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Epstein Files erschüttern die Gaming-Welt: Schwere Vorwürfe gegen ehemaligen GTA-Chefentwickler Leslie Benzies - der meldet sich jetzt mit einem Statement

Die Freigabe weiterer Akten rund um den Sexualstraftäter Jeffrey Epstein rüttelt auch die Spielebranche durch. In den Dokumenten wird dem ehemaligen GTA-Chefentwickler Leslie Benzies sexuelle Nötigung vorgeworfen. Rockstar-Chef Sam Houser wird ebenfalls erwähnt.

Schwere Vorwürfe gegen zwei Rockstar-Veteranen: Die Namen von Studio-Präsident Sam Houser und dem ehemaligen GTA-Chefentwickler Leslie Benzies tauchen in den neuen Epstein-Akten auf. Schwere Vorwürfe gegen zwei Rockstar-Veteranen: Die Namen von Studio-Präsident Sam Houser und dem ehemaligen GTA-Chefentwickler Leslie Benzies tauchen in den neuen Epstein-Akten auf.

Korrektur vom 16.02.2026:

In der ursprünglichen Version dieses Artikels haben wir fälschlicherweise berichtet, Sam Houser und weitere Mitarbeiter von Rockstar North seien über die Vorgänge hinter den Kulissen im Bilde gewesen. Dabei handelte es sich um eine fehlerhafte Übersetzung der Email von Sarah Ransome. Dieser Vorwurf bezog sich ausschließlich auf Leslie Benzies. Wir haben die entsprechenden Passagen korrigiert.


Update vom 03.02.2026:

Leslie Benzies meldete sich nun mit einem Statement, welches Kotaku vorliegt, über einen offiziellen Sprecher zu Wort:

Die Anschuldigungen sind falsch. Ich hatte eine dreimonatige, einvernehmliche Beziehung mit dieser Person [anm. der Red.: Gemeint ist Sarah Ransome] und habe Jeffrey Epstein nie getroffen, noch dessen Insel oder Grundstücke besucht oder bin mit dessen Flugzeug geflogen. Jegliche gegenteilige Behauptung ist irreführend.


Originalmeldung: vom 02.02.2026

Ende Januar hat das Justizministerium der Vereinigten Staaten rund drei Millionen Seiten weiterer Ermittlungsakten zum Missbrauchskomplex rund um den verstorbenen Sexualstraftäter Jeffrey Epstein veröffentlicht.

Darin tauchen nicht nur die Namen von Prominenten wie Elon Musk, Bill Gates oder der mittlerweile aus allen Ämtern entlassene britische Prinz Andrew auf, sondern offenbar auch mindestens zwei bekannte Namen aus der Videospiel-Industrie:

Die Rede ist von Sam Houser, derzeit Präsident von Rockstar Games, und dem ehemalige GTA-Chefentwickler Leslie Benzies, der mittlerweile das Studio Build a Rocket Boy leitet. Letzterem wird in den nun veröffentlichten Akten sexuelle Nötigung vorgeworfen.

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Worum geht es konkret?

Die Vorwürfe gegen Benzies entstammen aus einem Email-Verlauf von Sarah Ransome, einem bestätigten Opfer des Missbrauchsrings von Epstein und Ghislaine Maxwell. In einer E-Mail aus dem Jahr 2023 schildert Ransome, Benzies habe sie im Jahr 2006 ebenfalls sexuell genötigt, während sie mit ihm in einer Beziehung war.

Die Emails sind Beweismittel in den Verfahren gegen Jeffrey Epstein und seine ehemalige Freundin Ghislaine Maxwell. Sie wurden im Verfahren von Epsteins ehemaligem Anwalt Alan Dershowitz verwendet, um Ransomes Unglaubwürdigkeit zu beweisen, weil sie in einer Mail aus 2024 von diversen Sextapes spricht, deren Existenz sie zuvor erst dementiert hatte (via BBC).

Anmerkung zur Übersetzung: Wir übersetzen die englische Bezeichnung »sexual assault« an dieser Stelle mit »Nötigung« statt dem allgemeineren »Missbrauch«, da der englische Bergiff meist eine konkrete Zwangshandlung oder einen plötzlichen Übergriff beschreibt. Da Sarah Ransome eine spezifische Situation schildert, deutet das auf eine konkrete Tat gegen ihren Willen hin. Im deutschen Strafrecht (§ 177 StGB) wird dies oft als sexueller Übergriff oder, wenn Gewalt/Drohung im Spiel ist, als sexuelle Nötigung aufgefasst.

Ransome schreibt in ihrer Aussage, Benzies habe sie sexuell genötigt, nachdem er Geld auf sie geworfen habe – ein Verhalten, das sie als Inspiration für entsprechende Szenen mit Prostituierten in der GTA-Reihe deutet. Eigenen Angaben zufolge habe sie dabei unter Drogeneinfluss gestanden.

Benzies soll sie mehrfach in New York besucht und über ihre Situation im Umfeld von Jeffrey Epstein Bescheid gewusst haben. Außerdem soll er Ransome die Mittel für eine Reise nach New York im September 2006 zur Verfügung gestellt haben.

Rockstar-Präsident Sam Houser wird in diesem Kontext ebenfalls namentlich erwähnt. Ransome gibt an, Houser während ihrer Zeit mit Benzies »unzählige Male« getroffen zu haben. Sie legt Houser zwar kein konkretes Fehlverhalten zur Last, schreibt jedoch, es sei nun an der Zeit, offenzulegen, was du und eine Rockstar North Boys wirklich hinter den Kulissen treiben. Außerdem sei sie überrascht, dass es gegen die Führungsebene des GTA-Studios noch keine Sammelklage gegeben habe.

Die betreffende Textstelle haben wir euch nachstehend eingebunden:

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Wichtig: Es gilt die Unschuldsvermutung

Die Nennung in den sogenannten »Epstein Files« ist noch kein Beweis für eine direkte Verwicklung in dessen Missbrauchsring oder für strafbares Verhalten. Die Dokumente enthalten Protokolle, E-Mails und Aussagen, die für das Gerichtsverfahren zusammengetragen wurden und zunächst ungefiltert sind. Weder Leslie Benzies noch Sam Houser wurden im Zusammenhang mit diesen Vorwürfen bisher angeklagt oder verurteilt.

Verzögerte Veröffentlichung

Dass diese Informationen erst jetzt an die Öffentlichkeit gelangen, liegt unter anderem an der schieren Menge der Akten. Eigentlich sollten die Epstein-Files bereits Mitte Dezember 2025 vollumfänglich freigegeben werden.

Viele Namen in den Dokumenten stammen allerdings von Zeugen, Ermittlern oder Personen, die lediglich im Umfeld von Epstein auftauchten, ohne selbst Täter zu sein. Zum Schutz der Persönlichkeitsrechte der Betroffenen geschieht die Freigabe nun stückchenweise, nachdem angeblich persönliche Informationen geschwärzt wurden.

Die Rockstar-Chefs sind übrigens nicht die einzigen Verbindungen zur Gaming-Branche in den Akten. Ein weiteres Dokument enthüllt etwa, dass Jeffrey Epstein im Jahr 2013 von Microsofts Xbox-Live-Service verbannt wurde. Grund dafür seien »schwere, wiederholte Belästigungen« und Drohungen gegenüber anderen Spielern gewesen.

Die Anschuldigungen kommen zu einem ungünstigen Zeitpunkt für Rockstar. Denn das öffentliche Image des GTA-Entwickler ist aktuell angekratzt. Vergangenen Herbst war bekannt geworden, dass Rockstar über 30 Entwickler entlassen hatte - angeblich um die Gründung einer Gewerkschaftssektion im Unternehmen zu verhindern. Der nächste große Hoffnungsschimmer GTA 6 wurde kürzlich zudem um ein weiteres Halbjahr nach hinten verschoben. Und jetzt geht es gleich in die nächste PR-Krise.

Bislang haben sich weder Take-Two Interactive (der Mutterkonzern von Rockstar Games) noch Benzies‘ aktuelles Studio Build a Rocket Boy zu den Vorwürfen geäußert. Wir ergänzen diesen Artikel, sobald uns eine Stellungnahme vorliegen sollte.

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