Wenn ihr überlegt, euch einen neuen Gaming-PC zu kaufen oder aufzurüsten, müsst ihr jetzt schnell sein: Die nächste Hardware-Krise droht

Die Anzeichen verdichten sich, dass wir relativ bald wieder mit Hardware-Knappheit und deutlich steigenden Preisen zu kämpfen haben werden.

Tech-Autor Nils zeigt sich besorgt über die jüngsten Entwicklungen auf dem Hardware-Markt. (Bildhintergrund: KI-generiert mit Adobe Firefly – und damit ein Teil des Problems) Tech-Autor Nils zeigt sich besorgt über die jüngsten Entwicklungen auf dem Hardware-Markt. (Bildhintergrund: KI-generiert mit Adobe Firefly – und damit ein Teil des Problems)

Verfolgt man aktuell die Nachrichten rund um PC-Hardware, erkennt man einen Trend, der vor allem in eine Richtung deutet. Diese Hardware wird knapper und knapper – und damit voraussichtlich auch teurer und teurer.

Es kommt nicht von ungefähr, dass dabei verschiedene Komponenten betroffen sind. Denn sie basieren letztlich auf demselben Grundstein mit begrenzten Fertigungsmöglichkeiten in Form von Silizium-Wafern.

Eine große Befürchtung wird dadurch immer konkreter: Dem Hardware-Markt könnte die nächste große Krise kurz bevorstehen, mit potenziell schwerwiegenden Folgen auch für Spieler.


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Die schlechten Anzeigen verdichten sich

Schauen wir uns einige der jüngsten Nachrichten an, von denen eingangs die Rede war:

Wer auf die jüngste Preisentwicklung von Arbeitsspeicher schaut, stellt schnell fest: Die Kurven zeigen meist steil nach oben. Wir waren früher zwar schon mal schlechter dran, aber das Ende der Fahnenstange dürfte noch lange nicht erreicht sein.

Nicht nur der flüchtige Speicher, der für RAM verwendet wird, steht offenbar vor einem Problem. Gleiches gilt auch für dauerhafte Speichermedien wie HDDs und SSDs. In der oben verlinkten Nachricht ist dabei sogar von der größten Speicherkrise seit Jahrzehnten die Rede.

Grafikkarten benötigen ebenfalls schnellen Speicher. Neue Super-Modell für Nvidias aktuelle RTX-5000-Generation sind dabei schon länger ein Thema in der Gerüchteküche. Doch der Speichermangel soll nun dafür sorgen, dass ihr Release mindestens weit nach hinten in das dritte Quartal 2026 verschoben wird. Außerdem werden Engpässe bei der RTX 5060 Ti mit 16 GByte und GDDR7-VRAM erwartet.

Ein entscheidender Teil des Problems: Chips auf Basis von Silizium-Wafern kommen nicht nur für CPUs, GPUs und Speicher für PCs zum Einsatz, sondern auch in anderen Bereichen wie Smartphones, Autos und mehr. Doch solche Chips können im Kern nur TSMC, Samsung und Intel herstellen. Kein großes Wunder also, dass Elon Musk für Tesla den Bau einer eigenen TeraFab mit riesigen Kapazitäten ins Spiel bringt.

Woher der immense Bedarf an Chips für Speicher & Co. kommt, dürfte für niemanden eine Überraschung sein: Der boomende KI-Markt ist hauptverantwortlich dafür. Die Konkurrenz ist dabei weltweit sehr groß, wie Jensen Huangs jüngste Äußerungen im Wettrennen zwischen den USA und China einmal mehr verdeutlicht haben.

Ein Damoklesschwert schwebt dabei über all dem: Platzt die KI-Blase – oder lautet die Frage eher, wann sie es tut? Starke Kurseinbrüche großer Firmen inklusive Nvidia an der Börse können als ein weiteres Anzeichen dafür gedeutet werden. Mehr zu dem Thema erfahrt ihr im folgenden Artikel:

Erschwerend hinzu kommt das jüngste Support-Ende für Windows 10, das mangels Kompatibilität vieler alter Hardware zu Windows 11 ebenfalls zu einem größeren Bedarf an PC-Komponenten führen dürfte (auch wenn sich der Update-Zeitraum optional und kostenlos um ein Jahr verlängern lässt).

Die Zukunft bleibt ungewiss

Klare, konkrete Folgen und ihr genaues Ausmaß sowie die Dauerhaftigkeit zu benennen, ist aufgrund der vielen verschiedenen Faktoren, die hier eine Rolle spielen, kaum möglich.

Die naheliegendste Folge ist aber wohl, dass PC-Hardware in den nächsten Monaten in vielen Bereichen knapper und deutlich teurer werden dürfte.

Wenn ihr mit dem Gedanken spielt, euch einen neuen Rechner zuzulegen oder aufzurüsten, solltet ihr es also möglicherweise lieber schnell tun, statt noch allzu lange zu warten.


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Da weder im Bereich der Grafikkarten noch bei Prozessoren zeitnah mit neuen Generationen zu rechnen ist, auf die man unbedingt warten muss, spricht aus dieser Sicht nichts gegen eine zeitnahe Investition in neue Gaming-Hardware.

Letztlich muss das jeder auf Basis des eigenen Bedarfs (laufen Spiele nicht mehr flüssig genug, in welcher Auflösung und mit was für eine Bildwiederholrate spielt man bevorzugt und so weiter) für sich entscheiden. Zumal abzuwarten bleibt, wie genau sich die Situation weiterentwickelt.

Lasst uns gerne in den Kommentaren wissen, wie ihr den aktuellen Stand auf dem Hardware-Markt und seine Entwicklung in den nächsten Monaten und Jahren einschätzt!

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