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Eine Geister-Doku löste vor 33 Jahren eine Massenpanik aus und wurde danach nie wieder gezeigt

Eine Live-Geisterjagd der BBC traumatisierte vor 33 Jahren eine ganze Nation und prägte das Horror-Genre nachhaltig.

Für Moderatorin Sarah Greene gab es in Ghostwatch kein Happy End. Für Moderatorin Sarah Greene gab es in Ghostwatch kein Happy End.

An Halloween 1992 versammelten sich Millionen Briten vor den Fernsehern, um eine Live-Geisterjagd zu verfolgen. Die BBC-Sendung namens Ghostwatch versprach, mit bekannten Moderatoren und modernster Technik die paranormalen Vorkommnisse im Haus einer Familie zu untersuchen. Was die Zuschauer nicht wussten: Alles war nur Fiktion.

Die realistische Darstellung führte jedoch zu einer der größten Massenhysterien der britischen TV-Geschichte.

So täuschte die BBC ihre Zuschauer

Ghostwatch wurde als seriöse Live-Übertragung inszeniert, moderiert vom angesehenen Journalisten Michael Parkinson im Studio. Vor Ort im angeblich heimgesuchten Haus in London befanden sich die populäre Moderatorin Sarah Greene und ihr Ehemann Mike Smith, die das Geschehen aus dem Inneren kommentierten. Comedian Craig Charles interviewte Nachbarn auf der Straße.

Dieses Aufgebot an bekannten und vertrauenswürdigen Persönlichkeiten verlieh der Sendung von Beginn an eine enorme Glaubwürdigkeit.

Die Geschichte drehte sich um die Familie Early und den Poltergeist, den sie »Pipes« nannten: Die Dokumentation baute die Spannung langsam auf. Anfangs waren nur subtile Geräusche zu hören und kleine, unerklärliche Vorkommnisse zu sehen.

Zuschauer wurden ermutigt, anzurufen und ihre eigenen Geistergeschichten zu teilen, was die Illusion einer echten Live-Sendung weiter verstärkte. Im Verlauf der 90-minütigen Ausstrahlung wurden die paranormalen Ereignisse jedoch immer drastischer. Gegenstände flogen durch die Luft, unerklärliche Kratzer erschienen auf den Gesichtern der Töchter, und im Hintergrund tauchte immer wieder eine schemenhafte Gestalt auf – Pipes selbst.

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Der Höhepunkt war der scheinbare Zusammenbruch der Sendung, als der Geist die Kontrolle über das BBC-Studio zu übernehmen schien und Moderatorin Sarah Greene von ihm in die Dunkelheit gezerrt wurde.

Vom TV-Event zur nationalen Kontroverse

Unmittelbar nach der Ausstrahlung brachen die Telefonleitungen der BBC zusammen: Tausende panische Zuschauer riefen an, überzeugt davon, Zeugen eines echten, schrecklichen Ereignisses geworden zu sein. Viele glaubten, der Geist sei nun über die Fernsehübertragung in ihre eigenen Häuser gelangt. Die Konsequenzen waren gravierend und gingen weit über einen bloßen Schrecken hinaus.

Britische Medien berichteten in den folgenden Tagen von zahlreichen Fällen, in denen Zuschauer, insbesondere Kinder, posttraumatische Belastungsstörungen erlitten. Die British Medical Association veröffentlichte sogar eine Studie über die psychologischen Auswirkungen der Sendung.

Die BBC sah sich mit einer Welle der Empörung und über 30.000 Beschwerden konfrontiert. Kritiker warfen dem Sender vor, das Vertrauen des Publikums missbraucht und bewusst eine Massenpanik provoziert zu haben. Infolge der Kontroverse wurde Ghostwatch nicht mehr im britischen Fernsehen gezeigt und quasi aus den Archiven verbannt.

Obwohl Ghostwatch für die BBC ein Desaster war, wurde die Sendung zu einem Meilenstein für das Horror-Genre. Sie gilt heute als einer der wichtigsten Vorläufer des Found-Footage-Stils, der Jahre später mit Filmen wie The Blair Witch Project (1999) den Mainstream eroberte. Auch der gefeierte Horrorfilm Late Night with the Devil erinnert in seiner Machart stark an die britische TV-Sendung:

Video starten 2:14 Late Night with the Devil: Zum viel-gehypten Horrorfilm gibt's jetzt einen deutschen Trailer

Wenn ihr euch selbst ein Bild von diesem Stück TV-Geschichte machen wollt, ist das heute leider nicht viel einfacher als in den Jahrzehnten nach der Ausstrahlung. In Deutschland ist Ghostwatch bei keinem der großen Streaming-Anbieter wie Netflix oder Amazon Prime Video im Abo enthalten und steht hierzulande auch nirgends zum Kauf bereit.

Alternativ ist der Film als Import auf Blu-Ray und DVD erhältlich, und auch der Horror-Streamingdienst Shudder.com hat Ghostwatch im Programm – für die Anmeldung benötigt ihr aber zwingend einen US-VPN.

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