Ich habe mein Leben lang auf Bürostühlen gesessen und jetzt meinen ersten Gaming-Stuhl ausprobiert – 6 Dinge, die ich gerne vorher gewusst hätte

Was für ein schönes Design – aber dieser Stuhl hat meinen Monitor abgeschaltet?! Meine Learnings nach 2 Wochen.

Ich möchte euch bei der Kaufentscheidung helfen, falls ihr auch an eurem ersten Gaming-Stuhl interessiert seid. (Bildquelle: Duy Linh DinhGameStar Tech) Ich möchte euch bei der Kaufentscheidung helfen, falls ihr auch an eurem ersten Gaming-Stuhl interessiert seid. (Bildquelle: Duy Linh Dinh/GameStar Tech)

Ich habe mein Leben lang auf Bürostühlen und Chefsesseln gesessen. Jetzt hatte ich die Gelegenheit, meinen ersten Gaming-Stuhl auszuprobieren – den DXRacer Drifting in der Final Fantasy VII-Version, um genau zu sein.

Ich sitze jetzt seit etwa zwei Wochen auf dem Stuhl und möchte mit euch sechs Dinge teilen, falls ihr selbst noch nie einen Gaming-Stuhl besessen habt und euch überlegt einen zu holen. Am Ende des Artikels teile ich mit euch meine konkrete Einschätzung zum DXRacer Drifting.

Transparenzhinweis: DXRacer hat mir den Gaming-Stuhl für Testzwecke kostenfrei zur Verfügung gestellt. Der Hersteller hatte keinen Einfluss auf den Artikelinhalt und bekam keine Einsicht vor Erscheinen des Tests. Es bestand keine Verpflichtung zu einem Testbericht.

1. Design kostet Geld – ihr könnt Geld sparen

Ich finde das Design vom Stuhl sehr ansprechend, aber für die Final Fantasy-Kollaboration bezahlt man 100 Euro mehr. (Bildquelle: Duy Linh DinhGameStar Tech) Ich finde das Design vom Stuhl sehr ansprechend, aber für die Final Fantasy-Kollaboration bezahlt man 100 Euro mehr. (Bildquelle: Duy Linh Dinh/GameStar Tech)

Bevor ihr euch einen Gaming-Stuhl kauft, solltet ihr genau hinsehen, welches Design ihr auswählt. Je nach Farbe oder Thema kann der Preis bei Gaming-Stühlen derselben Modellreihe teilweise sehr unterschiedlich sein.

Ich habe hier die Final Fantasy VII-Version des DXRacer Drifting und das dezente Schwarz-Weiß-Design des Stuhls gefällt mir sehr gut. Allerdings werden für diese Variante 450 Euro fällig. Das sind ganze 100 Euro mehr als die Farbvarianten ohne Kollaboration. 

Wenn euch das Design vom Stuhl nicht ganz so wichtig ist, könnt ihr also viel Geld sparen, wenn euch ein einfacher Look genügt. 

2. Wählt unbedingt die richtige Größe

Bei vielen Herstellern könnt ihr bei der Wahl des Stuhls aus zwei oder mehr Größen wählen. Der DXRacer Drifting ist etwa in Regular-L- oder Plus-XL verfügbar. Das bedeutet in diesem Fall:

  • Regular-L: Unter 185 Zentimeter Körpergröße und 125 Kilogramm Körpergewicht
  • Plus-XL: Unter 195 Zentimeter Körpergröße und 135 Kilogramm Körpergewicht

Die Wahl der richtigen Größe ist entscheidend, um den bestmöglichen Komfort und die optimale Unterstützung beim Spielen oder Arbeiten zu gewährleisten.

Bei den meisten Stühlen könnt ihr die Rückenlehne und die Höhe verstellen. Dennoch solltet ihr die richtige Größe wählen, da sich diese signifikant auf den Sitzkomfort auswirkt. (Bildquelle: Duy Linh DinhGameStar Tech) Bei den meisten Stühlen könnt ihr die Rückenlehne und die Höhe verstellen. Dennoch solltet ihr die richtige Größe wählen, da sich diese signifikant auf den Sitzkomfort auswirkt. (Bildquelle: Duy Linh Dinh/GameStar Tech)

Ein Stuhl, der zu klein oder zu groß ist, führt zu einer unergonomischen Sitzhaltung, die Rückenschmerzen oder Verspannungen verursacht. Ferner sorgt ein gut passender Stuhl dafür, dass die Armlehnen und die Rückenlehne korrekt positioniert sind, was die Belastung von Nacken und Schultern reduziert.

Die richtige Größe kann sich außerdem auch auf die Konzentration und Leistungsfähigkeit auswirken. Bei vielen Stühlen in der Vergangenheit habe ich gemerkt, dass es mir schwerfällt, mich vollends auf ein Spiel oder eine Arbeitstätigkeit zu konzentrieren, wenn ich unbequem sitze.

3. Stühle können euren Monitor ausschalten – ja, wirklich

Kommen wir zu einem Punkt, der mich am meisten überrascht hat: Stühle können Störungen bei eurem Monitor verursachen. Ich konnte es selbst kaum glauben und habe das Problem aufgenommen. Das Video wollte ich Nele zeigen, aber weil das Ganze so kurios war, habe ich es euch hier auf GameStar Tech hochgeladen.

Video starten 0:59 Ich brauche eure Hilfe: Warum schaltet sich mein Monitor aus, wenn ich meinen Gaming-Stuhl bewege?

Der Grund für solche Phänomene liegt häufig an elektrostatischer Entladung (ESD). Manche Stühle, vor allem Modelle mit Kunststoffrollen, Lederimitat-Oberflächen oder schlecht leitfähigen Materialien, können beim Hinsetzen oder Aufstehen eine statische Ladung erzeugen.

Wenn diese sich dann plötzlich entlädt, kann das zu kurzen Aussetzern oder sogar einem Neustart des Monitors führen. Besonders empfindlich reagieren hier wohl ältere oder ungeschützte HDMI- und DisplayPort-Verbindungen.

Auch Maxe hatte dieses Problem mit einem anderen Stuhl:

Was hat geholfen? Unter meinem Video hat die GameStar-Community mir nützliche Tipps gegeben, die ich hier mit euch teilen möchte. Ich habe folgendes gemacht, um das Problem zu beheben:

  • Gummirollen am Stuhl installiert.
  • Meine billige Steckdosenleiste gegen eine hochwertige ausgetauscht.
  • HDMI-Kabel ausgetauscht.
  • USB-C-Dock meines Macbooks getauscht.
  • Stecker auf Wackelkontakte geprüft.

Inzwischen habe ich das Problem nicht mehr, wobei ich nicht genau weiß, welche der Maßnahmen die wichtigsten waren. Ich kann euch sehr empfehlen, die Kommentare unter dem Video durchzulesen. Sie sind nicht nur nützlich, sondern auch unterhaltsam.

Heute weiß ich: Wenn euer Monitor plötzlich ausgeht, kann es auch am Stuhl liegen. Willkommen in der seltsamen Welt der Möbeldesigns mit elektrischen Nebenwirkungen.

4. Die Härte der Polster spielt eine wichtige Rolle

In der Regel sitze ich auf einem weichen Chefsessel, in den ich leicht einsinke. Dieser Gaming-Stuhl ist etwas härter und gibt insgesamt etwas weniger nach. Was sich nach einem Nachteil anhört, ist nicht unbedingt einer.

Tatsächlich ist mein alter Chefsessel viel zu weich gewesen, weshalb ich mit meinem Becken immer so weit eingesunken bin, dass sich meine Hüftbeugemuskulatur dauerhaft verspannte. Ich musste also immer ein zusätzliches Sitzkissen verwenden, damit sich mein Becken in einer etwas natürlicheren Position befindet. 

Die Unterseite des DXRacer Drifting. (Bildquelle: Duy Linh DinhGameStar Tech) Die Unterseite des DXRacer Drifting. (Bildquelle: Duy Linh Dinh/GameStar Tech)

Der DXRacer Drifting Gaming-Stuhl ist etwas härter, was ich anfangs gewöhnungsbedürftig fand, aber dafür stützt er mein Becken deutlich besser ohne Sitzkissen als mein weicher Chefsessel. Ich empfinde ihn deswegen auf Dauer bequemer. 

Ich empfehle euch also sehr beim Kauf auf eine angemessene Rückgabe-Regelung zu achten. Oftmals merkt ihr erst nach längerem Sitzen, ob ihr einen Stuhl mit der richtigen Härte gewählt habt oder nicht. 

5. 3D-Armlehnen sind nützlich, können aber auch nerven

Der DXRacer Drifting verfügt über 3D-Armlehnen. Damit könnt ihr diese erhöhen, senken, vor- und zurückschieben und drehen. Für die Höhe muss ein Schalter auf der Unterseite gedrückt werden. Die anderen Einstellungen können ohne den Schalter betätigt werden.

Die Armlehnen sind praktisch, aber auch viel zu leicht unbeabsichtigt verstellbar. (Bildquelle: Duy Linh DinhGameStar Tech) Die Armlehnen sind praktisch, aber auch viel zu leicht unbeabsichtigt verstellbar. (Bildquelle: Duy Linh Dinh/GameStar Tech)

Zuallererst: Die Armlehnen so flexibel einstellen zu können, ist nützlich! Ich kann sie individuell auf die Höhe meines Tisches und die Position meiner Unterarme einstellen. Der Stuhl passt sich mir an und nicht andersherum. Zudem sind die Armlehnen schön weich und gepolstert.

Aber: Die Position lässt sich bei diesem Modell sehr leicht verstellen, weshalb ich sie mehrmals am Tag unabsichtlich verändere. Ich habe mir beim DXRacer Drifting angewöhnt, mich nicht mehr an den Armlehnen abzustützen, wenn ich meine Haltung korrigieren möchte, da ich diese dann wieder versehentlich nach vorn schiebe. 

Besser finde ich, wenn die Armlehnen grundsätzlich nur verstellt werden können, sobald ein Schalter gedrückt wird. 

6. Ein Lendenkissen erfüllt den Zweck, ist aber nervig

Eine gute Lendenwirbelstütze ist ein Feature, das mir persönlich bei keinem Schreibtischstuhl mehr fehlen darf. Ich ertappe mich vor allem beim Spielen dabei, dass ich mich immer weiter nach vorn lehne oder in den Stuhl »hineinhänge«.

Eine angenehme Unterstützung der Wirbelsäule sorgt nicht nur für mehr Sitzkomfort bei aufrechter Sitzposition, sondern auch für mehr Konzentration, da ich nicht von meiner unbequemen Haltung abgelenkt werde.

Der DXRacer Drifting kommt mit einem Memory-Schaum-Lendenkissen mit einem besonders weichen Bezug. Das Kissen wird einfach hinter den Rücken geklemmt und ist nicht fixierbar. Es erfüllt seinen Zweck und ist komfortabel, solange man still sitzt. Lehne ich mich auch nur ein kleines bisschen nach vorn, verrutscht es.

Dieser Stuhl kommt mit einem weichen Lendenkissen. Es verrutscht sehr leicht. (Bildquelle: Duy Linh DinhGameStar Tech) Dieser Stuhl kommt mit einem weichen Lendenkissen. Es verrutscht sehr leicht. (Bildquelle: Duy Linh Dinh/GameStar Tech)

Es gibt auch teurere Modelle, die verstellbare und vor allem integrierte Lendenwirbelstützen besitzen, die ich mir deutlich praktischer vorstelle.

Übrigens: Das Kopfkissen wird bei diesem Modell einfach um den Stuhl mit einem flexiblen Band gespannt. Es gibt auch Gaming-Stühle, bei denen ihr das Kopfkissen magnetisch befestigen könnt. 

Wie gut hat mir der DXRacer Drifting gefallen?

Und zu guter Letzt möchte ich mit euch meinen Eindruck von diesem 450-Euro-Gaming-Stuhl teilen, den ihr aber auch für 350 Euro bekommen könnt. 

Was mir sehr gut gefallen hat:

  • Der Stuhl ist sehr hochwertig verarbeitet.
  • Er sieht sehr schön aus und passt gut zu weißer und schwarzer Hardware.
  • Der Aufbau war einfach und ging schnell. 
  • Ich empfand ihn als sehr bequem und habe mich immer sehr gern in ihn hineingesetzt.

Was mir nicht gut gefallen hat:

  • Die 3D-Armlehnen lassen sich zu leicht unbeabsichtigt verstellen.
  • Das lockere Lendenkissen ist etwas nervig.
  • Der Stuhl verursachte ESD-Störungen bei meinem Monitor. 

Alles in allem finde ich einen Preis von 450 Euro für diesen Stuhl etwas hoch, da es schon für weniger Geld sehr bequeme und ergonomische Bürostühle gibt. Trotzdem kann ich mir vorstellen, mir so einen Stuhl zu kaufen, denn so ein Möbelstück darf durchaus auch schön sein oder etwas ausdrücken, das man gern hat. Wie zum Beispiel eine Kollaboration mit einem Lieblingsspiel. 

Was haltet ihr von Gaming-Stühlen? Gibt es Modelle, die ihr weiterempfehlen könnt oder Dinge, die ihr auch gern vorher gewusst hättet? Schreibt es gern in die Kommentare! 

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