Tim Cain, einer der kreativen Köpfe hinter dem legendären Rollenspiel Fallout, sorgt mit einer Aussage auf seinem YouTube-Kanal für Diskussionen:
»Wissen Entwickler, was Gamer wollen? Nein. Nein, wir wissen es nicht. Wir haben wirklich keine Ahnung, was ihr wollt. [...] Aber ihr wisst es auch nicht.«
Eine Aussage, die zunächst provokant wirkt, aber bei näherer Betrachtung viele Wahrheiten enthält.
»Ihr wisst auch nicht, was ihr wollt«
Videospielentwicklung ist ein langwieriger Prozess – oft deutlich komplexer und zeitintensiver als die Produktion von Filmen oder Büchern. Trends zu verfolgen, um den Geschmack der Community zu treffen, ist daher schwierig.
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Cain verdeutlicht das mit einem Beispiel: Hätte Warner Bros. das gefeierte Nemesis-System aus Mittelerde: Mordors Schatten nicht patentiert, hätten laut ihm zahlreiche Spiele dieses System Jahre später übernommen. Doch zu diesem Zeitpunkt wäre die Mechanik womöglich schon nicht mehr spannend gewesen.
Das Problem liegt für Cain auf der Hand: Was Spieler heute lieben, könnte in einigen Jahren kaum noch Relevanz haben.
Cain geht deshalb noch einen Schritt weiter und dreht den Spieß um: »Ihr wisst auch nicht, was ihr wollt.« Viele Spieler äußern zwar, was sie an Spielen hassen, doch konkrete Wünsche bleiben meist aus. »Ihr sagt, was ihr nicht wollt – großartig. Aber was wollt ihr stattdessen?«, fragt Cain herausfordernd.
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Ob es um unbeliebte Charaktertypen oder störende Spielelemente geht: Kritik wird, laut Cain, oft viel zu schwammig geäußert.
Ein Beispiel liefert Cain mit dem Wunsch nach »besserer Gegner-KI« oder »besserem UI«. Doch was genau stört? Wie könnte eine Lösung aussehen? Cain kommentiert das sarkastisch: »Ich werde einfach den Besser-Regler von OK auf Großartig schieben.«
Cain plädiert deshalb für präziseres Feedback: Spieler sollten genauer erklären, was sie stört – etwa welches Element einer Benutzeroberfläche stört oder warum eine KI als schlecht empfunden wird. Nur so können Entwickler gezielt an Verbesserungen arbeiten.
Im Kommentarbereich unter Tim Cains YouTube-Video stößt seine Aussage jedoch nicht überall auf Zustimmung. Einige Zuschauer werfen ihm vor, dass Entwickler doch eigentlich selbst Gamer sein sollten und daher eigentlich wissen müssten, was Spielern gefällt.
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