Starfield gilt im Grunde seit Release als das Schwarze Schaf unter den Bethesda-Rollenspielen - zumindest wenn wir Multiplayer-Experimente wie Fallout 76 außen vor lassen. Doch gerade im Vergleich mit anderen Singleplayer-Meilensteinen aus dem Hause Bethesda konnte Starfield nie besonders hervorstechen.
So sieht das auch Bruce Nesmith, der eine Zeit lang bei Bethsda als System Designer gearbeitet hat und damit direkt an der Entwicklung von Starfield beteiligt war. In einem Interview mit FRVR spricht er seine Gedanken zu Starfield laut aus und geht mit dem Spiel dabei ehrlich ins Gericht. Allerdings betont er auch immer wieder, dass es grundsätzlich ein gutes Spiel sei.
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Starfield: Shattered Space ist da und der Trailer gibt einen Ausblick auf die geheimnisvolle Story
Das größte Problem von Starfield
Obwohl Starfield laut Nesmith wirklich Spaß machen kann, hat es auch kaum übersehbare Probleme. Für Nesmith ist das wohl größte davon die prozedurale Generierung. Insbesondere auf den unzähligen Planeten setzte Bethesda statt auf handgebaute Umgebungen auf automatisch generierte Landstriche. Das sorgt laut Nesmith für zu viel Wiederholung.
Wenn die Planeten sich alle sehr ähnlich anfühlen und man keine Spannung mehr auf ihnen spürt, an dem Punkt fällt für mich alles auseinander. Ich war auch enttäuscht, dass die einzigen ernsthaften Gegner, gegen die man kämpft, Menschen sind … Es gibt zwar viele coole außerirdische Kreaturen, aber sie sind wie die Wölfe in Skyrim. Sie sind einfach nur da, sie tragen nichts zur Handlung bei, es gibt keine Vielfalt an ernsthaften Gegnern, die Geschichten generieren.
Das alles wiegt laut Nesmith auch noch schwerer als das andere große Problem von Starfield: die langweilige Reise durch den Weltraum. Hier gibt es immerhin echt wenig zu tun und ihr werdet mehr Ladebalken beim Erkunden sehen als das All um euch herum.
Die Entscheidung hält Nesmith jedoch nach wie vor für richtig. Für ihn gibt der Weltraum einfach nicht so viele spannende Ereignisse her.
Ich bin ein großer Weltraumfan, ich bin Amateurastronom, ich kenne mich mit all diesen Dingen aus, ein Großteil meiner Arbeit an Starfield bezog sich auf astronomische Daten, aber der Weltraum ist von Natur aus langweilig. Er wird buchstäblich als Nichts beschrieben. Sich darin zu bewegen, ist meiner Meinung nach nicht besonders spannend.
Die großen Erwartungen
Nichtsdestotrotz hat Starfield laut Nesmith wohl aber auch mehr Ärger abbekommen, als das Rollenspiel eigentlich verdient. Zumindest klingt das zwischen den Zeilen ein wenig durch. Für ihn ist Starfield immerhin auch an den Erwartungen der Fans gescheitert. Die haben von dem Studio, das vorher Skyrim und Fallout veröffentlicht hat, einfach mehr erwartet.
Ich glaube nicht, dass es mit den anderen beiden Spielen, also Fallout oder Skyrim, oder besser gesagt Elder Scrolls, mithalten kann, aber ich finde, es ist ein gutes Spiel. Ich habe daran mitgearbeitet und bin stolz auf meine Arbeit.
Nesmith geht sogar so weit, dass dasselbe Spiel von einem anderen Studio ganz andere Reaktionen hervorgerufen hätte. Höchstwahrscheinlich deutlich positivere:
Wäre dasselbe Spiel nicht von Bethesda veröffentlicht worden, wäre es anders aufgenommen worden.
Immerhin ist Starfield bei all der regelmäßigen Kritik auch nicht vollends gescheitert. Das Rollenspiel wird nach wie vor ausreichend gespielt, auch wenn es nie die gewaltigen Spielerzahlen eines Skyrim erreichen konnte. Auch die millionenfachen Verkäufe und entsprechenden Umsätze deuten zumindest darauf hin, dass Bethesda hier trotz allem einen finanziellen Erfolg verbuchen konnte.
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