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Seite 2: 4 geniale Brettspiele, die ich jedem Gaming-Fan empfehle

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Blood Rage

Spieler: 1-4 | Spieldauer: 60-120 Minuten | Preis: 65 Euro | Verlag: CMON

Worum geht’s? Blood Rage ist ein sogenanntes Area-Control-Spiel, vom Grundprinzip also vergleichbar mit dem (meiner Ansicht nach furchtbar überschätzten) Risiko. In einer mythologischen Wikinger-Welt steht Ragnarök vor der Tür, und als einer von vier Clans ist es euer Ziel, vor dem Untergang der Welt noch so viel Ruhm einzusammeln wie möglich.

Dazu platziert ihr wundervoll modellierte Krieger-, Schiff- und Monster-Miniaturen auf dem Spielbrett, um die jeweiligen Regionen zu plündern, so Ruhmpunkte zu sammeln und euren Clan aufzuleveln.

Blood Rage sieht auf dem Tisch richtig schön nerdig aus, macht dank seiner tollen Dynamik aber selbst denjenigen Spaß, die sonst nur Catan oder Carcassonne kennen. Blood Rage sieht auf dem Tisch richtig schön nerdig aus, macht dank seiner tollen Dynamik aber selbst denjenigen Spaß, die sonst nur Catan oder Carcassonne kennen.

Beanspruchen mehrere Clans dieselbe Region, kommt es zum Kampf, der anders als in Risiko nicht mit Würfeln, sondern mit Karten ausgefochten wird. Diese Karten beeinflussen nicht nur die Kampfstärke eurer Einheiten, sondern haben natürlich noch viele andere fiese Tricks auf Lager.

Eine Partie besteht aus drei Zeitaltern. Nach jedem Zeitalter wird eine weitere Region auf dem Spielbrett zerstört, wodurch es zunehmend enger, konfliktreicher und dramatischer wird. Wer am Ende des dritten Zeitalters die meistern Ruhmpunkte gesammelt hat, gewinnt das Spiel.

Was ist das Besondere? Eigentlich mag ich keine Area-Control-Spiele, weil sie mir entweder zu simpel und glücksabhängig (siehe Risiko!) oder zu langatmig sind.

Blood Rage ist für mich im wahrsten Sinne des Wortes die ruhmreiche Ausnahme von der Regel, da es hier von Anfang bis Ende permanent aufs Fressbrett gibt, sodass die 60 bis 120 Minuten (je nach Spielerzahl) wirklich wie im Flug vergehen.

Trotz der leicht verständlichen Regeln bietet Blood Rage außerdem erstaunlich viel Spieltiefe. Durch die unzähligen Kartensynergien entdecke ich in jeder Partie neue coole Kombos. Was auch daran liegt, dass ich jedes Mal andere Strategien anwenden muss, je nachdem welche Karten ich zur Verfügung habe.

Denn Blood Rage setzt auf ein Drafting-System: Zu Beginn jedes Zeitalters bekomme ich acht Karten, darf davon aber nur eine behalten und muss den Rest an meine Gegner weiterreichen – in der bangen Hoffnung, dass sie nicht ausgerechnet die Karten wählen, die ich selbst gern noch hätte.

Designer Eric M. Lang ist außerdem dafür bekannt, in seine Brettspiele jede Menge Mechaniken einzubauen, die mich selbst oder gerade dann belohnen, wenn ich eine Schlacht verliere.

Das verleiht Blood Rage fast schon etwas Pokerhaftes. Will mein Gegner wirklich diese Region für sich beanspruchen? Oder mich nur in eine Falle locken, damit ich meine stärkste Karte verschwende?

Blood Rage war 2015 der Auftakt einer Area-Control-Trilogie von Eric M. Lang und CMON, in deren Rahmen auch die ebenfalls sehr guten Brettspiele Rising Sun (japanische Mythologie) und Ankh: Gods of Egypt (ägyptische Mythologie) erschienen sind. Für mich ist Blood Rage aber klar der beste und vor allem zugänglichste Teil der Reihe.

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Mein Gaming-Vergleich Am ehesten würde ich hier Total War: Warhammer nennen, weil es in erster Linie darum geht, strategisch geschickt Regionen zu kontrollieren und euch mit cool aussehenden Soldaten und Monstern auf die Glocke zu hauen.

Außerdem läuft jede Diplomatie letzten Endes doch darauf hinaus, eure Gegner in möglichst fiese Fallen zu locken und von der Karte zu fegen.

Wem empfehle ich es? Eigentlich allen, die sich für ihren Brettspielabend vor allem viel Interaktion am Tisch wünschen. Praktisch jeden Zug passiert etwas Großartiges, Fieses oder Witziges, weshalb ich kein anderes Spiel kenne, bei dem es so viel Trash Talk und Gelächter gibt.

Jede Partie müsst ihr dank des Draft-Systems andere Strategien für euren Clan entwickeln. Die Karten erlauben dabei herrlich fiese Winkelzüge. Jede Partie müsst ihr dank des Draft-Systems andere Strategien für euren Clan entwickeln. Die Karten erlauben dabei herrlich fiese Winkelzüge.

Das Spielprinzip ist innerhalb von zehn Minuten erklärt und hat bei mir trotz des grimmigen Themas selbst diejenigen begeistert, die sonst mit nerdigen Brettspielen wenig anfangen können.

Nicht empfehlen würde ich es euch, wenn ihr in der Regel nur zu zweit spielt. Denn damit Blood Rage seine volle Dynamik entfalten kann, solltet ihr mindestens zu dritt, besser noch zu viert sein.

Wo bekommt ihr es? Genau wie Massive Darkness 2 wird auch Blood Rage vom Brettspielgiganten Asmodee vertrieben, weshalb ihr es problemlos sowohl im Online-Handel als auch beim Brettspielladen eures Vertrauens bekommen solltet.

Es gibt mit Die Götter von Asgard und Die Mystiker von Midgard außerdem zwei Erweiterungen, die ein wenig mehr Würze und Optionen ins Spiel bringen, aber meiner Ansicht nach kein Muss sind.

ISS Vanguard

Spieler: 1-4 | Spieldauer: 120-180 Minuten | Preis: 150 Euro | Verlag: Awaken Realms

Worum geht’s? ISS Vanguard ist ein kooperatives Kampagnenspiel, in dem ihr mit dem namensgebenden Raumschiff die Weiten das Weltalls erkundet, um existenzielle Fragen zu beantworten: Wer sind wir und woher kommen wir?

Denn nicht nur wurden in Sibirien die Überreste eines Alien-Schiffs entdeckt, sondern auch mysteriöse Weltraum-Koordinaten in der menschlichen DNS. Was liegt also näher, als mit der Alien-Technologie ein Raumschiff zu bauen und euch auf eine epische Forschungsreise zu schicken? Eben!

ISS Vanguard beindruckt mit seinen hochwertigen Komponenten, aber auch mit immer wieder aufs Neue überraschenden Weltraumabenteuern. ISS Vanguard beindruckt mit seinen hochwertigen Komponenten, aber auch mit immer wieder aufs Neue überraschenden Weltraumabenteuern.

ISS Vanguard besteht aus zwei Spielphasen. In der einen verwaltet ihr euer Raumschiff. Hier rekrutiert und trainiert ihr eure Crewmitglieder, erforscht und produziert neue Technologien und bereitet euer Team für die Planeten-Expeditionen vor.

Die Expeditionen bilden die zweite Spielphase. Ihr bewegt die aus zwei bis vier Mitgliedern bestehenden Auswärtsteams über unterschiedlichste Locations, um ebenso unterschiedliche Missionen zu erfüllen und nebenbei natürlich möglichst viele Entdeckungen zu machen, die euch zurück an Bord der ISS Vanguard wiederum neue Technologien ermöglichen.

Die Story während der Expeditionen erzählt ISS Vanguard dabei entweder über die Einträge im gedruckten Logbuch oder mittels ein sehr gut vertonten App, wenn auch leider nur englischsprachig.

In der Begleitapp werden die Logbuch-Einträge von professionellen Sprechern vorgelesen und durch passende Soundeffekte aufgewertet, was der Atmosphäre sehr zugute kommt. In der Begleitapp werden die Logbuch-Einträge von professionellen Sprechern vorgelesen und durch passende Soundeffekte aufgewertet, was der Atmosphäre sehr zugute kommt.

Die mannigfaltigen Herausforderungen während der Expeditionen löst ihr mithilfe von Würfelproben, wobei ihr mit eurem Equipment sowie den Spezialfähigkeiten eurer Abteilungen und Crewmitglieder sehr viele taktische Möglichkeiten habt, die Würfelergebnisse zu euren Gunsten anzupassen.

Was ist das Besondere? In nur wenigen Jahren hat sich Awaken Realms in der Brettspielszene mit Titeln wie Nemesis, Tainted Grail oder Etherfields einen Ruf wie Donnerhall erarbeitet. Und kaum ein anderer Hersteller wird so leidenschaftlich diskutiert.

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Zum einen, weil die Spiele von Awaken Realms mit detaillierten Miniaturen und ebenso innovativen wie hochwertigen Komponenten zum Beeindruckendsten gehören, was sich Brettspiel-Nerds auf den Tisch stellen können. Zum anderen aber auch, weil die Spiele von Awaken Realms gern ziemlich überfrachtet daherkommen und es lieben, euch volles Pfund aufs Maul zu hauen.

Auf den ersten Blick macht auch ISS Vanguard hier keine Ausnahme. Wer dieses Epos zum ersten Mal auf dem Tisch sieht, wird gleichermaßen beeindruckt wie abgeschreckt sein.

Es gibt modulare Miniaturen, die ihr je nach Spielsituation anpassen könnt. Ihr platziert Würfel mit kryptischen Symbolen in doppelschichtige Player Boards. Die Karten eurer jeweils aktiven Crewmitglieder steckt ihr je nach Level in mitgelieferte Plastikhüllen.

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Am coolsten: Euer Raumschiff kommt tatsächlich in Form eines wunderhübsch illustrierten Aktenordners daher! Nach jeder Mission steckt ihr dort Karten um oder sortiert neue Karten ein, um Forschungsprojekte zu vollenden, ein besseres Landungsschiff zu bauen oder Probleme mit eurer Crew zu lösen. Klingt nach einem Buchhalterjob, ist aber ebenso einzigartig wie motivierend.

Und ja, auch in ISS Vanguard wird viel gestorben. In nahezu jeder Mission passiert etwas, mit dem ihr niemals gerechnet habt, was durchaus Frustpotenzial birgt, aber auch enorm fasziniert.

Aus Spoilergründen will ich deshalb auch nicht mehr verraten, außer dass mein Mitspieler und ich uns während unserer Expeditionen schon mindestens ein Dutzend Mal ungläubig angestarrt haben, weil wir schlicht nicht fassen konnte, was dieses Brettspiel mit uns anstellt.

Trotz der hohen Komplexität und vielen Crew-Tode spielt sich ISS Vanguard allerdings für mich deutlich zugänglicher und flüssiger als die meisten anderen Titel von Awaken Realms. Zum einen weil das Spiel seine Regeln und Prinzipien wirklich gut erklärt, unter anderem in Form von Tutorialmissionen.

Zum anderen, weil es zwar wirklich schmerzt, wenn ihr ein liebgewonnenes und womöglich schon hochgeleveltes Crewmitglied verliert, es aber über 90 individuell gestaltete Ersatzkandidaten gibt. Entsprechend gibt es im Spiel auch keine Sackgassen, selbst wenn ihr eine Mission komplett in den Sand setzt.

Fast wie in Mass Effect: Verstorbene Crew-Mitglieder werden auf einer Memorial Wall verewigt, was einerseits bei jedem Besuch aufs Neue schmerzliche Erinnerungen hervorruft, euch andererseits aber auch diverse Boni beschert. Fast wie in Mass Effect: Verstorbene Crew-Mitglieder werden auf einer Memorial Wall verewigt, was einerseits bei jedem Besuch aufs Neue schmerzliche Erinnerungen hervorruft, euch andererseits aber auch diverse Boni beschert.

Mein Gaming-Vergleich ISS Vanguard fühlt sich an wie eine Brettspiel-Mischung aus XCOM und Mass Effect. Ihr schließt eure Crew wirklich ins Herz und erlebt bei euren Expeditionen enorm viele coole Momente, bei denen ihr auch immer wieder harte Entscheidungen treffen und Opfer bringen müsst.

Zwischen den Missionen verwaltet ihr bis in die Haarspitzen motiviert die Stationen eures Raumschiffs, weil ihr genau wisst, dass euch jede Forschung, jeder neu entwickelte Ausrüstungsgegenstand und jedes besser trainierte Crewmitglied einen entscheidenden Schritt weiterbringt. Und ja, trotz bester Voraussetzungen kann auch hier ein Angriff aus nächster Nähe daneben gehen, wenn ihr großes Würfelpech habt.

Wem empfehle ich es? Das Wichtigste, was ihr für ISS Vanguard braucht, ist eine feste Spielgruppe, die wirklich regelmäßig zusammenkommen kann und pro Abend 120 bis 240 Minuten Zeit mitbringt. Denn die Kampagne erzählt eine durchgehende Geschichte, die euch je nach Spielweise locker 30 bis 50 Stunden beschäftigen wird.

Tatsächlich funktioniert ISS Vanguard auch sehr gut als Solospiel, aber selbst dann solltet ihr zwischen den einzelnen Sessions nicht allzu lange Pausen einlegen, damit ISS Vanguard seine volle Story- und Atmosphärewucht entfalten kann.

Falls ihr allein spielt, müsst ihr mehrere Charaktere übernehmen, was durch die klar strukturierten Crew Boards aber wirklich gut funktioniert. Falls ihr allein spielt, müsst ihr mehrere Charaktere übernehmen, was durch die klar strukturierten Crew Boards aber wirklich gut funktioniert.

Außerdem ist ISS Vanguard eher Star Trek als Star Wars. Wenn ihr also ein kampflastiges Spiel sucht, seid ihr hier ebenfalls falsch. Davon abgesehen lege ich es wirklich allen wärmstens ans Herz, die Lust ein episches Science-Fiction-Abenteuer haben.

Wo bekommt ihr es? ISS Vanguard war zunächst crowdfunding-exklusiv, hat es inzwischen aber über Pegasus Spiele auch als ordentlich, wenn auch nicht ganz fehlerfrei übersetzte deutsche Version in den regulären Handel geschafft.

Wie bei ehemaligen Crowdfunding-Projekten üblich findet ihr auf Ebay diverse Erweiterungen, häufig allerdings zu Mondpreisen. Die optionalen Miniaturen sehen etwa großartig aus (und kosten auch entsprechend), sind spielerisch aber rein optisches Beiwerk, weil die Core Box ebenfalls sehr schön designte Papp-Standees enthält.

Natürlich gibt es noch unzählige weitere großartige Nerd-Brettspiele. Allen voran natürlich der Klassiker Gloomhaven, dessen Ableger Gloomhaven: Pranken des Löwen ich bereits in einem separaten Artikel empfohlen habe.

Jetzt freue ich mich auf eure Tipps und Meinungen: Welche Brettspiele wollt ihr unserer Community empfehlen? Wünscht ihr euch mehr Brettspiel- und Tabletop-Inhalte von uns? Oder sollen wir lieber bei den digitalen Spielen bleiben. Lasst es mich wissen!

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