Erste Supermarkt-Neuerung seit Ewigkeiten: Ihr erlebt beim Einkaufen bald vielleicht eine Überraschung, aber ist sie wirklich schön?

Meinung: Den Einkaufswagen im Supermarkt per App freischalten ist in ersten Filialen schon möglich. Warum unser Autor Nils Raettig kritisch sieht, was praktisch ist.

Bei der neuen Idee für Supermärkte ist Nils skeptisch. Es geht um euer Handy und den Einkaufswagen Bei der neuen Idee für Supermärkte ist Nils skeptisch. Es geht um euer Handy und den Einkaufswagen

Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie beeindruckt ich als Jugendlicher von den Kassiererinnen im Aldi um die Ecke war. In welchem Tempo sie die Preise für alle Waren am Band eingetippt haben und wie selten mal ein Preis in Erfahrung gebracht werden musste, fand ich bemerkenswert.

Schluss damit hat die letzte große Neuerung für Supermärkte gemacht, an die ich mich erinnern kann: Scanner, die das manuelle Eintippen von Preisen unnötig machen. Sieht man mal von den unbemannten Kassen mit manuellen Scannern für die Kunden ab, kommt mir seitdem keine große Neuerung für Supermärkte mehr in den Sinn. Bis jetzt.

Hybridschlösser an den Einkaufswagen erlauben es, sie per Handy-App freizuschalten. Eine Weltneuheit aus Deutschland, die mich hin- und hergerissen zurücklässt. Einerseits klingt es nach einer guten Idee, die mir so manches Ärgernis ersparen könnte. Andererseits klingt es unnötig.

Grundsätzlich spricht mich die Idee schon an. Schließlich passiert es mir beim wöchentlichen Großeinkauf immer wieder, dass ich weder passendes Kleingeld noch einen geeigneten Chip zum Entriegeln des Schlosses am Einkaufswagen parat habe (auch wenn sich das zugegebenermaßen leicht verhindern ließe).

Gleichzeitig gehöre ich aber auch zu den Menschen, die es stört, für alles Mögliche eine eigene App auf dem Handy installieren zu müssen (oder zu sollen), nicht nur aufgrund des begrenzten Speicherplatzes. Und ich befürchte, dass es bei dieser Idee nicht nur bei einer App bleiben wird, sofern sie sich durchsetzt.

Wovon genau ist hier die Rede? Wie unter anderem Golem.de berichtet, ist es in zwei Netto-Filialen in Bayern dank neuer Technik möglich, den Einkaufswagen mit der Netto-App zu entriegeln. Dabei soll es sich laut offizieller Angaben weltweit um das erste Angebot dieser Art handeln.

Aktuell kommen dafür hybride Schlösser zum Einsatz, die sich sowohl klassisch per Münze oder Chip entriegeln lassen als auch per NFC-Verbindung und passender App auf dem Smartphone. Laut Focus planen die Supermarktketten Edeka und Rewe ebenfalls, in Zukunft solche Lösungen anzubieten.

Eine App für jeden Supermarkt

Wie im Infokasten oben zu lesen, ist es für die Entriegelung aktuell nötig, die passende App des Supermarktes beziehungsweise Discounters zu installieren.

Auch wenn es sich bislang nur um erste Versuche handelt: Aus meiner Sicht ist nicht davon auszugehen, dass es statt einzelner Apps jedes Anbieters auch eine universelle App für das Entriegeln von Einkaufswagen in jedem Supermarkt geben wird.

Schließlich lässt sich über solche Apps Werbung für den eigenen Supermarkt betreiben und die Kundenbindung vorantreiben.

Bislang habe ich aber nicht einzige Supermarkt-App verwendet. Und nur zum Entsperren des Einkaufswagens gleich mehrere Apps von Aldi, Rewe & Co zu installieren, klingt für mich nicht verlockend.

Nils Raettig
Nils Raettig

Nils ist mit seinem Einstieg im Jahr 2013 der dienstälteste Mitarbeiter im GameStar-Tech-Team, begonnen hat seine Arbeit als Tech-Redakteur aber nochmal drei Jahre früher bei der altehrwürdigen PC Praxis. Sein erstes Smartphone war der HTC Touch Diamond, dessen Touchscreen sich nicht nur mit den Fingern, sondern auch mit dem im Gehäuse untergebrachten Stylus bedienen ließ. Aktuell verwendet er den Blackberry Key 2 LE mit physischer Tastatur - und er bedauert es sehr, dass so gut wie keine Modelle dieser Art mehr hergestellt werden.

Aus der Zeit gefallen?

Ich weiß, ich weiß. Wenn man im Autorenkasten oben liest, dass ich zu den älteren GameStar-Mitarbeitern gehöre und einen Blackberry verwende, kann man schnell zu dem Schluss kommen, dass sich hier nur jemand wenig Modernes gegen den unaufhaltsamen Fortschritt wehrt, und vielleicht stimmt das sogar.

Schließlich will ich auch deshalb möglichst wenig neue Apps auf meinem Handy installieren, weil es in die Jahre gekommen ist und gefühlt mit jeder weiteren neu installierten App (noch) langsamer wird. Und schnellere aktuelle Modelle mit physischer Tastatur gibt es nicht, soweit ich weiß.

Sowohl ein Neu-Aufsetzen als auch ein frisches, schnelles Handy ohne physische Tastatur würden bei diesem Problem deutlich Abhilfe schaffen, zumal es bei weitem kein so teures Modell wie eines der neuen iPhones sein müsste.

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Außerdem sieht der aktuelle Einkaufswagen-Ansatz vor, nicht nur die App, sondern weiterhin auch eine Münze oder einen Chip nutzen zu können. Apps sind also (vorerst) kein Muss zum Entriegeln.

Der Gedanke, gleich mehrere aufgeblähte Supermarkt-Apps installieren zu müssen, um Zugang zu einer grundsätzlich durchaus praktischen und hilfreichen Funktion zu bekommen, widerstrebt mir dennoch.

Meine Wunschvorstellung ist unwahrscheinlich

Ich kaufe aktuell zwar primär bei drei verschiedenen Anbietern ein, müsste nur eine überschaubare Anzahl von Apps installieren.

Es wäre aber dennoch deutlich cooler, mit nur einer App für meine Smartwatch jeden Einkaufswagen in jedem Supermarkt per simplen Uhr-an-den-Einkaufswagen-halten frei schalten zu können - auch wenn ich es für unwahrscheinlich halte, dass es je so weit kommt.

Dabei würde ich mich nicht nur ein kleines bisschen (und fast völlig zu Unrecht) wie James Bond fühlen, sondern mich auch bei jedem Einkauf über den Fortschritt der Technik freuen.

Außerdem müsste beim Heimkommen nach dem Wocheneinkauf endlich nicht mehr schimpfend meine Frau fragen, wo denn mal wieder das 50-Cent-Stück geblieben ist, das eigentlich in unserem Auto liegen sollte.

Oder ich mache es gleich wie mein Kollege Maxe, der den Wocheneinkauf nur noch online erledigt. Mehr zu seinen Erfahrungen damit lest ihr hier:

Ich tätige meinen Wocheneinkauf mittlerweile online und spare Zeit und Nerven

Wie steht ihr zu dem Thema? Wünscht ihr euch, dass sich die Idee durchsetzt und dass mehr Supermärkte und Anbieter den ersten Gehversuchen von Netto folgen? Und hättet ihr kein Problem damit, für jeden von euch genutzten Anbieter eine eigene App zu installieren? Oder seht ihr das ganze eher kritisch? Schreibt es gerne in die Kommentare!

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