Seit einer Weile stolpere ich fast täglich über Aufreger-Threads rund um das Movement in Battlefield 6. Auf Reddit, X, Tiktok und in Kommentarspalten wehklagen Spieler über die vermeintliche »CoDifizierung« von Battlefield.
Der Tenor: Viel zu schnell, viel zu hektisch und was soll überhaupt diese blöde Slide-Mechanik da? Das dürfen die verschwitzen Pseudo-E-Sportler in Call of Duty gern behalten, aber wir wollen sowas in Battlefield nicht.
Das Problem: Diese Kritik könnte nicht weiter von der Wahrheit entfernt sein.
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Rush, Conquest, Breakthrough - Battlefield 6 geht bei Maps und Modi voll aufs Ganze
Realismus war nie der Punkt
Echte BF-Veteranen wissen: Battlefield hatte nie einen tatsächlichen Realismus-Anspruch – weder beim Movement, noch anderswo! Und deshalb gab es auch schon immer »unrealistische« Möglichkeiten, die Steuerung zu nutzen. Exploits übrigens inklusive.
Zu fordern, Battlefield 6 solle sich doch gefälligst an den alten Teilen orientieren, verklärt viel zu sehr die Vergangenheit.
Oder haben wir alle das haarsträubende Prone diving
in BF2 vergessen? Oder das Spammen der Ducken-Taste in BF4? Den berüchtigten ZouZou-Sprung? Die unsäglichen Jump peeks
in BF3?
Schaut euch mal diesen alten Clip von Battlefield-Kenner Enders an:
Link zum Twitter-Inhalt
Die simple Wahrheit ist: Jedes Battlefield hatte in Sachen Steuerung eine Tendenz Richtung Arcade-Shooter und seine eigenen Movement-Marotten. Und schon vor 20 Jahren wurden die gnadenlos ausgenutzt.
War Battlefield deshalb ein schneller Twitch-Shooter? Nein. Wird diese Art von Movement die Grenze zu CoD aufweichen? Nein.
Die neue Panikmache basiert auf nostalgisch verklärten Erinnerungen, die es so niemals gab. Battlefield war nie Arma.
Battlefield 6 fühlt sich nicht wie CoD an
Nach meinen ersten Stunden in der Beta von BF6 kann ich mit voller Zuversicht sagen: Beim Movement hat DICE den Nagel komplett auf den Kopf getroffen. Es gibt keinen Grund für Änderungen, einen CoD-Vergleich oder gar einen Aufschrei.
Deshalb kann ich Kritikern nur dringend raten: Spielt erst selbst die Open Beta und bildet euch dann eine Meinung. Vorschnelle Schlüsse (und schiefe Vergleiche) aufgrund von Videoaufnahmen zu ziehen, bringt uns nicht weiter.
Ja, es gibt eine Slide-Mechanik – die ist aber meilenweit von dem entfernt, was man in Lobbys von Black Ops 6 erlebt! Ja, man kann in manchen Situationen zum Beispiel schnell in Deckung rutschen. Eine Spam-Gefahr besteht hier nach meiner Erfahrung so gut wie gar nicht.
Auch verhasste Mechaniken wie Dropshotting sind im Vergleich zu schnellen Shootern entschärft: Drücke ich die Hinlegen-Taste beim Schießen, muss sich die Figur erst glaubhaft abstützen und kann in dieser Zeit nicht feuern. Beim Jumpshotting erhalte ich massive Abzüge auf Präzision, solange ich in der Luft bin.
Don’t Panic
Kurzum: All diese Movement-Optionen, vor denen BF-Fans Angst haben, sind sehr durchdacht und behutsam eingebaut worden, um geerdete Feuergefechte ins Zentrum zu stellen.
Das Steuerungsprofil von Battlefield 6 ist stark an Battlefield 5 angelehnt und spielt sich beinahe identisch – mit einem angemessen spürbaren Gewicht beim Klettern, einer Option für geduckte Sprints und ohne den superschnellen Taktik-Spurt aus BF2042, Call of Duty oder Delta Force.
Und auch wenn BF5 alles andere als unumstritten ist: Das Movement war mit Sicherheit eines der besten in der kompletten Seriengeschichte. Das sich DICE also genau hier großzügig bedient, ist eine clevere und nachvollziehbare Entscheidung, die Fans der Reihe eher hoffnungsvoll als skeptisch machen sollte.
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