Oboo Vroose Baa Doo! Oder: Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag! Das geht an alle unsere Leserinnen und Leser, die zufällig jetzt auch Geburtstag haben. Ganz viel Gesundheit und Erfolg euch! Aber vorrangig haben wir uns hier versammelt, um das 25. Jubiläum von Die Sims zu feiern!
Partyhütchen aufgesetzt? Sehr gut, denn nun tauchen wir ab in die schönsten Erinnerungen und die lustigsten Schandtaten unserer GameStar-Redaktion. Außerdem haben Iris, Annika, Magdalena und Natalie auch im Talk über die schönen und weniger schönen Seiten von Die Sims gesprochen. Im Video erfahrt ihr, warum wir Die Sims lieben, EA und die Zukunftspläne für die Lebenssimulation aber gleichzeitig stark kritisieren:
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25 Jahre Die Sims: Danke für Nichts, EA!
Liebe auf den zweiten Blick
Natalie Schermann: Die Sims 1 und 2 sind bis heute mit Abstand die Spiele, in die ich am meisten Lebenszeit gesteckt habe. Dabei fand ich Die Sims am Anfang gar nicht so cool. Plötzlich tuschelten auf dem Schulhof alle über dieses neue Spiel, in dem man auf Toilette geht, Geschirr abspült, kleine Menschen auf die Arbeit schickt – und sogar Techtelmechtel hat! »Skandalös!«, dachte sich mein 6-jähriges Ich. »Aber warum sollte ich Geschirr jetzt auch noch in einem Videospiel abspülen, wenn ich das auch so schon nicht gerne mache?!«
Es hat also ein paar Anläufe und Spiele-Sessions mit der Nachbarin und der Cousine gebraucht, bis der Funke auch bei mir übergesprungen ist. Dann fing der Abstieg in die Sims-Spirale aber so richtig an. Zunächst ganz harmlos mit gelöschten Pool-Leitern und eingemauerten Sims. Später immer wilder mit unkontrollierbaren Wunderlampen-Genies, Zauberei, Nachbarschafts-Intrigen und dem Ziel, das größte Spukhaus der Welt zu erschaffen. Und ja, dafür habe ich Familien erstellt, deren einziger Zweck es war, möglichst unterhaltsam das Zeitliche zu segnen.
Wie oft kam ich als Kind in die Situation, dass gerade auf dem Bildschirm meine Sims in Räumen ohne Notausgang (wie ist das denn passiert?) lichterloh in Flammen aufgingen, während meine Mama mein Zimmer betrat. Aber hey, mein Papa hat mir mit 5 auch zum ersten Mal Doom, Serious Sam und Hexen 2 gezeigt. Kindgerechte Medien haben wir damals also etwas großzügiger interpretiert ...
Der Sims-fressende Fahrstuhl
Mary Marx: Ich wünschte, ich hätte noch meinen Spielstand, um euch zu beweisen, dass die folgende Geschichte genau so passiert ist.
Im Sims-3-Erweiterungspack Late Night konnte man zum allerersten Mal ein Penthouse, also eine Wohnung im obersten Stock eines Hochhauses, beziehen. Diese Wohnung erreichte man durch einen Fahrstuhl, der das Erdgeschoss mit der Wohnung verband. Soweit so gut.
Als ich zum ersten Mal mit meinem Influencer-Sim so ein Penthouse bezog, schien noch alles normal zu sein. Der Fahrstuhl fuhr brav hoch und runter. Dass es manchmal etwas länger dauerte, schob ich damals auf meinen etwas in die Jahre gekommenen Rechner.
Dass es sich aber nicht nur um ein Performance-Problem, sondern um einen Bug handeln sollte, bemerkte ich erst, als mein zu mir eingeladenes Date den Fahrstuhl zwar betrat, aber niemals oben ankam. Es verschwand einfach zwischen dem Erdgeschoss und meiner Wohnung und ward nie wieder gesehen.
Wirklich gruselig wurde es aber, als die Fahrstuhlfahrten zum reinen Glücksspiel wurden. Manchmal fraß er eine Reinigungskraft, manchmal tauchten sie nach einiger Zeit wieder auf und manchmal passierte gar nichts. Irgendwann brach auch einer meiner Fans in meine Bude ein, pinkelte auf den Teppich, stieg in den Fahrstuhl und kam niemals wieder unten an. Nur mein Sim war nie davon betroffen.
Ich rede mir heute noch ein, dass irgendein dämonischer Schutzgeist Besitz von dem Ding ergriffen hat.
Wie ich fast meine Grenzen sprengte
Dimitry Halley: Ich war als Knirps ein furchtbarer Heimpupser. Klassisches Einzelkind, Geschenke muss ich nicht teilen, gegessen wird nur bei Mama – und Himmelherrgott, ich würde niemals woanders übernachten als in meinem eigenen warmen Bettchen mit meinem Knuffeltuch. Während der mehrtägigen Kommunionsfreizeit musste meine Mutter mich sogar jede Nacht abholen kommen, weil ich sonst die Jugendherberge zusammengeschrien hätte. Ich war ein absolutes Klischee.
Und dann erzählt mir eine Freundin plötzlich von diesem neuen Spiel, das sie daheim hat. Ich bin kaum 10 Jahre alt, aber natürlich ausgebuffter Experte mit Game Boy, Super Nintendo und den ersten PC-Erfahrungen samt Demo-CDs von GameStar und Co. Doch was die Freundin da erzählt, kann einfach nicht stimmen.
Ein Spiel, in dem ich das echte Leben nachspiele? Häuser baue, Familien gründe, mir einen Job suche, spielbares Vater-Mutter-Kind, zu dem mich sonst immer meine Cousine zwingt? Das klingt … okay, das klingt furchtbar lahm, aber ich will’s trotzdem sehen und besuche die Freundin.
Der Rest ist Geschichte. Meine Eltern mussten mich förmlich vom fremden PC wegreißen. Die Sims 1 übte ab der ersten Sekunde so einen Sog auf mich aus, ich kann ihn bis heute nicht ganz erklären. Dieser unfassbar einnehmende Gameplay-Loop aus Geldscheffeln, Hausbau, Harndrang und Techtelmecheln – kombiniert mit der unvergesslich guten Musik, der positiven Atmosphäre, all der möglichen Kreativität.
Die Sims 1 hat mich sogar so begeistert, dass ich mir ein Herz gefasst und bei der Freundin übernachtet habe, weil ich einfach nicht nach Hause wollte. Gut …, ich hab’s dann in letzter Sekunde doch nicht durchgezogen, weil Heimpupser, nicht meine rühmlichste Stunde, aber: In den Monaten danach legte ich mir alles zu, was es zu Die Sims 1 gab.
Das erste Addon, das zweite Addon, sogar das Lösungsbuch zu Hot Date, das mich schon Jahre vor der Pubertät alles über Romantik gelehrt hat. Seit dieser einen verhängnisvollen Fast-Übernachtung begleitet mich Die Sims durch mein Leben. Als kleiner Knirps habe ich Teil 1 verschlungen, als Teenager Teil 2 und 3 mit der ersten Freundin zusammen gespielt – und 25 Jahre später begleite ich Die Sims 4 immer noch, nur halt jetzt beruflich.
Date the Rich
Tim Schweizer: Als ich meine ersten Stunden in Sims 3 verbrachte, war mir damals eins klar. Ich brauche keine Cheats, um schnell reich zu werden! Also habe ich meinen charmanten Sim erstmal eine Vielzahl von Büchern schreiben lassen. Dabei war es besonders wichtig, dass die Bücher alle Parodien von Büchern aus unserer Welt waren oder Titel bekamen, die sich wirklich kein Mensch kaufen, geschweige denn lesen würde.
So. Ein bisschen Geld kommt schonmal rein. Jetzt begann das Leben meines Sims, erstmal richtig spannend zu werden. Los geht das Hausieren! Nachdem ich mein klares Ziel gefunden habe, war es klar. Das einsame Herrenhaus in Sunset Valley ist genau der Ort, an dem ich meine Bücher weiter schreiben werde.
Leider wohnte dort Thornton Wolff und seine Frau Morgana. Na ja … Thornton war wohl nicht der Traummann, den sich Morgana wünschte, denn nach kurzer Flirterei hing seine Frau nicht mehr sonderlich an ihrem Ehering und fand Gefallen an meinen unfassbaren Schreibskills. Wer könnte zum Bestsellerautoren hinter »Die Pute von Panemiermehl« schon nein sagen?
Die Hochzeit ließ nicht lange auf sich warten und Thornton konnte schauen, wo er bleibt und Morgana bekam ihren großen Wunsch des Nachwuchses erfüllt. (Passt auf, wen ihr in euer Haus lasst, Kinder!)
Mein eigenes Dramedy-Universum
Marie-Lena Höftmann: In den 2000ern und 2010ern habe ich viele meiner Abende vor dem Fernseher verbracht, auf dem Dramedy-Serien wie Grey’s Anatomy und Desperate Housewives liefen. Wie passend, dass ich mir da die Inspiration holen konnte, die ich brauchte, um in Die Sims 3 richtig freizudrehen. Denn das Besondere an diesem Teil war die offene Welt und die Freiheit beim Erstellen der Sims. Das habe ich liebend gerne als Herausforderung angesehen und so hunderte Stunden reingebuttert.
Das hieß: Alle vorgefertigten Familien aus der Nachbarschaft kicken, Häuser abreißen und selbst ans Reißbrett. So habe ich ganze Straßen neu aufgebaut, eigene Familien nach dem Vorbild der Primetime-Serien einziehen lassen und jede Menge Desaster und Intrigen angezettelt. Eine Affäre mit dem Arbeitskollegen hier, ein plötzlicher Todesfall durch Pool da und hin und wieder habe ich mit den berühmten Cheats nachgeholfen, um jemanden in den finanziellen Ruin zu treiben. Ja, ich habe meinen Sims teilweise das Geld weggecheatet. Alles für das Drama.
Der vorgehaltene Spiegel
Peter Bathge: Entfernte Swimming-Pool-Leitern sind so 2000er, deshalb will ich euch gar nicht mit derart trivialen Sims-Erinnerungen belästigen, die haben wir schließlich alle. Ich muss zum 25. Jubiläum der Serie stattdessen an meinen Test von Die Sims 4 denken. Damals war ich noch bei PC Games beschäftigt - und eine der wenigen Personen, die Lust auf ein neues Sims hatten. Meine Co-Pilotin war die damalige Praktikantin Victoria Niklaus – und sie hat mir einen ganz schönen Schreck eingejagt.
Als kleinen Gag baute sie nämlich im Editor uns beide als Sims nach. Das ging ganz hervorragend, denn trotz all der fehlenden Features von Die Sims 4 zum Release war doch zumindest die Charaktererstellung extrem umfangreich gestaltet. Als ich das Ergebnis zu sehen bekam, schoss mir jedoch die Schamesröte ins Gesicht: Victoria hatte meinen damaligen Schwabbelbauch etwas übertrieben groß in 3D modelliert. Es fehlte nicht viel und ich hätte wie Homer Simpson darauf im Sitzen eine Bierdose abstellen können. Am Ende haben wir die Bilder der Sims dann trotzdem im Meinungskasten verwendet. Aber nur von der Brust an aufwärts – manchmal bildet EAs Lebenssimulation die Realität eben einfach zu genau ab.
Laue Sommernächte, Energydrinks und EAV
Iris Böhm: Wenn ich an Die Sims denke, fällt mir sofort meine Freundin Sandra ein. Und die warmen Sommernächte, in denen wir bei mir in der Wohnung gesessen sind und erst mal gefühlt eine halbe Stunde gewartet haben, bis das Spiel startet. Bei Sandra ging das deutlich schneller, denn sie hatte den super tollen Arbeitslaptop ihres Vaters und ich, tja, den popeligen PC, den wir versucht haben, aufzurüsten, sodass ich auch dieses tolle Spiel zocken konnte.
Das lange Warten war für uns aber okay, denn erstens kannten wir es ja nicht anders und zweitens hatten wir ja die GANZE NACHT vor uns. Denn es waren Sommerferien und in denen war die Sims-Nacht einfach Pflicht. Vorausgesetzt, ich hatte sturmfrei, denn der PC gehörte natürlich meiner Mutter und stand praktischerweise auch im Wohnzimmer. Aber da sie gerade frisch verliebt war, war sie zum Glück die meiste Zeit eh nicht daheim und mein Bruder konnte auch irgendwie vergrault werden in den meisten Fällen.
So saßen wir also da und haben unseren Alter-Egos Iris Cassin und Sandra Akarat den Weg zu Ruhm und Reichtum bereitet. Wenn die erste Müdigkeit so gegen Mitternacht dann doch kam, knallten wir uns einen Energy-Drink nach dem anderen rein. Wenn der dann seine Wirkung zeigte, wurde auch gerne die Austro-Pop-Band EAV aufgedreht. Die Lieder haben wir in unserem Zucker-Wahn dann gerne umgedichtet. So wurde aus dem Lied »Blöd« (Ich bin so blöd blöd blöd, bababadam) aus irgendeinem Grund »Ich bin so grün grün grün, bababadam«. Wir bauten unsere Traum-Villen, wobei Sandra einen ganz besonders coolen Stil hatte (weiße Fliesen, ich sag's euch, die machen den Unterschied), den ich gerne kopierte. Und ganz wichtig: überall Pflanzen! Manchmal mehr Pflanzen als Möbel!
Die Zeit vergeht am schnellsten, wenn man Spaß hat. Und den hatten wir. Irgendwann gegen 7 Uhr morgens, fielen wir dann meistens doch auf die Couch und schliefen Arm in Arm ein. Danke Sims und danke Sandra für diese tolle Erinnerung
Und jetzt seid ihr dran: Teilt eure schönsten Geschichten mit uns in den Kommentaren und erzählt uns doch gerne, welches Sims euer erstes war und wie ihr zu der Reihe gekommen seid! Im obigen Kasten findet ihr übrigens einen Anspiel-Eindruck von Natalie zu den Re-Releases von Die Sims und Die Sims 2, einen spannenden Talk zu Sims-Konkurrent Inzoi und eine Preview zu einem weiteren Sims-Konkurrenten Paralives.

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