Explodierende Körperteile, absurde Superkräfte und eine deftige Portion schwarzer Humor: Das Spin-off Gen V steht der Hauptserie The Boys in keinem dieser Aspekte nach. Kurz vor dem großen Finale gegen Homelander in Staffel 5 geht es noch einmal an die Godolkin-Universität zurück, wo junge Supes zu richtigen Helden ausgebildet werden.
Es gibt jedoch ein Problem: Homelander ist mittlerweile die rechte Hand des Präsidenten und stiftet Supes im ganzen Land dazu an, sich nicht mehr von den Menschen unterkriegen zu lassen. An ein klassisches Helden-Dasein scheinen viele Studenten nicht mehr zu denken. Oh Mann!
Diese Veränderungen bei The Boys wirken sich natürlich auch auf das Spin-Off aus. Am Anfang habe ich daher das Gefühl, als handele es sich hier eher um eine Zwischenstaffel von The Boys als um eine eigenständige Serie. Wenig später werde ich jedoch eines Besseren belehrt. Dieses Comeback habe ich wirklich nicht kommen sehen! Die Erklärung gibt es jetzt komplett spoilerfrei.
Worum geht’s in Staffel 2 von Gen V?
Warnung: der folgende Absatz enthält Spoiler zu Staffel 1
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Kurzer Recap zu Staffel 1: Die Studenten Marie (Jaz Sinclair), Emma (Lizze Broadway), Andre (Chance Perdomo), Cate (Maddie Phillips) und Jordan (Derek Luh/London Thor) entdecken unter der Godolkin Universität ein geheimes Labor namens »The Woods«, in dem schreckliche Experimente an Mitschüler durchgeführt werden.
Die befreiten Supes richten, angeführt von Sam (Asa Germann) und Cate, ein blutiges Massaker auf dem Campus an. Marie, Andre, Emma und Jordan stellen sich ihnen entgegen, doch Homelander (Antony Starr) hält sie auf. Die Freundesgruppe wacht wenig später in einem versiegelten Raum auf und wird für die Rebellion der Supes verantwortlich gemacht.
Nach den Ereignissen der ersten Season kehren Marie, Emma und Jordan an den Campus der Godolkin Universität zurück. Dort weht seit der autoritären Herrschaft von Homelander über die USA ein ganz anderer Wind.
Auch der neue, mysteriöse Schulleiter Cipher (Hamish Linklater) verfolgt anscheinend ein größeres Vorhaben: Ein aggressiver Lehrplan soll dafür sorgen, dass einige Schüler zu leistungsstarken Supe-Soldaten werden. Marie und ihre Freunde müssen sich einmal mehr zusammenraufen, um herauszufinden, was es mit dem merkwürdigen Dekan auf sich hat.
Die ersten drei Folgen von Gen V: Staffel 2 erscheinen am 17. September 2025 auf Amazon Prime Video. Danach wird jeweils wöchentlich eine neue Episode veröffentlicht. Die achte und letzte Folge gibt es dann am 22. Oktober 2025.
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Gen V: Der Trailer zu Staffel 2 bringt gleich zwei alte Bekannte aus The Boys zurück
Gen V: Staffel 2 ist Unterhaltung pur
Bei anderen Serien atme ich in Bezug auf schwarzen Humor normalerweise scharf ein, aber bei Gen V klatsche ich begeistert in die Hände. Auch wenn ich mich bereits an den dunklen Unterton gewöhnt habe, werfen mich manche Scherze in Staffel 2 immer noch aus der Bahn - was hier definitiv etwas Gutes ist.
Denn obwohl der satirische Superhelden-Humor an der Tagesordnung steht, stumpfe ich nicht gänzlich ab. Ich lache und bin gleichzeitig von der Direktheit schockiert. Dabei scheut sich Schöpfer Eric Kripke nicht davor, politische Themen aufzugreifen oder die ein oder andere Spitze gegen gewisse bekannte Personen auszuteilen. (Wir verraten euch an dieser Stelle natürlich nicht, um wen es geht - schließlich wollen wir euch nicht den Witz verderben!)
Noch absurder wird es in Staffel 2 aber im Hinblick auf neue Supes. Die Serie schafft es weiterhin, mit Helden um die Ecke zu kommen, mit denen ich einfach nicht rechne. Wenn ihr dachtet, dass »Little Cricket« (Lizze Broadway) oder der Ant-Man von The Boys »Termite« (Brett Geddes) schon das Ende der Fahnenstange sind, dann lehnt euch entspannt zurück und genießt die Show. Sofern ihr es denn schafft.
Die knisternde Spannung sorgt bei mir dafür, dass ich vorgebeugt und atemlos auf die nächste Wendung der Geschichte wartet. Das gesamte Mysterium rund um den neuen Schulleiter Cipher lädt mich dazu ein, mir selbst Gedanken zu machen und Theorien aufzustellen. Ich begebe mich mit Marie und Co. auf eine gefährliche Schnitzeljagd und sammeln kleine Puzzleteile, die irgendwann ein fertiges Bild ergeben.
Der große Knall kommt ganz zum Schluss. In den letzten zwei Folgen jagt eine Enthüllung die nächste und die Fragezeichen über meinem Kopf werden zu riesigen Ausrufezeichen. Ich wurde hinters Licht geführt! Denn ich muss zugeben: Nach den ersten vier Episoden wollte ich schon etwas enttäuscht in die Tasten hauen und mich beschweren.
Ist Gen V: Staffel 2 nur eine Vorbereitung auf das Ende von The Boys?
Dass die zweite Staffel von Gen V uns unmittelbar auf das große Finale der Hauptserie vorbereitet, war von vornherein klar. Die ersten Trailer teaserten bereits diverse Cameo-Auftritte von Firecracker (Valorie Curry), The Deep (Chace Crawford) und Starlight (Erin Moriarty) an, während Eric Kripke die Verbindung der Shows in einem Interview mit Entertainment Weekly bestätigte.
Trotzdem soll Gen V seine eigene Identität behalten und auch andere Handlungsstränge verfolgen. Nach der ersten Hälfte von Staffel 2 war ich jedoch mehr als skeptisch und führte eine lange Unterhaltung mit meinem Kollegen Phil.
Ich machte mir Sorgen, dass die Serie die Beziehungen der Figuren untereinander hinten anstellt und Gen V in den Schatten der Hauptserie rückt. Denn der Name Homelander fällt verdächtig oft und die Bezugnahmen werden einem regelrecht ins Gesicht gedrückt.
Doch dann nimmt die Handlung auf einmal Fahrt auf; in eine völlig unerwartete Richtung. Alles gipfelt in einem epischen Finale. In den letzten Sekunden springe hält es mich nicht mehr im Bett, ich springe auf und rufe laut aus: »Oh mein Gott!« Noch Minuten später bin ich ganz aufgekratzt und denke darüber nach, wie ich nur so falsch liegen konnte.
Gen V hat seine eigene Identität und die wird deutlich herausgestellt. Selbst wer The Boys nicht kennt, kann mit Gen V seinen Spaß haben. Staffel 2 ist nicht nur die Vorbereitung für die fünfte Season der großen Schwester, sondern kann auch sehr gut für sich alleine stehen. (Vorausgesetzt man streicht den Namen Homelander
aus den Gesichtsbüchern.)
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