Drei neue Android-Features sind so gut, dass Apple sie zwingend auf der WWDC fürs iPhone zeigen muss

Google hat vorgelegt. In der nächsten Woche muss Apple mindestens nachziehen.

Ich bin nicht immer der größte Freund von KI. Aber die Agenten-Funktion von Gemini auf dem Smartphone hat durchaus sein Potenzial. (Bild: Patrick S. GameStar Tech, Google) Ich bin nicht immer der größte Freund von KI. Aber die Agenten-Funktion von Gemini auf dem Smartphone hat durchaus sein Potenzial. (Bild: Patrick S. GameStar Tech, Google)

Auf der Google I/O hat der Suchmaschinenriese brisante Neuerungen präsentiert, die nicht jedem gefallen. So wird sich die Google-Suche, wie wir sie kennen, fundamental ändern.

Für Smartphones hat das Unternehmen auf seiner Android-Show dagegen einige praktische Features präsentiert, die ich mir in ähnlicher Form auf der WWDC für das iPhone erhoffe.

Patrick Schneider
Patrick Schneider

Unser Autor ist eigentlich kein iPhone-Nutzer mehr, hat dennoch große Erwartungen an Apple und der diesjährigen WWDC. In seinen Augen ist Android das smartere Betriebssystem. Neben neuen Apple-Intelligence-Funktionen erwartet Patrick aber hauptsächlich eines: Fehlerbehebungen.

1. Siri Intelligence

In den USA führt Gemini neuerdings mehrstufige Aufgaben über mehrere Apps hinweg aus. Die KI kann beispielsweise einen Fitnesskurs buchen oder eine Lebensmittellieferung aufgeben, wie das Unternehmen selbst mitteilt.

Gemini Intelligence soll komplexe Aufgaben übernehmen und etwa auf Expedia nach einer Tour suchen. Ob das wirklich so funktioniert, steht auf einem anderen Blatt geschrieben. (Bild: Google) Gemini Intelligence soll komplexe Aufgaben übernehmen und etwa auf Expedia nach einer Tour suchen. Ob das wirklich so funktioniert, steht auf einem anderen Blatt geschrieben. (Bild: Google)

Gemini kann zudem visuellen Kontext, etwa Screenshots oder Fotos, direkt in Aktionen umwandeln. Ein Beispiel: Eine Einkaufsliste wird in der Notiz-App erstellt und der Agent erstellt daraufhin einen Warenkorb für die Lieferung.

Ich finde die gewählten Beispiele auch nicht überzeugend, aber die Idee dahinter.

Ich erhalte etwa eine WhatsApp-Nachricht mit einem Vorschlag für ein Treffen oder Abendessen. Die KI erkennt das Datum, die Uhrzeit und das Restaurant. Nach meiner Freigabe erstellt die KI einen Kalendereintrag und eine Erinnerung und schlägt eine entsprechende Route vor.

Ende 2024 sollte Siri bereits persönlicher werden und euch beispielsweise darüber informieren, wann der Flieger landet. (Bild: Apple) Ende 2024 sollte Siri bereits persönlicher werden und euch beispielsweise darüber informieren, wann der Flieger landet. (Bild: Apple)

Apple hatte Ähnliches schon für 2024 geplant und hätte damit gegenüber Google einen entscheidenden Vorteil gehabt. Der iPhone-Hersteller positioniert sich erwartungsgemäß mit einer Privacy-First-Strategie.

Das »Screen Reading« und die Personalisierung sollen hauptsächlich auf dem Gerät selbst und nicht in der Cloud wie bei Google stattfinden.

Die entscheidende Frage bleibt, ob sich Apple Intelligence als System mit API-Zugang für Drittanbieter versteht. Ohne breite Entwickler-APIs bleibt die Cross-App-Automation auf die hauseigenen Apps wie Notizen, Kalender und Co. beschränkt.

Möglicherweise verfolgt Apple auch eine zweigleisige Strategie und überlässt den Nutzern die Entscheidung, auf andere KI-Modelle zu wechseln.

Apple hat definitiv die bessere Ausgangslage für datenschutzkonforme On-Device-KI. Was das Unternehmen schließlich daraus macht, erfahren wir hoffentlich bald.

2. Multitasking durch Bubbles

Das iPhone Ultra steht offenbar in den Startlöchern – und damit wohl auch eine größere Anpassung der iOS-Benutzeroberfläche. Ein Teil davon sollte die Anpassung von Googles Bubbles sein.

Was das ist? App Bubbles in Android 17 ermöglichen es, beliebige Apps als schwebende Fenster auf dem Bildschirm zu platzieren und frei zu verschieben. Der Ansatz ähnelt im Grunde dem bisherigen Chatblasen-System bei Messengern.

Diese Funktion kommt wohl erst bei Foldables wie dem Pixel 10 Pro Fold richtig zur Geltung. (BIld: Google) Diese Funktion kommt wohl erst bei Foldables wie dem Pixel 10 Pro Fold richtig zur Geltung. (BIld: Google)

Durch Antippen des jeweiligen App-Bubbles wechselt man schnell zwischen den Apps. Auf Foldables ergibt dieser Ansatz am meisten Sinn, etwa auch auf einem möglichen iPhone Ultra.

Apple-typisch wird sich das Unternehmen für sein Falt-Smartphone noch etwas in puncto Multitasking ausdenken. Apple Insider berichtet etwa über Side-by-Side-Apps. Gut möglich, dass wir derartige iOS-Anpassungen allerdings nicht auf der WWDC als Vorahnung gezeigt bekommen.

3. Rambler ist genial

Rambler wird definitiv die Art und Weise verändern, wie ich Nachrichten versende. Nothing hat bereits gezeigt, wie es geht:

Video starten 1:10 Essential Voice: Nothing stellt neue KI-Sprachfunktion vor

Ich quassle in der GBoard-App einfach drauflos und achte dabei nicht auf Ähs, Uhs oder sonstige Versprecher. Auch korrigiere ich mich mitten im Satz.

Anschließend spuckt die Funktion keinen Kauderwelsch aus, sondern tatsächlich einen Absatz, den ich genauso auch abtippen würde.

Der Haken: Es dauert. Tatsächlich braucht die Funktion einiges an Zeit, um meine Worte in Form zu bringen. In dieser Zeit könnte ich kleinere Sätze problemlos schneller abtippen.

Google zieht nach und führt mit Rambler eine solche Funktion für GBoard ein. Apple sollte ebenfalls eine derart praktische Funktion für iOS 27 bereitstellen.

Im Alltag hat man oft genug die Hände voll oder schlicht keine Lust, einen langen Absatz an Freunde und Familie zu tippen. Sprachnachrichten sind mir zu langatmig und werden meistens unnötig in die Länge gezogen. Meiner Meinung nach sollte eine Rambler-Funktion auf jedem Gerät existieren.

Die WWDC beginnt am 8. Juni um 19:00 Uhr deutscher Zeit. Die Keynote findet wie gewohnt am Apple-Campus in Cupertino statt. Ohne Frage wird es eine der spannendsten Entwicklerkonferenzen von Apple. Nach dem Fiasko mit Siri im Jahr 2024 hat man 2025 kaum etwas von Apples Sprachassistenz gehört.

Mein Tipp gebe ich heute schon ab: Apple wird sich nächste Woche noch in einen KI-Spalt zwängen, um in diesem Bereich wieder relevant zu sein.

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