Elon Musk hat als CEO über 600 Versprechen abgegeben – jetzt wissen wir, wie viele davon eingehalten wurden

Die New York Times hat Elon Musks Versprechen der letzten Jahre analysiert und festgestellt, dass weniger als ein Fünftel im eigens gesetzten Zeitrahmen erfüllt wurden.

Die Marspläne von Elon Musk mussten schon mehrere Male verschoben werden. (Bildquelle: Wikimedia und Stock) Die Marspläne von Elon Musk mussten schon mehrere Male verschoben werden. (Bildquelle: Wikimedia und Stock)

Der bemannte Flug zum Mars verzögert sich immer wieder, und auch das vollautonome Fahren lässt seit Jahren auf sich warten. Wie stark Versprechen und Wirklichkeit bei Elon Musk tatsächlich auseinanderklaffen, hat nun eine aktuelle Analyse der New York Times pünktlich vor dem geplanten SpaceX-Börsengang offengelegt.

Für die großangelegte Datenuntersuchung werteten Journalisten mithilfe von KI zehntausende Social-Media-Posts und öffentliche Ankündigungen des Unternehmers aus den letzten 15 Jahren aus.

Das ernüchternde Ergebnis: Von insgesamt 602 Ankündigungen wurden gerade einmal 19 Prozent fristgerecht umgesetzt. Weitere 35 Prozent wurden entweder zu spät oder gar nicht umgesetzt. Die restlichen 46 Prozent waren entweder zu vage oder haben Termine, die noch in der Zukunft liegen.

Prominente Dauerbaustellen: Robotaxis und die Reise zum Mars

Hinter den Zahlen verbergen sich einige der prestigeträchtigsten Projekte der letzten Jahre. So versprach Elon Musk eine Million vollautomatische Robotaxis bereits für das Jahr 2020 auf den amerikanischen Straßen. Auch wenn hier Fortschritte gemacht worden sind, sieht die Realität im Jahr 2026 noch immer anders aus.

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Ähnlich dehnbar zeigt sich die von Fans und Kritikern verwendete »Musk-Time« im Weltraum. Bereits im Jahr 2022 sollten erste Frachtschiffe den Weg zum Mars antreten. Zwei Jahre später sollten die ersten Astronauten folgen.

Inzwischen hat SpaceX die Ziele für das Mars-Programm deutlich angepasst: Selbst unbemannte Vorbereitungsflüge zum Roten Planeten gelten mittlerweile frühestens für das Jahr 2028 als realistisch.

Kalkulierter Hype statt Planlosigkeit

Doch warum setzt der wohlhabendste Mann der Welt immer wieder Termine, die absehbar nicht gehalten werden können? Die Analyse der New York Times legt nahe, dass die gebrochenen Versprechen weniger das Resultat von Planlosigkeit sind, sondern vielmehr Teil eines bewährten Geschäftsmodells.

Musk formuliere aggressive, oft physikalisch oder regulatorisch kaum haltbare Zeitpläne, um das Maximum an Tempo und Leistungsbereitschaft aus seinen Teams herauszuholen.

Gleichzeitig würden die Ankündigungen einen Zweck an der Wall Street erfüllen: Sie sicherten Tesla und SpaceX eine mediale Aufmerksamkeit, die Fantasien von Investoren befeuern und kurzfristige Rückschläge überdecken würden, so das Nachrichtenmagazin.

Dass ein Produkt wie der Cybertruck Jahre zu spät und deutlich teurer erscheint, würde von Investoren oft verziehen, vorausgesetzt, die Vision bleibe intakt.

Die Analyse und der SpaceX-Börsengang

Die Analyse der New York Times erhält durch den kurz bevorstehenden Börsengang von SpaceX besondere Brisanz. Der Konzern peilt eine Bewertung von zwei Billionen US-Dollar an, was es auf Anhieb zum größten börsennotierten Unternehmen der Welt machen würde.

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Wer Aktien von SpaceX kauft, finanziert größtenteils aber keine abgeschlossenen Projekte, sondern zukünftige Projekte, wie das Starship-Programm oder KI-Rechenzentren im Orbit.

Für potenzielle Anleger ist die 19-Prozent-Quote der New York Times daher die wohl wichtigste Vorab-Information: Wer bei Elon Musk einsteigt, darf nicht immer eine pünktliche Lieferung erwarten.