Digitale Bilderrahmen gibt es mittlerweile wie Sand am Meer und besonders die Modelle von Aura sind bekannt für ihre eleganten Designs, hervorragende Bildqualität und einfache App-Bedienung – aber auch für ihren oft hohen Preis.
Mit dem neuen Aura Walden hat der Hersteller jetzt seinen größten und teuersten digitalen Bilderrahmen veröffentlicht.
Ich habe mir das 15-Zoll-Flaggschiff genauer angesehen, und obwohl ich aufgrund der Größe erst skeptisch war, gehört er mittlerweile zu meinen Lieblings-Deko-Gegenständen im Haus. Doch lohnt sich der saftige Preis von 350 Euro (UVP)?
Schnellüberblick: Was genau ist der Aura Walden eigentlich?
Der Aura Walden ist der bisher größte Rahmen im Portfolio des Herstellers. Optisch an den bisherigen Modellen Carver Mat (10 Zoll) und Aspen (12 Zoll) angelehnt, bietet der Walden eine stolze Diagonale von 15 Zoll, also etwa 38 cm.
Fotos synchronisiert ihr über die hauseigene App für iOS & Android, über die ihr auch Gäste einladen könnt, damit sie ihre eigenen Fotos teilen. Die Fotos werden in festgelegten Zeitabständen automatisch wiedergegeben.
Toll: Ihr könnt direkt eure ganze oder Teil eurer iCloud- respektive Android-Foto-Mediathek freigeben und sogar spezifische Ordner auswählen. Ich habe zum Beispiel meinen Favoriten-Ordner synchronisiert – immer wenn ein neues Hild favorisiert wird, landet es automatisch auf dem Aura.
Er ist als hybrides Deko-Element konzipiert. Ihr könnt ihn dank des mitgelieferten Ständers auf eine Kommode stellen oder wie ein klassisches Gemälde an die Wand hängen. Das Format ist dabei flexibel – er funktioniert sowohl im Hoch- als auch im Querformat.
Apropos Format: Das Seitenverhältnis ist 4:3, ideal für die meisten Smartphone-Fotos also. Die Bilder synchronisiert ihr via App mit dem Rahmen. Aura bietet unbegrenzten Speicherplatz. Im Abo-Zeitalter keine Selbstverständlichkeit.
Ein cleveres Detail sind die versteckten Touch-Flächen. Anstatt Fingerabdrücke auf dem Screen zu hinterlassen, könnt ihr den Rahmen über berührungsempfindliche Leisten am oberen und seitlichen Rand steuern, um auch manuell durch die Bilder zu wechseln.
Das Scrollen durch die Bilder geschieht dabei butterweich. Die Reaktion ist direkt und macht die Bedienung am Gerät selbst sehr angenehm, ohne dass ihr ständig zum Handy greifen müsst.
Technisch löst das blendfreie Display mit 1600 x 1200 Pixeln auf, was zu wenig ist, um nicht aus nächster Nähe ein paar Pixel zu erkennen, aber im Alltag bei einem normalen Betrachtungsabstand für ein absolut scharfes Bild sorgt.
Design, Verarbeitung & Display
Der Walden wirkt weniger wie ein Bildschirm als vielmehr wie ein klassischer Bilderrahmen. Er besteht aus einem matt-schwarzen Korpus mit einem weißen Rand, der dank einer papierartigen Struktur wie ein klassisches Passepartout wirkt.
Durch das ebenfalls matte Display unterscheidet sich der Walden kaum von echten Bildern und bietet einen optimalen Betrachtungswinkel, ohne dass Reflexionen stören.
Cool: Der Rahmen schaltet sich bei Bedarf zu einer bestimmten Uhrzeit ein oder automatisch aus, sobald es dunkel wird. Leider lässt sich der Wert für die minimale Helligkeit jedoch nicht festlegen, weswegen gerade im Winter der Bildschirm teilweise schon zum Nachmittagskaffee schwarz wird.
Die Haptik ist auf absolutem Topniveau. Es klappert nichts, alles fühlt sich massiv und wertig an. Selbst das Stromkabel ist mit einem grauen Stoff ummantelt, was viel eleganter aussieht als die üblichen Plastikstrippen und dadurch auch weniger auffällt, wenn ihr den Rahmen an der Wand aufhängt.
Und wenn wir schon von Wand sprechen, muss ich direkt ein paar Worte zur Größe verlieren.
15-Zoll-Gigant: Mein persönlicher Eindruck zur Größe
Als ich den Aura Walden ausgepackt hatte, war ich überrascht, wie groß die 15 Zoll wirken. Tatsächlich hatte ich Schwierigkeiten, einen geeigneten Platz zu finden. An die Wand wollte ich ihn nicht hängen, damit mein Sohn auch durch die Bilder swipen kann. Für die meisten meiner Regale und Kommoden ist der Rahmen jedoch zu groß oder wirkte zu wuchtig, was natürlich Geschmackssache ist.
Letztlich fand ich dann mit unserem Beistelltisch im Esszimmer doch eine perfekte Stelle. Und was soll ich sagen: Man gewöhnt sich schnell an die Größe. Fotos und Videos, die der Walden ebenfalls abspielen kann (dank Lautsprecher sogar mit Sound!), kommen wunderbar zur Geltung. Dagegen wirken 10-Zoll-Bilderrahmen beinahe mickrig.
Bei Videos solltet ihr jedoch bedenken, dass deren 16:9-Format nicht optimal dargestellt wird und die Lautsprecher nicht die beste Audioqualität haben. Zudem sind die auf maximal 30 Sekunden beschränkt, wobei ihr den Ausschnitt des Videos selbst festlegen dürft.
Mein Kollege Maxe hat den kleineren Aspen von Aura übrigens schon über mehrere Jahre:
App & Nutzung im Alltag
Die Einrichtung über die App, die für den Betrieb zwingend nötig ist, ist kinderleicht und quasi selbsterklärend. Ihr verbindet den Walden mit dem WLAN, koppelt ihn mit einem Account und schon könnt ihr Bilder auswählen – wahlweise via Zugriff auf eure Android-Foto- oder iCloud-Mediathek. Alternativ könnt ihr auch echte Fotos mit eurem Handy abfotografieren.
Der Rahmen bietet allerdings keine Möglichkeit der lokalen Speicherung in Form einer SD-Karte oder Ähnliches. Ihr benötigt also zwingend eine Internetverbindung. Wer Cloud-unabhängig Fotos teilen möchte, muss sich nach Alternativen wie dem Frameo mit 32 GB internen Speicher umschauen.
Datenschutz: Das müsst ihr wissen
Hier die wichtigsten Fakten aus den Nutzungsbedingungen:
- Account-Pflicht: Der Rahmen funktioniert nicht offline. Für die Einrichtung und das Hochladen von Bildern ist ein kostenloses Benutzerkonto zwingend erforderlich.
- Cloud-Speicher (Server in den USA): Es gibt keine Möglichkeit zur lokalen Übertragung per USB oder SD-Karte. Alle Fotos werden auf die Server von Aura hochgeladen. Da Aura ein US-Unternehmen ist, werden Daten auch in die USA übertragen (unter Berücksichtigung der DSGVO für EU-Nutzer).
- Laut Aura bleiben die Bildrechte bei euch. Fotos werden nicht verkauft oder ohne Erlaubnis veröffentlicht. Analyse-Funktionen wie
Smart Suggestions
(Gesichtserkennung zum Sortieren) sind optional und lassen sich deaktivieren.
In der App könnt ihr zudem die Dauer der Fotodarstellung sowie die Reihenfolge anpassen, Uhrzeiten einstellen und weitere Bilderrahmen sowie Mitglieder hinzufügen. Diese können wie in einem rudimentären sozialen Netzwerk ebenfalls Fotos und Videos zum Teilen bereitstellen.
Auf Wunsch werdet ihr über neue Bilder per Push-Nachricht informiert, um etwa zu kommentieren oder einen Like zu vergeben, der dann animiert als Herzchenschwarm auf dem Rahmen angezeigt wird. Kein Mega-Feature, aber funktional genug, um zum Beispiel als Familie gegenseitig zu interagieren.
Ohnehin scheint mir der Aura Walden trotz seines hohen Preises das ideale Geschenk für zum Beispiel die Großeltern, um im Großformat immer an den Erinnerungen der Familie teilzuhaben.
Schön dabei: Der Stromverbrauch hält sich mit um die 5 Watt im Betrieb in Grenzen. Im Winter kam ich in den letzten 30 Tagen auf etwas über 2 Kilowattstunden.
Lohnt sich die Investition?
Der Aura Walden ist mit 350 Euro UVP kein Schnäppchen, das steht fest. Aber für den Preis bekommt ihr dafür ein Stück Technik, das sich nicht wie Technik anfühlt, sondern wie ein hochwertiges Wohnaccessoire.
Optik, Haptik und Funktionalität sind auf sehr hohem Niveau; das riesige Display ist hell, blendfrei und bietet ein schönes Farbspektrum mit ausreichendem Blickwinkel. Zudem bekommt ihr unbegrenzten Speicherplatz ohne Abogebühren.
Dem gegenüber stehen jedoch der Account- und Cloud-Zwang. Und einige Features, wie die automatische Abschaltung bei Dunkelheit, kann Aura gern noch anpassen.
Wem 15 Zoll zu groß oder der Preis zu teuer ist, bekommt auf dem Markt allerhand Alternativen, teilweise bereits ab 50 Euro. Beliebt sind unter anderem der Aura Carver (139 Euro) sowie der Frameo, der ebenfalls 15 Zoll groß ist und nur die Hälfte vom Aura Walden kostet, dafür aber auch weniger hochwertig wirkt und statt versteckte Touch-Leisten auf einen Touchscreen setzt.
Bedenkt aber, dass die meisten günstigen digitalen Bilderrahmen optisch viel mehr nach Technik
aussehen, gegebenenfalls mit einem spiegelnden Display kommen, einem weniger hübschen Rahmen und einem 16:10-Format, das für unschöne Ränder sorgt. Und klar, Sparfüchse können auch einfach ein altes Tablet im Diamodus nutzen.
Der Aura Walden ist zwar teuer, aber auch sehr gut und absolut edel. Für mich einer der besten digitalen Bilderrahmen – und ein ideales, hochwertiges Geschenk für Freunde oder Familie.


Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.
Dein Kommentar wurde nicht gespeichert. Dies kann folgende Ursachen haben:
1. Der Kommentar ist länger als 4000 Zeichen.
2. Du hast versucht, einen Kommentar innerhalb der 10-Sekunden-Schreibsperre zu senden.
3. Dein Kommentar wurde als Spam identifiziert. Bitte beachte unsere Richtlinien zum Erstellen von Kommentaren.
4. Du verfügst nicht über die nötigen Schreibrechte bzw. wurdest gebannt.
Bei Fragen oder Problemen nutze bitte das Kontakt-Formular.
Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.
Nur angemeldete Plus-Mitglieder können Plus-Inhalte kommentieren und bewerten.