Bei vielen Fans, aber auch Angestellten von Wizards of the Coast, sorgte diese Nachricht für Sorgen: Der CEO von Hasbro (dem WotC gehört) ist erklärtermaßen ein großer Fan von generativer KI. Bei einigen lässt das die Alarmglocken läuten: Prangen bald KI-erstellte Bilder auf den Sammelkarten? Werden offizielle DnD-Abenteuer künftig nicht mehr von Menschen, sondern Imitationsmaschinen geschrieben?
Diese Sorgen wollte CEO Chris Cocks beschwichtigen. Im März 2026 sagte er, KI solle aus den kreativen Prozessen herausgehalten werden. Doch hinter den Kulissen scheint es ein wenig anders auszusehen. Und auch an anderen Stellen herrscht Unzufriedenheit unter den Angestellten. Deshalb schließen sich nun Mitarbeitende von DnD und MtG zu einer Gewerkschaft zusammen.
Was fordert die Labor Union?
In einer Petitionspricht sich die Gewerkschaft vehement gegen den Einsatz generativer KI in ihrem Arbeitsfeld aus:
Von der Führung kam ein Push für die Anwendung von LLMs und generativer KI. Das muss aufhören: unsere Teams verdienen eine robuste und durchsetzbare KI-Police, die mit unseren Zielen und Werten übereinstimmt.
Ein weiterer Stein des Anstoßes betrifft andere Rechte der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die unter Hasbro arbeiten. So hieß es schon im April 2026 in einem Gewerkschaft-Statement:
Wenn aktuell Angestellte in ihrer Freizeit etwas erschaffen, mit ihren eigenen Ressourcen, kann Hasbro Besitzansprüche darauf erheben. Was wir in unserer freien Zeit tun, sollte nicht vom Unternehmen diktiert werden, noch sollten Dinge, die wir in unserer Freizeit erschaffen, dem Unternehmen gehören.
Und das sind die zentralen Forderungen des Verbunds:
- Löhne, die unsere Arbeit und unseren Karrierefortschritt widerspiegeln
- Jobsicherheit während der Instabilitäten in der Industrie
- Verlässliche und zugängliche Gesundheitsvorsorge für uns und unsere Familien
- Nachhaltige Arbeitslast und Maßnahmen, inklusive Remote- und Hybrid-Arbeit
- Schutz vor Eingriffen durch KI
- Volles Eigentum an der Arbeit, die wir außerhalb des Unternehmens erstellen
- Weitere Bedürfnisse, die in unseren Zielen gelistet sind
Als sich die Gewerkschaft im Frühjahr gebildet hat, stellten sich Hasbro und Wizards of the Coast dagegen. Hasbro ließ eine Frist zur Anerkennung verstreichen, schließlich mussten die Angestellten (das MtG: Arena-Team) vor Gericht die Erlaubnis einholen.
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Wizards of the Coast gab damals ein Statement heraus, in dem sich das Unternehmen gegen eine Gewerkschaftsgründung aussprach, weil »direkte Kommunikation besser funktioniere«. Zudem warnte der Präsident davor, dass Gewerkschaften bei Verhandlungen angeblich zu viel weniger Flexibilität führen könnten.
Verhindert wurde der Zusammenschluss dadurch nicht. Bleibt abzuwarten, ob Hasbro diesmal der Gründung zustimmt oder es wieder auf einen Richterspruch ankommen lässt.
Zu den Teams gehören auch Angestellte bei D&D Beyond und Duel Masters.
Gewerkschaften (Labor Unions) haben in den USA grob die selben Aufgaben wie auch im deutschsprachigen Raum: Sie verhandeln für ihre Mitglieder mit den Firmen, bei denen sie angestellt sind, etwa über Gehälter, Arbeitsbedingungen und vor allem auch die Krankenversicherung. Die hängt für US-Angestellte oft direkt am Arbeitgeber, durch Jobverlust kann es bei Gesundheitsproblemen leicht zu massiver Verschuldung kommen, da ein vergleichbares soziales Netz wie in Deutschland fehlt.
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