In Sachen Aufbau und Verarbeitung hat der Martian Pro zwar überzeugt, aber auch ein Geschmäckle hinterlassen – eine Aussage, unter dessen Stern der gesamte Test steht.
DXRacer Martian Pro: Funktionen
Bevor ich zu den angepriesenen drei Funktionen komme, verliere ich noch ein paar Worte zu den anderen elektrischen Features. Die 5.000 mAh starke Batterie dient nämlich nicht nur der Massage.
- Elektrische Rückenlehne: Anstatt an einem Hebel zu ziehen und versehentlich fast nach hinten umzukippen, lässt sich die Rückenlehne per Kippschalter anpassen. Das gefällt mir deshalb sehr gut, weil sich der Sitzwinkel granularer anpassen lässt (auch, wenn’s länger dauert).
- Elektrische Lordosenstütze: Über ein Schaltpanel an der linken Seite kann ich die 4D-Lordosenstütze genau auf meine Wirbelsäulenform anpassen. Hier räumt der Martian Pro für mich ab, denn bisher habe ich keine Lordosenstütze so feinjustieren können. Der Rücken dankt’s!
Star der Show sind natürlich die drei angepriesenen Funktionen, weswegen der Stuhl regelmäßig an den Strom angeschlossen werden muss.
- Sitzheizung
- Sitzlüftung
- Massage
Positiv an Heizung und Lüftung: Sie lassen sich in drei Stufen einstellen. Hier macht der 800-Euro-Stuhl wieder von seiner Qualität hören, denn man hätte es auch jeweils bei An/Aus belassen können.
Aber bringt’s das? Aus meiner Sicht: Ja. Gerade die Sitzheizung finde ich im Winter sehr gemütlich. Meine Füße sind am Schreibtisch oft kalt durch die abgeknickten Beine und weil ich neben einer Tür sitze. Da lohnt sich das.
Bei der Lüftung ist das nicht ganz so leicht zu beantworten. Wenn im Sommer die Sonne brennt und ich im dick gepolsterten Sessel sitze, kann selbst die Lüftung nicht dagegen ankämpfen. Für moderate Kühlung ist sie aber wirklich ganz nett.
Ich persönlich bevorzuge Mesh wegen der Luftdurchlässigkeit. Mehr dazu habe ich im Fazit zum Herman Miller Aeron geschrieben.
Und die Massagefunktion? So ein Feature klingt sehr luxuriös und ich sah mich schon im vibrierenden Stuhl sitzen. Den Zahn ziehe ich euch: Die Massagefunktion ist »nur« die elektrische Lordosenstütze, die ihre Einzelteile abwechselnd ausfährt.
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DXRacer Martian Pro: So sieht die elektrische Massagefunktion des Gaming-Stuhls aus
Es ist keine Massage, so wie man sich sie vorstellt, aber sie tut ihren Dienst. Bei längerer Benutzung sehe ich mich allerdings nicht weichgeknetet, schlichtweg, weil ich das Feature vermutlich nicht nutzen würde. Das ist natürlich subjektiv. Die Lautstärke kann stören, wer oft Kopfhörer oder Headsets am Rechner trägt, dem ist das Wurscht.
DXRacer Martian Pro: So sitzt es sich auf dem Gaming-Stuhl
Lässt man sämtliche Features und auch die Verarbeitungsfehlerchen außer Acht, ist der Martian Pro wirklich ein sehr ordentlicher Stuhl.
Achtung, wichtig! Die Sitzfläche ist sowohl sehr breit als auch extrem tief – vermutlich die tiefste aller Stühle, die ich im Leben getestet habe. Für mich ist das ein Problem: Ich habe kürzere Beine, die beim Aufrechtsitzen über die Kante baumeln. Gift für die Durchblutung. Vorteile hat der tiefe Sitz vor allem, wenn …
- … ihr lange Gräten habt.
- … ihr gerne im Schneidersitz auf dem Stuhl sitzt. Dafür ist mehr als genug Platz.
- … ihr den Stuhl eher als Sessel nutzen wollt und die Füße ablegen könnt.
Dafür besitzt der Martian Pro etwas, das ich bisher nur bei der Konkurrenz von Secretlab gesehen habe: ein magnetisches Kissen. Mein Highlight!
Ich frage mich ehrlicherweise, wieso das nicht alle Hersteller so machen. Nachdem ich so viele abenteuerliche Konstruktionen für Kissenhalterungen gesehen habe, ist das mit Abstand die beste.
- Es gibt keine Gurte oder Bänder, die ausleiern.
- Das Kissen verrutscht nicht.
- Ich kann das Kissen flexibel umherschieben.
- Ich kann das Kissen einfach abziehen, wenn ich es nicht brauche.
Durch die dicken Polster und den breiten Sitz kann man es sich auf dem Martian Pro echt gemütlich machen. Ich gehe sogar so weit, dass sich der Gaming-Chair eher zum Lümmeln anbietet als alle anderen, die ich bisher getestet habe – wegen der breiten Sitzfläche, den Polstern, dem Kissen und Sitzheizung.
So habe ich getestet
Vier Wochen lang habe ich den Stuhl über mehrere Stunden am Tag probegesessen. Ich habe ihn sowohl zum Arbeiten als auch Lümmeln verwendet.
Spezifikationen
- Material: Kunstleder
- Neigungswinkel: 90-135 Grad
- Rahmen: Stahl mit Platikapplikationen
- Akku: 5.000 mAh
- Lordosenstütze: 4D, elektrisch verstellbar
- Armlehnen: 4D, manuell verstellbar
- Kissen: magnetisch
- Farbe: Schwarz
- Empfohlene Größe: bis 195 cm
- Empfohlenes Gewicht: bis 125 kg
- Features: Sitzheizung, Belüftung, Massage, elektrisch verstellbar
Preis und Verfügbarkeit
Der DXRacer Martian Pro wird voraussichtlich ab Dezember 2025 zu einem Preis von 799 Euro auf www.dxracer.de verfügbar sein.
Der DXRacer Martian Pro ist für euch, wenn …
- … ihr lange Beine habt und euch der tiefe Sitz nicht stört.
- … ihr einen gemütlichen Gaming-Stuhl über einem ergonomischen bevorzugt.
- … ihr auf spezielle Features wie Sitzheizung und -lüftung spekuliert.
- … es euch nichts ausmacht, euren Gaming Chair dann und wann an den Strom zu klemmen.
Mögliche Alternativen zum DXRacer Martian Pro:
- DXRacer Martian: Wenn euch der Stuhl anspricht, aber ihr auf die elektrischen Features verzichten wollt oder könnt, dann ist die normale Variante des Stuhls interessant. Ausstattung bleibt dieselbe, der Preis beläuft sich auf 599 Euro.
- Secretlab Titan Evo: Der Stuhl spielt in allen Belangen in derselben Liga, hat aber den Vorteil, dass er nicht den Beigeschmack bei der Verarbeitung hat – und natürlich keine elektronischen Funktionen. Der Preis: 800 Euro
Der Martian Pro steht und fällt mit euren Erwartungen. Ihr habt beim Lesen sicher gemerkt, dass ich die elektrischen Funktionen nicht als Spielerei oder Gimmick abgetan habe. Das sind sie nicht, auch wenn es bizarr erscheinen mag, einen Schreibtischstuhl an den Strom anschließen zu müssen.
Preislich ist der Gaming-Stuhl auf einem hohen Niveau und sieht man von den Schnitzern bei der Verarbeitung ab, ist er das – dank seiner besonderen Funktionen – auch wert. Man muss sie nur nutzen wollen.
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