Der GameStar-PC vor 25 Jahren zeigt, wie stark sich die Hardware entwickelt hat

Auch im Jahr 2000 hat GameStar bereits PC-Konfigurationen für euch erstellt. Seitdem hat sich viel getan. Lasst uns die Zeitreise starten!

Die RAM-Module sind tatsächlich nicht mehr sonderlich lebendig, die Erinnerungen an alte PCs aber schon: Wir machen mit euch eine Zeitreise zur Jahrtausendwende. Die RAM-Module sind tatsächlich nicht mehr sonderlich lebendig, die Erinnerungen an alte PCs aber schon: Wir machen mit euch eine Zeitreise zur Jahrtausendwende.

Ab und zu schleiche ich mich auf den Dachboden und krame in alten Kisten nach Schätzen. Je nach Stimmung erscheine ich danach wild ausgestattet, mit alter Hardware und einem kindlichen Grinsen im Gesicht oder mit alten Zeitschriften und, naja, dem gleichen Gesichtsausdruck.

Dabei fiel mir jüngst eine GameStar aus dem Jahr 2000 in die Hände. Auf vielen Seiten stellte die Redaktion vor, was vor 25 Jahren die Zukunft der Gaming-Hardware darstellte. Und dann folgte eine Doppelseite mit etwas, was es heute noch bei GameStar gibt: PC-Zusammenstellungen.

Dennis Ziesecke
Dennis Ziesecke

Der Dachboden von Dennis birgt so manche Überraschung, weshalb er zwecks Realitätsflucht immer wieder dort ab- und dann vollgepackt mit altem Zeug wieder auftaucht. Vor zwei Jahren förderte er den berühmten Aldi-PC von 1997 hervor, in diesem Jahr hat er sich bereits zum Jahr 2000 gegraben. Warum die neueren Dinge weiter unten liegen? Offenbar führt der Dachboden ein Eigenleben.

Schauen wir doch mal, welche Hardware damals bei Gamern beliebt war und was sich seitdem getan hat.

PCs wurden vor 25 Jahren noch mit D-Mark bezahlt

Einige von euch haben altersbedingt keine eigenen Bezahlerfahrungen mit der D-Mark machen können, daher der Hinweis, dass der Wechselkurs bei der Einführung des Euro im Jahr 2002 bei 1:1,96 lag. Ein Euro war also fast zwei DM wert.

Dieses Schätzchen aus Dennis Fundus war sogar im Jahr 2000 noch habwegs gut nutzbar: Zwei Voodoo2-Karten im SLI-Verbund (ja, der Begriff wurde zuerst von 3dfx genutzt und nicht von Nvidia) kombiniert mit einem dafür eigentlich zu neuem Pentium 3 733 MHz und 128 Megabyte (nicht Giga!) SD-RAM. Dieses Schätzchen aus Dennis' Fundus war sogar im Jahr 2000 noch habwegs gut nutzbar: Zwei Voodoo2-Karten im SLI-Verbund (ja, der Begriff wurde zuerst von 3dfx genutzt und nicht von Nvidia) kombiniert mit einem dafür eigentlich zu neuem Pentium 3 733 MHz und 128 Megabyte (nicht Giga!) SD-RAM.

Bei den genannten DM-Preisen müsst ihr für einen Vergleich mit heutigen Euro-Preisen zudem im Kopf haben, dass seitdem die Inflation für eine gewisse Teuerung gesorgt hat. Inflationsbereinigt musste ein Spieler im Jahr 2000 also länger für den PC arbeiten, als der reine Wechselkurs andeutet.

Eine Besonderheit der GameStar-Zusammenstellungen vor 25 Jahren: Der Monitor war, ebenso wie Eingabegeräte, in der Kaufempfehlung mit dabei. Und auch bereits eingepreist.

Beim PC für 2.500 DM gehen also 800 DM für den Monitor raus. Dazu kommen Maus, Tastatur und sogar Lautsprecher - Komponenten, die wir heute als so individuell einstufen, dass wir einzelne Kaufberatungen dafür haben.

Auf dieser Doppelseite stand, wofür im Frühjahr des Jahres 2000 das Sparguthaben verprasst wurde: PCs in Preisklassen von 2.500 bis 8.900 Mark. Servicetipp für alle, die damals schon alt genug für PCs waren: Die relevanten Komponenten findet ihr auch besser lesbar und ausgeschrieben im Artikel. Auf dieser Doppelseite stand, wofür im Frühjahr des Jahres 2000 das Sparguthaben verprasst wurde: PCs in Preisklassen von 2.500 bis 8.900 Mark. Servicetipp für alle, die damals schon alt genug für PCs waren: Die relevanten Komponenten findet ihr auch besser lesbar und ausgeschrieben im Artikel.

Die Komponenten der drei antiken PC-Vorschläge

Beim günstigsten Modell für 2.500 Mark gab als Prozessor den Intel Celeron mit 466 MHz nebst 64 Megabyte SD-RAM und einer Festplatte mit 8,4 Gigabyte. Im Detail:

  • CPU: Intel Celeron 466 - ca. 250 Mark
  • Mainboard: Abit BM6 Sockel 370 - ca. 220 Mark
  • RAM: 64 Megabyte PC100 - ca, 150 Mark
  • Grafikkarte: 3Dfx Velocity 100 (Voodoo 3, 8 Megabyte) - ca. 140 Mark
  • Festplatte: Quantum Fireball 8,4 Gigabyte - ca. 270 Mark
  • Soundkarte: Soundblaster 16 PCI - ca. 80 Mark

Wer 5.000 Mark investieren konnte, wurde mit dem AMD Athlon 600 MHz sowie 128 Megabyte RAM und 20 Gigabyte HDD-Speicher belohnt. Alle Komponenten im Überblick:

  • CPU: AMD Athlon 600 - ca. 700 Mark
  • Mainboard: Asus K7M Slot1- ca. 350 Mark
  • RAM: 128 Megabyte PC133 - ca, 360 Mark
  • Grafikkarte: Creative Labs Annihilator (Nvidia Geforce 256, 32 MB) - ca. 500 Mark
  • Festplatte: Seagate ST320430A 20 Gigabyte - ca. 400 Mark
  • Soundkarte: Soundblaster Live Player 1024 - ca. 150 Mark

Dieses Bild aus dem GameStar-Archiv stammt aus einem Test von CRT-Monitoren im Jahr 2006. Auch in den Zusammenstellungen aus dem Jahr 2000 kommen diese klobigen Röhrenbildschirme vor und machen einen nicht geringen Teil des Preises aus. Dieses Bild aus dem GameStar-Archiv stammt aus einem Test von CRT-Monitoren im Jahr 2006. Auch in den Zusammenstellungen aus dem Jahr 2000 kommen diese klobigen Röhrenbildschirme vor und machen einen nicht geringen Teil des Preises aus.

Die Luxusklasse wurde schlicht mit 5.000+ Mark angeben, als Gesamtpreis standen allerdings ganz schüchtern 8.950 Mark in der Ecke. Dafür gab es neben Athlon 750 MHz und satten 256 Megabyte RAM folgende Teile:

  • CPU: AMD Athlon 750 - ca. 1.850 Mark
  • Mainboard: Asus K7M Slot1 - ca. 350 Mark
  • RAM: 256 Megabyte PC133 - ca, 720 Mark
  • Grafikkarte: Elsa Erazor X2 (Geforce 256, 32 MB DDR) - ca. 700 Mark
  • Festplatte: IBM DTA373420 32,2 Gigabyte - ca. 700 Mark
  • Soundkarte: Soundblaster Live Platinum - ca. 450 Mark

Highend-Grafik zum Schnäppchenpreis

Neben der generellen Leistungsfähigkeit finde ich die Preise der Hardware damals interessant. Vor allem Grafikkarten waren vergleichsweise günstig, Nvidias absolutes Highend-Topmodell, die Geforce 256 mit DDR-Speicher, kostete mit 700 Mark selbst inflationsbereinigt nur einen Bruchteil einer RTX 5090.

Ja, das war die teuerste und schnellste Grafikkarte des Jahres 1999: Die Nvidia Geforce 256, die erst mit SD-RAM und dann als faszinierendes Luxusmodell mit DDR-Speicher. Ja, das war die teuerste und schnellste Grafikkarte des Jahres 1999: Die Nvidia Geforce 256, die erst mit SD-RAM und dann als faszinierendes Luxusmodell mit DDR-Speicher.

Dabei war die Geforce 256 zur Jahrtausendwende ein technisches Anbetungsobjekt für Nerds. Nvidia benutzte seinerzeit das erste Mal den Begriff GPU für den Grafikchip, um die steigende Relevanz gegenüber der CPU darzustellen.

Erstmals kam T&L (Transform&Lighting) zum Einsatz, ein Feature, das der CPU Arbeit bei der Grafikdarstellung abnehmen sollte.

Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle findest du einen externen Inhalt von YouTube, der den Artikel ergänzt.
Du kannst ihn dir mit einem Klick anzeigen lassen und wieder ausblenden.

Ich bin damit einverstanden, dass mir Inhalte von YouTube angezeigt werden.

Personenbezogene Daten können an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Link zum YouTube-Inhalt

T&L brauchte damals noch Zeit, um sich zu etablieren, die Geforce-Karten waren aber auch aufgrund ihrer generellen Leistungsfähigkeit beliebt.

Vor allem das nachgeschobene Modell mit DDR-Speicher - eine seinerzeit unglaubliche technische Entwicklung, bei der die Datentransferraten im Vergleich zu SDR knapp verdoppelt werden konnten.

Für Grafikkarten war schnellerer Speicher ein Nachbrenner und die erste DDR-Geforce entsprechend ein absolutes Will-haben-Produkt.

CPUs kurz vor der Gigahertz-Grenze

Bei den CPUs hingegen gibt es beim Topmodell mit 750 Megahertz (und einem Kern, Multicore-CPUs für Gamer brauchten noch ein paar Jahre) eine heute nicht mehr existente Preisspitze. Heute ärgern wir uns über schlecht verfügbare X3D-CPUs und die damit einhergehende Preissteigerung auf aktuell 579 Euro.

Das Video weiter oben zeigt eine Nvidia-Techdemo für die erste Geforce überhaupt, der Screenshot hier die Techdemo für die aktuellste Geforce-Reihe. Seht ihr auch die winzigen Unterschiede in der Bildqualität? Das Video weiter oben zeigt eine Nvidia-Techdemo für die erste Geforce überhaupt, der Screenshot hier die Techdemo für die aktuellste Geforce-Reihe. Seht ihr auch die winzigen Unterschiede in der Bildqualität?

Beim Schreiben der PC-Kaufberatung bereitet es mir mittlerweile großes Unbehagen, Grafikkarten für über 2.000 Euro zu empfehlen.

Aber hey, im Gegenzug sind Massenspeicher heute sehr schnell und preiswert, 2.000 Gigabyte SSD-Speicher mit über 7 Gigabyte pro Sekunde Leseraten gibt es für 120 Euro, die Luxusfestplatte mit 32,2 Gigabyte damals kostete so viel wie eine Highend-Grafikkarte und schaufelte keine 40 Megabyte pro Sekunde in den Speicher.

Hier seht ihr den Pentium 3 mit 1.133 MHz - mit dieser CPU wollte Intel den überraschend im Gigahertz-Rennen besser aufgestellten Mitbewerber AMD überflügeln. Es wurde ein Fiasko, der verantwortliche Manager verlor seinen Job. Hier seht ihr den Pentium 3 mit 1.133 MHz - mit dieser CPU wollte Intel den überraschend im Gigahertz-Rennen besser aufgestellten Mitbewerber AMD überflügeln. Es wurde ein Fiasko, der verantwortliche Manager verlor seinen Job.

Wie spieletauglich waren die GameStar-PCs vor 25 Jahren?

Spoiler: Can it run Crysis lässt sich leicht beantworten, bis zu Cryteks Shooterbombast sollte es noch sieben Jahre dauern.

Im Jahr 1999 erschienen Titel wie Age of Empires II, Dungeon Keeper 2 und das Half-Life-Addon Opposing Force. Spiele, mit denen man auch auf dem kleinsten 2000er-System durchaus Spaß haben konnte.

Video starten PLUS 6:43 Quake 3: Arena - Multiplayer-Duell - Multiplayer-Duell

Um auf die Titel des Jahres 2000 vorbereitet zu sein, musste ein PC schnell genug für Spiele wie Icewind Dale, Diablo II und Giants: Citizen Kabuto sein. Und natürlich für Titel auf Basis der Quake-3-Engine, wie Star Trek Voyager: Elite Force.

Schlechte Nachrichten für Fans des schrägen Giants: Citizen Kabuto, das erst Ende 2000 erschienene Spiel überforderte sogar das System für über 8.000 Mark.

Gleiches galt allerdings auch für Ultima IX, dessen Hardwarehunger bei Release legendär war und das sich nach einem Prozessor im Gigahertz-Bereich sehnte. Bei Erscheinen gab es sie nur noch nicht.

Ja, das hier war das Crysis der Jahrtausendwende: Ultima IX verlangte schon bei Release nach Hardware der kommenden Jahre. Nach einigen Fan-Patches und diversen Hardwaregenerationen lief es endlich halbwegs flüssig. Nur interessierte sich da schon niemand mehr dafür. Schade, aber angesichts der gruseligen Steuerung verständlich. Ja, das hier war das Crysis der Jahrtausendwende: Ultima IX verlangte schon bei Release nach Hardware der kommenden Jahre. Nach einigen Fan-Patches und diversen Hardwaregenerationen lief es endlich halbwegs flüssig. Nur interessierte sich da schon niemand mehr dafür. Schade, aber angesichts der gruseligen Steuerung verständlich.

Früher drehte sich die Hardwarespirale noch schneller als heute, neue Taktrekorde wurden regelmäßig aufgestellt und bei Grafikkarten folgte auf T&L und DDR-Speicher bereits Ende 2001 die Geforce 3 mit der ersten Umsetzung für Pixel- und Vertexshader.

Die Vorläufer der universellen Shader, wie wir sie heute einsetzen, und ein gewaltiger Schritt für die Entwicklung der Gaming-Grafik. Fast so groß wie die Einführung nutzbarer 3D-Beschleunigung durch die 3dfx Voodoo anno 1996.

Das kleinste System aus dem 2000er-Artikel setzt noch auf eine Karte von 3dfx - die Voodoo3 war damals günstig zu haben, stand aber in harter Konkurrenz zu Nvidias Riva TNT und später der Geforce 256. Hier im Bild sind noch ältere Modelle in Form der ersten beiden Generationen, die noch eine zusätzliche 2D-Karte benötigten. Das kleinste System aus dem 2000er-Artikel setzt noch auf eine Karte von 3dfx - die Voodoo3 war damals günstig zu haben, stand aber in harter Konkurrenz zu Nvidias Riva TNT und später der Geforce 256. Hier im Bild sind noch ältere Modelle in Form der ersten beiden Generationen, die noch eine zusätzliche 2D-Karte benötigten.

Und auch wenn wir 2025 neue Grafikkarten von Nvidia und AMD bekommen werden: So schnell wie 2000 veralten frisch gekaufte PCs nicht mehr.

Zum Einstiegspreis von aktuell unter 700 Euro gibt es aktuell ein System mit zwar etwas angegrauten aber in Full HD immer noch gut mithaltenden Komponenten. Abgesehen von der genutzten Auflösung hat sich in den letzten 25 Jahren also sogar recht wenig getan.

Im Highend wird es beachtlicher. Zwar kostet auch heute eine Luxuskonfiguration mit RTX 4090 oder in Kürze RTX 5090 mehr als 4.000 Euro - schon aufgrund der wirklich abgehobenen GPU-Preise im Highend.

Allerdings würde ich davon ausgehen, dass ein solcher PC auch etwas länger als ein oder maximal zwei Jahre alle relevanten Funktionen bietet und gut mitspielen kann.

zu den Kommentaren (12)

Kommentare(12)
Kommentar-Regeln von GameStar
Bitte lies unsere Kommentar-Regeln, bevor Du einen Kommentar verfasst.

Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.