eSport - n!faculty verlässt die EPS

von Walter Reindl,
11.05.2007 12:54 Uhr

In der ESL geht das Aufräumen weiter. Diesmal hat es das Counterstrike-EPS-Team vom Traditionsclan n!faculty erwischt. In einem Pro-Series-Spiel vom 22.4. gegen a-Losers verwendete der faculty-Spieler »cuddy« einen Wallhack, der von den gängigen Anti-Cheat-Tools nicht erkannt wird. Die ESL-Admins konnten sich jedoch mehrheitlich dafür entscheiden, dass cuddy illegale Hilfsmittel verwendete. Kurios an dieser Entscheidung ist eigentlich nur, dass die zwölf Strafpunkte für cuddy und die daraus resultierende zweijährige Sperre in der ESL aufgrund einer HLTV-Demo getroffen wurde.

Allerdings waren die Begleitumstände die zu dem Bann führten auch auf der Seite des Spielers sehr zweifelhaft. Am Abend des Spiels hatte der ESL-Server, der die Aequitas-Dateien registriert, einige Probleme. Die Daten der Spieler konnten nicht hochgeladen werden. Aus diesem Grund verlangte die ESL die Übermittlung der (obligatorischen) In-Eye-Demos von cuddy, sowie die Zusendung eines Model-Screenshots mit sichtbarem Netgraph, damit dieser einwandfrei dem Spiel zugeordnet werden könne. Beiden Forderungen konnte cuddy nicht nachkommen. Das Spiel gegen a-Losers war sein letztes im Lineup von n!faculty, er hatte bereits Tage vorher seinen Rücktritt aus dem aktiven Spielbetrieb verkündet. Aus diesem Grund habe er auch direkt nach dem (übrigens verlorenen) Spiel seine Counterstrike-Daten mitsamt allen Demos und Screenshots von der Festplatte gelöscht. Somit blieb den Admins nur noch die Beurteilung des Spielers durch die HLTV-Demo.

Mit dem HLTV-Material konnten sich die Admins aber trotzdem einen Eindruck verschaffen. Mehrere, unabhängig voneinander erstellte Timetables kamen alle zu dem gleichen Ergebnis: cuddy hat einen Wallhack/ESP-Cheat im Spiel verwendet.

Die Admins der ESL weisen allerdings darauf hin, dass die Entscheidung in diesem Fall alleine über Indizien getroffen werden musste. Aber auch hier wurde nicht leichtfertig vorgegangen. Schließlich bedeutet die Entlarvung eines Cheaters in der höchstdotierten deutschen Spielklasse auch einen Imageverlust für die Veranstaltung, den Betreiber und die Sponsoren.

Die Überprüfung des Spielers kam nicht durch einen Einspruch eines anderen EPS-Teams zustande, sondern fiel in die ganz normalen, regelmäßigen Stichproben, die bei EPS-Matches durchgeführt werden.

n!facultyzog daraufhin gestern abend seine Teilnahme an der EPS mit Rücksicht auf die anderen Teams zurück. Das Team ist für die laufende und die kommende Saison der EPS gesperrt. Alle bereits absolvierten Matches werden gelöscht.

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