7.500 Dollar für einen Gaming-PC: Ist das Betrug oder geht alles mit rechten Dingen zu?

Tatsächlich werden ausschließlich High-End-Komponenten aufgeführt, doch die günstigsten Teile sind es nicht.

Ein beispielhafter Gaming-PC. (Bildquelle: Adobe StockSayLi) Ein beispielhafter Gaming-PC. (Bildquelle: Adobe Stock/SayLi)

Einen Gaming-PC bei einem entsprechenden Händler zu kaufen und zusammenbauen zu lassen, kann durchaus ins Geld gehen. Denn nicht nur die Komponenten verursachen Kosten. Die Arbeit will ebenfalls bezahlt werden.

Der Reddit-Nutzer sunil00021 möchte das machen und einen High-End-Rechner bei einem Shop in Auftrag gegeben. Aber er staunte wohl nicht schlecht über den fürstlichen Kostenvoranschlag in Höhe von 7.500 US-Dollar (rund 6.900 Euro).

Deshalb wandte er sich an die Community mit der Frage, ob die Spezifikationen des PCs den exorbitanten Preis wert sind:

Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle findest du einen externen Inhalt von Reddit, der den Artikel ergänzt.
Du kannst ihn dir mit einem Klick anzeigen lassen und wieder ausblenden.

Ich bin damit einverstanden, dass mir Inhalte von Reddit angezeigt werden.

Personenbezogene Daten können an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Link zum Reddit-Inhalt

Einige Kommentatoren kommen zu dem Schluss, dass sunil00021 nicht über den Tisch gezogen wird, wie man auf den ersten Blick vielleicht meinen könnte. Crazy_Asylum etwa schreibt:

Ich habe alle Einzelteile zu einem Einkaufswagen auf Newegg hinzugefügt und es kamen 6.900 Dollar vor Steuern und ohne Montage heraus. Es [der Preis] ist also nicht völlig unbegründet. Jedoch, wie andere angegeben haben, kannst du 3.000 [Dollar] sparen, indem du günstigere Teile verwendest. Das Mainboard alleine kostet 550 Dollar und du könntest um die 300 Dollar sparen. Die GPU wäre 400 Dollar billiger, wenn Sie schwarz statt weiß wäre.

So viel kosten die Einzelteile in Deutschland

Wir haben nachgerechnet:

  • Prozessor: Intel Core i9 13900K (531 Euro)
  • Mainboard: Asus ROG Maximus Z790 Hero (564 Euro)
  • Grafikkarte: Zotac RTX 4090 Gaming 24 GB Trinity OC White Edition (3.200 Euro)
  • PCIe-Verlängerungskabel: Thermaltake 300mm (74 Euro)
  • Arbeitsspeicher: Kingston Fury 64GB 5.600 MHz DDR5 RGB (235 Euro)
  • SSD: Samsung 980 Pro 2 TB (2 x 142 Euro)
  • AiO-Wasserkühlung: NZXT Kraken Elite 360 RGB White (274 Euro)
  • Netzteil: Asus ROG Thor 1200W (320 Euro)
  • Lüfter: NZXT F120 RGB Duo White (2 x 30 Euro)
  • Gehäuse: Thermaltake Core P6 TG Snow White (155 Euro)
  • Maus: Glorious Model-D Wireless (73 Euro)
  • Tastatur: Logitech G715 WL GX Brown (182 Euro)
  • Monitor: Samsung Odyssey G9 NEO QLED (1.649 Euro)
  • Headset: Steelseries Arctis Nova Pro (308 Euro)

Wir kommen auf eine Summe von 7.909 Euro. Also deutlich mehr, als der Gaming-Rechner bei dem Shop kostet. Das liegt allerdings daran, dass wir die Grafikkarte in der weißen Ausführung nur einmal in Deutschland und zu einem deutlich überteuerten Preis gefunden haben.

Da sie im Ausland günstiger zu ergattern ist (bei Newegg 2.400 US-Dollar), dürfen wir hier rund 1.000 Euro abziehen und kommen so beim Preis der einzelnen Komponenten auf insgesamt 6.900 Euro.

Der Händler will sunil00021 also tatsächlich fair behandeln und nicht zu viel aufschlagen. Im Gegenteil, der Zusammenbau würde ihm praktisch geschenkt.

Es gibt große Einsparpotenziale

Ob die Spezifikationen des Gaming-PCs den Preis wert sind, ist aber eine andere Frage.

Da ist es in der Tat so, dass man die gleiche Performance für weniger Geld bekommt. Bei der Grafikkarte lassen sich beispielsweise gleich mehrere Hundert Euro sparen. Nicht übertaktete Standardmodelle der RTX 4090 gibt es bereits ab 1.750 Euro.

Bei der Hauptplatine gibt es ebenfalls Einsparpotenzial im hohen dreistelligen Bereich.

Das Netzteil ist mit 1.200 Watt Nennleistung zudem äußerst üppig bemessen, hier hätte es ein leistungsschwächeres und dadurch günstigeres Modell getan.

Einige Produkte kosten wegen ihrer weißen Ausführung mehr. Dort könnte man also auch sparen.

Aber es ist schließlich eine Ermessensfrage, wie viel man für den Look ausgeben möchte. Insofern ist die Frage danach, ob die Spezifikationen den Preis rechtfertigen, nur schwer zu beantworten.

Wer nur die reine Leistung bei gleichzeitig möglichst geringen Kosten haben will, kann auch für 3.000 bis 3.500 Euro ein Gerät zusammenstellen oder komplett kaufen (Monitor und Peripherie nicht mit eingerechnet).

Die RTX 5090 ist vielleicht nicht mehr weit entfernt

Eine ganz andere Frage ist, ob es Sinn macht, einen High-End-Gaming-PC so spät im Lebenszyklus von Prozessoren und Grafikkarten zusammenzustellen.

Auch wenn wir nicht genau wissen, wann die neuen 3D-Beschleuniger von Nvidia vor allem in Form der RTX 5090 kommen, ist doch abzusehen, dass ein Release wohl nicht mehr allzu weit entfernt ist. Das Flaggschiff wird gegen Ende des Jahres erwartet.

Auf der anderen Seite lässt es sich über den richtigen Zeitpunkt des PC-Kaufs vortrefflich streiten. Denn womöglich gibt es die nächste Generation Grafikkarten zunächst nur in geringer Stückzahl und zu sehr hohen Preisen. Unter Umständen muss also mit einer längeren Wartezeit gerechnet werden.

zu den Kommentaren (27)

Kommentare(25)
Kommentar-Regeln von GameStar
Bitte lies unsere Kommentar-Regeln, bevor Du einen Kommentar verfasst.

Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.