Assassin's Creed Shadows und Ghost of Yotei haben einiges gemeinsam. Nicht nur sind beide Spiele mit nur wenigen Monaten Abstand erschienen; beide spielen zudem im alten Japan und sind große Action-Titel mit Open World. Selbst das Gameplay ähnelt sich in beiden Spielen merklich.
Zeit also, für einen Vergleich der beiden AAA-Giganten, damit ihr erfahrt, welcher Japan-Ausflug für euch der richtige ist. Dazu stellen wir die Ghost of Yotei und Aassassin's Creed Shadows in ganzen fünf Kategorien einander gegenüber und prüfen, welches Spiel wo mehr auf dem Kasten hat:
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Ghost of Yōtei ist das nächste Open-World-Highlight - mit einem Haken
Wunderschönes altes Japan
Sowohl Ghost of Yotei als auch Assassin’s Creed Shadows sehen unglaublich gut aus. Beide bieten hohe Sichtweiten, viele Details und hochaufgelöste Texturen. Dennoch fällt im Detail auf, dass Ubisofts Abenteuer rein technisch etwas die Nase vorn hat. Denn während Shadows moderne Technologien wie Raytracing-Reflexionen und Global Illumination für realistischen Licht- und Schattenwurf nutzt, fehlen diese in Ghost of Yotei; das Spiel bietet lediglich Raytracing-Schatten.
Zwar setzt Yotei, genau wie sein Vorgänger Ghost of Tsushima, wieder auf eine minimalistische Samurai-Film-Ästhetik. Realistischeres Licht und vor allem Reflexionen hätten sich mit dieser Vision aber nicht gebissen. Und gerade weil der Titel nochmal realistischer als Tsushima aussieht, fällt das Fehlen der neuen Technologien auch mehr auf.
Auch beim Schwimmen sieht man deutlich, dass Assassin’s Creed technisch etwas vor Yotei liegt. Während das Wasser kaum auf Heldin Atsu reagiert, verdrängt Naoe in Shadows sichtbar das kühle Nass – und nicht nur die, auch ihr Pferd!
Während die Jahreszeiten in Shadows dynamisch wechseln, folgen die vier Hub-Gebiete von Yotei thematisch je einer festgelegten Jahreszeit. Cool: In beiden Spielen ziehen die Heldinnen sichtbare Spuren im Schnee. Und auch im Hinblick auf Vegetation und Partikeleffekte nehmen sich die Open-World-Titel nichts. Sowohl in Shadows als auch in Yotei fegen Laub, Blüten und alles andere, was am Boden liegt, eindrucksvoll durch die Lüfte.
Auch die Figurenmodelle sind in Yotei und Shadows in etwa gleichauf. Keines der beiden Spiele ist der neue Vorzeigetitel für realistisch animierte Gesichter – vor allem nicht bei Standard-NPCs. In den Zwischensequenzen gehen die Worte dafür aber hübsch animiert über die Lippen der Figuren. In Sachen Bevölkerungsdichte hat Assassin’s Creed die Nase hingegen wieder vorn; hier laufen deutlich mehr Menschen durch die Welt. In Yotei gibt es bis auf die Burgstadt Matsumae keine einzige größere Stadt.
Rein aus technischer Perspektive geht der Punkt hier an Assassin's Creed Shadows, trotzdem fällt Ghost of Yotei optisch nicht ab. Denn durch seinen markanten Artstyle kaschiert das Spiel die durchaus vorhandenen Nachteile geschickt. Während Shadows auf einen eher realistischen Look abzielt, setzt Sonys Abenteuer auf starke Kontraste und sehr gesättigte Farben.
Mit seinen dynamischen Kameraschwenks, die etwa im richtigen Moment herauszoomen, oder Atsu beim Reiten an die Seite des Bildes verfrachten, sieht Yotei stellenweise wie ein lebendig gewordenes Gemälde aus. Das Spiel macht aus den technischen Limitationen der PS5 das Beste und muss sich trotz technischer Nachteile nicht vor Ubisofts Open World verstecken, im Gegenteil. Mit seinem klaren visuellen Stil dürfte es für einige sogar das schönere Spiel sein – technische Details hin oder her.
Formelhafte Open Worlds
Doch was nützt die beste Optik, wenn das Spiel dahinter nichts taugt? Deshalb kommen wir nun zu den Open Worlds an sich und wie Shadows und Yotei ihre Spielwelten jeweils füllen. Zunächst einmal ohne Haupt- und Nebenquests, die behandeln wir später gesondert.
In beiden Spielen stecken haufenweise Nebenbeschäftigungen, die sich teils sogar sehr ähneln. In Ghost of Yotei könnt ihr für ein Lebensupgrade in Onsen baden, Bambus in seine Einzelteile zerhacken, Kopfgelder eintreiben, Essen kochen, Schmieden, Bilder malen, in Atsus Vergangenheit reisen, Wölfe befreien und vieles mehr.
In Assassin’s Creed Shadows lernt ihr optional hingegen durchchoreografierte Schwertkampf-Haltungen, meditiert an besonderen Orten, schießt vom hohen Ross mit Pfeil und Bogen auf Ziele, erkundet Hügelgräber, sammelt Items in Schreinen und räumt ganze Burgen aus.
Selbst wenn beide Spiele im Kern typische 0815-Open-World-Beschäftigungen bieten, hat Yotei hier doch einen Tick die Nase vorn. Welche Aufgaben euch am Ende besser gefallen, ist zwar Geschmackssache, aber Sonys Open World bindet seine optionalen Beschäftigungen deutlich organischer ins Spiel ein.
Im Onsen sinniert ihr über die vergangenen Stunden, die Reise in die Vergangenheit ist wortwörtlich nur einen Knopfdruck entfernt, alle kleinen Spielereien machen angenehmen Gebrauch vom PS5-Controller und ihr findet alle Nebenbeschäftigungen nicht über Fragezeichen auf der Karte, sondern organisch aus der gut lesbaren Spielwelt heraus. Ein Vogel führt euch zu interessanten Orten, Rauchschwaden verraten interessante Camps. In Shadows klappert ihr eher die Karte ab und die Beschäftigungen sind oft wenig aufregende Quick-Time-Events.
Auch bei der Fortbewegung macht Ghost of Yotei fast immer eine bessere Figur. Denn während sich hier unser edles Ross an Bäumen vorbeischmiegt und bei weißen Blumen sogar einen kleinen Boost erhält, scheitert das Pferd in Shadows an so ziemlich jedem Gehölz. Hier kommt dem neuesten Assassin’s Creed der eigene Realismus-Anspruch in die Quere. Fairerweise galoppiert ihr in Yotei aber viel häufiger über weite Flächen.
Nur beim Klettern sticht Shadows die Konkurrenz aus. Atsu klettert zwar ebenfalls über Häuser und Anhöhen – so elegant wie Naoe oder Yasuke kann sie aber einfach nicht kraxeln. Und Assassin’s Creed bietet mit rund 80 km² auch eine deutlich größere Spielwelt. Die Open World in Yotei ist in etwa so groß wie die in Tsushima – und damit fast dreimal kleiner als die der Konkurrenz.
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