigten und deshalb offenbar fälschlich vom Store-System als Fraud identifiziert wurden.
Was sagt Epic?
Epic hat für Juni bereits ein Redesign für die Shop-Seite geplant. Dadurch sollen mehr Produktdetails auftauchen und Entwickler ihre Spiele besser präsentieren können. Außerdem werden Spiele mit vielen DLCs und Addons übersichtlicher dargestellt.
Das gilt auch für den Entwicklungsstatus: Aktuell erkennt man erst auf den zweiten Blick, ob ein Spiel bereits fertig oder noch im Early Access ist. Und ja: Auch Genres und Tags werden eingeführt.
6. Keine User-Wertungen oder andere Feedback-Möglichkeiten
Worum geht es?
Im Epic Games Store lassen sich aktuell keine Nutzer-Reviews für Spiele verfassen. Anders als beispielsweise auf Steam könnt ihr auf den Epic-Produktseiten also weder eure Liebe für ein fantastisches Spiel noch eure Kritik für ein schlechtes Spiel loswerden.
Was ist dran?
User-Bewertungen haben ihre guten und schlechten Seiten. Einerseits können Spieler ihre freie Meinung zu einem Spiel kundtun und so lohnt sich vor jedem Kauf ein Blick in die Reviews, damit ihr wisst, wofür ihr euer Geld ausgebt.
Andererseits werden gerade auf Steam die Reviews auch immer wieder für Shitstorms verwendet, das sind dann die sogenannten Review-Bombings und die verzerren dann wiederum die an sich nützlichen Infos der User-Wertungen.
Wichtig anzumerken ist allerdings, dass auch einige andere Stores keine Nutzerrezensionen bieten. Bei Origin von EA und Uplay von Ubisoft lassen sich zum Beispiel auch keine Spiele bewerten. Bei anderen Online-Shop-Seiten wie GOG oder eben Steam sind die Review-Sektionen dagegen nicht mehr wegzudenken.
Was sagt Epic?
Ein Review-System für den Epic Store ist bereits in Arbeit. Epic Chef Tim Sweeney höchstpersönlich hat in einem Tweet erklärt, dass man nach dem Vorbild des alten Unreal Engine Marktplatzes ermöglichen will, Nutzer-Bewertungen einzuholen.
Allerdings hat die Sache einen Haken: Die Entwickler sollen jeweils selbst entscheiden können, ob unter ihrem Spiel Kritiken von Usern auftauchen dürfen oder nicht. Damit will Epic mögliche Review-Bombings vermeiden. Wann genau das geplante Review-System allerdings online geht, steht noch nicht sicher fest. User-Reviews gehören aber zu den Features, die der Epic Store innerhalb von einem halben Jahr erhalten soll, sprich auf jeden Fall noch 2019.
7. Sicherheitslücken und Gerüchte um Datenweitergabe nach China
Worum geht es?
Epic Games werden mehrere Sicherheitslücken beim Epic Store und sogar eine Datenweitergabe an den chinesischen Anteilseigner Tencent vorgeworfen.
Was ist dran?
Einige Sicherheitslücken sind Fakt. Am schwersten wiegt sicherlich die derzeit noch fehlende Email-Verifizierung bei der User-Registrierung. Das kann im schlimmsten Fall bedeuten, dass mit eurer Mail-Adresse Fake Accounts im Epic Store angelegt werden. Erst nach Erstellung eines User-Accounts könnt ihr in den Kontoeinstellungen Verifizierungsverfahren festlegen, darunter auch eine Zwei-Faktor-Authentifizierung.
Außerdem fanden Reddit User heraus, dass der Epic Launcher ohne Zustimmung des Users Daten sammelt, unter anderem mit Keys und Cookies des Browsers. Besonders pikant ist, dass der Epic Launcher auch Steam-Daten ausliest.
Eine Weitergabe von sensiblen Daten an Tencent oder andere Unternehmen konnte Epic bis dato aber nicht nachgewiesen werden.
Was sagt Epic?
Epic veröffentlichte auf Reddit ein offizielles Statement, welche Daten ausgelesen und wofür diese verwendet werden. So sei unter anderem ein Scannen der laufenden Prozesse erforderlich, um ein Update von laufenden Spielen zu verhindern. Unterstützung erhielt Epic interessanterweise von einem ehemaligen Valve-Mitarbeiter, der behauptete, dass Steam ebenfalls Unmengen an Daten sammeln würde.
Link zum Twitter-Inhalt
Epic-Chef Tim Sweeney bestritt zudem in mehreren Tweets vehement, dass Daten an Tencent weitergegeben würden.
Zur fehlenden Email-Verifizierung bei der Account-Erstellung gibt es bis dato hingegen lediglich einvages Statement, dass man diese »in der nahen Zukunft« nachliefern werde. Wann genau das sein wird, scheint allerdings noch in den Sternen zu stehen, in der offiziellen Update-Roadmap wird dieser Punkt jedenfalls nicht mal aufgeführt.
6:41
Epic Store vs. Steam - Warum Exklusiv-Spiele diese Schlacht nicht gewinnen werden