Die Google-Suche mutiert zu einem absoluten Tier, doch ich weiß nicht, ob ich es streicheln will

Die KI-Übersicht war nur der Anfang.

So sehr hat sich die Suche wohl noch nie verändert. (Bildquelle: Googel Blog) So sehr hat sich die Suche wohl noch nie verändert. (Bildquelle: Googel Blog)

Die Google I/O ist, wenn ich das hier schreibe, ungefähr zwei Minuten her und während der Präsentation hat die neue Google-Suche mitunter den größten Eindruck hinterlassen.

Die Google-Suchmaschine wird nach der KI-Übersicht um einige Features erweitert. Unter anderem sollen wir interaktive Elemente erstellen, deutlich ausführlichere Fragen stellen und einen webseitenübergreifenden Warenkorb verwalten können.

Alles in allem sieht es so aus, als würde die Suche mächtiger werden denn je und gleichzeitig immer mehr werden wie der Chatbot Gemini selbst.

Dabei ist die KI-Übersicht schon aufdringlich.

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Die Neuheiten im Schnelldurchlauf:

Kurz zusammengefasst, was laut Googles offiziellem Blog auf euch zukommt:

  • Neues KI-Suchfeld: Es expandiert dynamisch, versteht Text, Bilder, Dateien, Videos und Chrome-Tabs als Eingabe (ja, Tabs des Browsers Chrome) und macht KI-gestützte Vorschläge, die über eure ursprüngliche Frage hinausgehen sollen.
  • Nahtlose Folgefragen: Direkt aus der KI-Übersicht heraus könnt ihr nachhaken und in einen Gesprächsmodus wechseln. Der Kontext bleibt laut Google erhalten.
  • Search Agents: KI-Agenten, die im Hintergrund rund um die Uhr das Web für euch überwachen – etwa für Wohnungssuche oder Secret Lairs. Vorerst nur für AI Pro- und Ultra-Abonnenten.
  • Agentic Booking: Lokale Services buchen, Termine vergleichen – und Google kann auf Wunsch Unternehmen in eurem Namen anrufen.
  • Generative UI & Mini-Apps: Die Suche baut euch auf Anfrage interaktive Dashboards, Kalender-Tools und mehr.
  • Shopping-Warenkorb: Ein webseitenübergreifender Warenkorb direkt in der Suche.
  • Personal Intelligence: Verknüpfung mit Gmail, Google Photos und bald Google Calendar.
Jan Stahnke
Jan Stahnke

Seit August 2022 ist Jan ein Teil der Tech-Nerds von Gamestar Tech. Nach drei Jahren Ausbildung zum Informatikkaufmann hat er Informatik – Game Engineering studiert, bis er, drei Semester später, festgestellt hat, dass er doch lieber berichtet als entwickelt. Nach einem drei-jährigen Exkurs als Radiomoderator und Redakteur, schreibt er jetzt über KI, PC Gaming und alles was das Tech-Herz begehrt.

Mehr Funktionen, mehr Chaos?

Ich will fair sein: Einiges davon klingt wirklich nützlich. Die Idee, einen KI-Agenten im Hintergrund laufen zu lassen, der mich benachrichtigt, sobald bestimmte Waren im Angebot oder Konzerttickets verfügbar sind, hat durchaus etwas an sich. Zumindest die Tatsache, dass ich das alles an einem Ort gesammelt habe. Einzeln gibt es das alles ohnehin bereits.

Immerhin: Ein dynamisches Suchfeld, das Bilder, Dateien und Videos versteht, ist objektiv ein sinnvolles Upgrade und auch die Cloud-basierten Agents klingen vielversprechend.

Aber die vielen Features haben ihre Kehrseiten.

Die KI-Übersicht ist schon heute nicht ohne Umwege abschaltbar – und das, obwohl sie längst nicht fehlerfrei ist. Wer einmal versucht hat, die KI-Übersicht dauerhaft loszuwerden, weiß, wovon ich rede. 

Falls ihr sie tatsächlich loswerden wollt, kann euch Jusuf genau verraten, wie es geht:

Genau deshalb probiere ich mich seit kurzem an einer Alternative zur Google-Suche, nachdem ich alle paar Jahre von Ecosia, DuckDuckGo oder anderen Plattformen eher semi-begeistert war. 

Ich suche mir die Alternativen aber nicht, weil ich Google grundsätzlich ablehne, sondern weil die Suche zunehmend zugemüllt wirkt: Shopping-Kacheln, Werbeblöcke, KI-Zusammenfassungen, Knowledge Panels. Alles auf einmal, bevor ihr auch nur ein einziges Suchergebnis seht.

Und jetzt kommen Agenten, Mini-Apps und ein Shopping-Warenkorb dazu.

»Wir bringen das Beste einer Suchmaschine mit dem Besten aus KI zusammen.«

  • Google-Vize Elizabeth Reid im Blogpost

Das klingt gut. Die Frage ist nur: Was passiert mit allem, was dabei nicht mehr reinpasst? Nämlich schlichte, schnelle Suchergebnisse?

Sind wir noch auf der Suche oder schon woanders?

Was mich beim Vorstellungsvideo nachdenklich gemacht hat: Es war nicht immer eindeutig, ob die gezeigten Features noch auf der herkömmlichen Google-Suche stattfinden oder ob wir uns längst in einem neuen Interface bewegen.

Google spricht explizit von »Search«. Ich gehe also davon aus, dass das alles in die Oberfläche einfließt, die wir kennen – also google.com, wie wir sie täglich nutzen. Und das bedeutet: Die Suche, die ohnehin schon vollgepackt ist, wird noch voller.

Video starten 45:02 Balkonkraftwerk für Gamer: Lohnt sich das?

Die Lösung wäre so einfach

Ob das Chaos wirklich ein Problem sein wird, hängt davon ab, wie viel Kontrolle wir über die Darstellung bekommen. Wenn wir Features wie die Agents oder die Mini-Apps abstellen können, würde die Google-Suche wieder deutlich angenehmer werden. 

Wenn sie aber genauso aufgezwungen kommen wie die KI-Übersicht oder Shopping-Links heute, dann schneidet sich Google hier ins eigene Fleisch. Auch wenn einen Tech-Giganten wie Google eine kleine Fleischwunde kaum zu Fall bringen würde. Auf der anderen Seite muss man aber auch irgendwo anfangen, oder?


Übrigens: Bei der Google I/O gab es noch einiges mehr zu sehen als nur die neue Suche. Jusuf hat die Infos für euch zusammengefasst:

Google I/O in fünf Minuten: Alle wichtigen Ankündigungen der Keynote im Überblick


Sei’s drum. Die Nutzerinnen und Nutzer, die ohnehin schon über Bloat in der Suche klagen, werden sich nach noch mehr Alternativen umsehen. Mich eingeschlossen.

Wie ist es bei euch? Wie findet ihr die neuen Features, die bald kommen sollen? Welche gefallen euch am besten und auf welches könntet ih verzichten? Schreibt es gerne in die Kommentare!

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