Mit einem guten E-Ink-Bildschirm zu lesen kommt der Erfahrung vom Lesen auf echtem Papier schon sehr nah. Die Displays sind besonders augenschonend, erfordern keine Hintergrundbeleuchtung und der Text sieht oft aus wie aufgedruckt.
Mindestens eine Sache unterscheidet sie jedoch von echten Büchern: Sie stellen immer nur eine Seite gleichzeitig dar. Das will Martijn den Hoed aus den Niederlanden ändern. Der Tüftler entwickelt derzeit den »Diptyx E-Reader« – eine Alternative zu Kindle, Tolino, Kobo und Co. mit doppelseitiger Darstellung.
Die Idee hinter dem Diptyx E-Reader
Nachdem sein alter E-Reader von Kobo wegen eines Displayschaden das zeitliche segnete, wollte Martin den Hoed sich nicht mit den Geräten zufrieden geben, die es bereits auf den Markt gibt. Sie haben zwei Probleme, mit denen er sich nicht mehr herumschlagen wollte:
- Sie stellen immer nur eine Seite dar.
- Sie sind ohne Hülle anfällig für Displayschäden.
Seine Lösung: Es muss ein E-Reader entwickelt werden, der zwei Bildschirme hat und wie ein Buch zusammengeklappt wird.
Weil so ein Gerät schlichtweg noch nicht existiert, hat er sich selbst ans Werk gemacht.
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Open-Source und einfach in der Bedienung: was der Diptyx E-Reader kann
Das Herzstück des Diptyx ist zweifellos sein Dual-Screen-Design. Statt auf ein einzelnes Panel zu setzen, verbaut Martijn den Hoed zwei 5,83 Zoll große E-Ink-Displays, die zusammengeklappt wie ein echtes Buch wirken.
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Das hat nicht nur einen ästhetischen Hintergrundgedanken: die empfindlichen Bildschirme schützen sich im geschlossenen Zustand gegenseitig, was eine zusätzliche Schutzhülle überflüssig macht. Mit zwei 1500-mAh-Akkus und einem effizienten Prozessor verspricht der Tüftler eine Laufzeit von mehreren Wochen.
Die wichtigsten technischen Daten im Überblick:
- Displays: 2 × 5,83 Zoll E-Ink (648 × 480 Pixel, Schwarzweiß)
- Prozessor: ESP32-S3-N16R8
- Speicher: 2 GB SD-Karte (vom Nutzer austauschbar)
- Anschluss: USB Typ-C (Laden und Datentransfer)
- Akku: 2 x 1.500 mAh
- Gewicht: 300 Gramm
- Maße: 120 × 150 × 14 mm (geschlossen)
Auf der Außenseite sind die Rückseiten der Platinen sichtbar. Sie sind mit zwei Illustrationen versehen. (Bildquelle: Martijn den Hoed/Crowdsupply)
»Besitze dein Gerät, besitze deine Bücher«
Ein Punkt, der viele Kindle-Nutzer nervt, ist die Bindung an ein geschlossenes Ökosystem. Der Diptyx geht den entgegengesetzten Weg: Er verzichtet komplett auf DRM, Cloud-Zwang oder Account-Pflicht. Ihr ladet eure E-Books einfach als EPUB-Dateien per USB-C auf das Gerät.
Da das Projekt vollständig Open Source ist, hört der Nutzen beim Lesen nicht auf. Wer basteln möchte, kann den Quellcode modifizieren, um beispielsweise RSS-Feeds via WLAN zu empfangen oder sogar eine Bluetooth-Tastatur anzuschließen, um den Diptyx als mobiles Schreibsystem zu nutzen.
Optisch geht der Diptyx ebenfalls eigene Wege. Die Platinen sind nicht unter Plastik versteckt, sondern bilden einen Teil des Gehäuses und sind mit Illustrationen verziert. Laut den Hoed müsst ihr euch um die Haltbarkeit keine Sorgen machen: Die äußeren Schichten enthalten keine aktiven Schaltkreise; selbst tiefere Kratzer beeinträchtigen die Funktion also nicht.
Zudem ist das Gerät so konstruiert, dass ihr es im Falle eines Defekts leicht selbst reparieren könnt.
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Die Community-Reaktion ist bisher positiv
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Martijn den Hoed hat das Projekt über eine Crowdfunding-Kampagne finanziert. Das Ziel von 27.000 US-Dollar wurde mit aktuell 86.610 US-Dollar weit übertroffen.
In der E-Reader-Community auf Reddit tauscht sich der Tüftler mit Interessierten aus, die sich entweder auf das Gerät freuen oder bestimmte Wünsche äußern.
Der Diptyx E-Reader kann aktuell über Crowdsupply für 249 US-Dollar zuzüglich Versandkosten vorbestellt werden. Die Auslieferung soll am 30. September 2026 stattfinden.
Wie findet ihr die Idee hinter diesem Projekt? Würdet ihr euch einen E-Reader wie diesen kaufen? Schreibt es uns gerne in die Kommentare!
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