50% aufs erste Jahr – nur für kurze Zeit!

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Ich vermisse das klassische Resi, Tormented Souls ist für mich eine der besten Alternativen

Feste Kamerawinkel, knackige Rätsel und ein mysteriöses Herrenhaus: Tormented Souls nimmt sich die besten klassischen Survival-Spiele zum Vorbild und bringt sie in die Moderne.

Trotz Balancing-Fehlerchen ist Tormented Souls für Natalie eine der besten Classic-Resi-Alternativen. Trotz Balancing-Fehlerchen ist Tormented Souls für Natalie eine der besten Classic-Resi-Alternativen.

Feste Kamerawinkel, abstrakte Rätsel, limitierte Speichermöglichkeiten ... zugegeben, auf manche Quality-of-Life-Verbesserungen möchte ich heutzutage nicht mehr verzichten (Team Speichern-Spammer, woo!). Aber das Gefühl eines klassischen Survival-Horrorspiels à la Resident Evil oder Silent Hill vermisse ich 2025 sehr.

Beide Horror-Reihen haben sich weiterentwickelt, experimentieren mit Ego-Perspektive oder stärkerem Action-Anteil. Wenn ich heutzutage also Survival-Horror wie zur Jahrtausendwende spielen möchte, muss ich den Blick über die Indie-Landschaft schweifen lassen – und bleibe da an einem Spielchen namens Tormented Souls hängen.

Weil just der zweite Teil der Reihe erschienen ist, verrate ich euch, warum das Survival-Spiel von Entwickler Dual Effect mein Herz erobert hat. Denn es nimmt sich nicht nur die klassischen Resi-Teile zum Vorbild, sondern bringt auch ganz eigene Twists mit, die mich an den Bildschirm fesseln.

Natalie Schermann
Natalie Schermann

Survival-Horror gehört für Natalie zum intensivsten Horror – Inventar-Management, knappe Ressourcen, feste Speicherräume: All das treibt ihren Puls in die Höhe. Trotzdem wünscht sie sich die alten »PS2-Survivalspiele« zurück. Zum Glück gibt es gerade im Indie-Bereich viele geistige Nachfolger.

Video starten 1:20 Tormented Souls II - Nachfolger zum Resident-Evil-Rivalen mit schaurigem Trailer angekündigt

Die Renaissance der festen Kamera

In Tormented Souls bin ich kein Cop, der es faustdick hinter den Ohren hat, oder Teil einer Militär-Einheit, die auf Bioterrorismus spezialisiert ist. Stattdessen schlüpfe ich in die Rolle von Caroline Walker, einer ganz normalen jungen Frau ... zumindest auf den ersten Blick.

Nachdem sie einen merkwürdigen Brief erhält, reist Caroline in das Winterlake-Anwesen und wird dort mit dem Verschwinden von zwei Zwillingsschwestern konfrontiert. Alles deutet darauf hin, dass in dem Anwesen und Krankenhaus grausame Experimente an den Mädchen durchgeführt wurden – und auch Caroline selbst gerät in die Fänge der fanatischen Bösewichte.

Tormented Souls gibt mir das Gefühl, ein modernes Resident Evil 1 zu spielen. Tormented Souls gibt mir das Gefühl, ein modernes Resident Evil 1 zu spielen.

Ja, die Story von Tormented Souls ist ein bisschen albern, teils sehr vorhersehbar und das Finale platt. Dafür hat das Survival-Spiel andere Stärken, die die mittelmäßige Geschichte ausgleichen können. Die Atmosphäre und Anspannung in Tormented Souls ist der Hammer – und das äußert sich für mich in drei Punkten:

  • Fantastische Lichtstimmung: Der Survival-Horror spielt viel mit Licht und Schatten. Die Umgebungen sind schwach beleuchtet, meist nur durch eine einsame Kerze, die im langen dunklen Gang auf einer Kommode platziert wurde. Findet sich Caroline in vollkommener Dunkelheit wieder, dreht sie durch und hyperventiliert. Regel Nummer 1: Immer im Licht bleiben!

    Das Feuerzeug ist also mein treuer Begleiter – doch sicher fühle ich mich damit nicht. Denn habe ich das kleine Tool ausgerüstet, kann ich keine Waffe in die Hand nehmen und bin den Monstern ausgeliefert. Manchmal kann ich ganze Kerzenleuchter anzünden, um Caroline die Möglichkeit zu geben, sich auch in düsteren Räumen zu verteidigen. Das Management von Licht und Schatten eröffnet eine neue Ebene von Survival-Horror und kombiniert das geschickt mit der schaurigen Stimmung des Spiels.

Licht sorgt nicht nur für die nötige Horror-Stimmung, sondern ist auch ein Spielelement. Licht sorgt nicht nur für die nötige Horror-Stimmung, sondern ist auch ein Spielelement.

  • Feste Kamerawinkel: Tormented Souls inspiriert sich stark an den alten Resident-Evil-Spielen, findet aber einen eigenen, modernen Stil. Ich beobachte und erkunde das Herrenhaus aus festen Kamerawinkeln, die mal Dinge vor mir verbergen, mal meinen Blick bewusst auf spannende Details lenken. Hier und da bricht die Kamera aus ihrem festen Standpunkt aus und schlägt fast schon kleine Loopings in einem langen Gang.

    Für mich bringen diese Perspektiven enorm viel Horror in das Setting. Betrete ich einen neuen Raum, kann ich oft gar nicht sofort einschätzen, ob Caroline in unmittelbarer Gefahr schwebt oder nicht. Offenbart sich mir ein Raum stückchenweise, fiebere ich aufgeregt mit, was mich denn am Ende erwarten könnte. Kleine Gänge führen plötzlich in riesige Räume, hinter Ecken verstecken sich unerwartete Funde. Kein Bereich fühlt sich sicher an. Ich kann mich nicht einfach hinter Caroline verstecken, sondern werde vom Spiel in eine Art Geisterbahn geworfen, die mir jederzeit schaurige Überraschungen in den Weg stellen kann.

Die festen Kamerawinkel sind perfekt, um den Grusel perfekt in Szene zu setzen. Die festen Kamerawinkel sind perfekt, um den Grusel perfekt in Szene zu setzen.

  • Grandiose Rätsel: Ich bin nicht nur großer Horror-Fan, sondern liebe auch Rätsel aller Art. Tormented Souls folgt im Grunde der klassischen Survival-Horror-Formel »Finde Schlüssel A, um Tür B zu öffnen; kombiniere Gegenstand C, um Tür D zu entsperren«.

    Aber der Weg dort hin fühlt sich so unglaublich clever und belohnend an! Mal muss ich ein geheimes Klopfzeichen herausfinden, um einen Raum betreten zu können; mal muss ich ein Ritual nachstellen. Die benötigten Hinweise sind dezent und ich muss sie zunächst zusammensuchen, indem ich das Haus genau unter die Lupe nehme.

    Auf den ersten Blick überflüssige Details ergeben plötzlich Sinn und bringen mich näher zur Lösung. An anderer Stelle muss ich sogar die Realität wechseln, um ein Rätsel zu lösen. Viele der Puzzles sind anspruchsvoll und das Spiel nimmt euch nicht zu sehr bei der Hand – perfekt für euch, wenn ihr es etwas kniffliger mögt.

Wer Rätsel mag, dürfte viel Freude mit Tormented Souls haben. Wer Rätsel mag, dürfte viel Freude mit Tormented Souls haben.

Steam-Sale

Aktuell bekommt ihr den ersten Teil von Tormented Souls für gerade mal 5 Euro (75 Prozent Rabatt), das ist weniger als ein Döner! Auch der frisch geschlüpfte zweite Teil hat einen kleinen Release-Rabatt von 10 Prozent und kostet 27 Euro.

Kein Spaziergang

Aber Tormented Souls ist nicht für jeden: Stellenweise kann der Survival-Horror auch sehr frustrieren. Das Spiel ist wirklich knackig und leidet teilweise auch unter Balancing-Problemen. Munition und Heil-Items sind rar – gleichzeitig machen selbst die popeligsten Gegner enorm viel Schaden. Und wenn mich schon ein krabbelnder Torso in wenigen Schlägen umhaut, was schafft dann der an medizinische Geräte angeschlossene Kadaver?!

Außerdem inspiriert sich Tormented Souls für meinen Geschmack ein bisschen zu sehr am Speichersystem von Resident Evil 1 und bringt nicht nur die festen Speicherräume, sondern auch limitiertes Speichern zurück. In Resi waren es die Ink Ribbons, in Tormented Souls sind es die Bänder: Um an einem Aufnahmegerät speichern zu können, muss ich immer ein passendes Aufnahmeband im Inventar haben.

Die Umgebungen sind wirklich hübsch und der Soundtrack fantastisch. Wer über die Kritikpunkte hinwegsehen kann, kann mit Tormented Souls eine kleine Zeitreise zu klassischem Survival-Horror unternehmen. Die Umgebungen sind wirklich hübsch und der Soundtrack fantastisch. Wer über die Kritikpunkte hinwegsehen kann, kann mit Tormented Souls eine kleine Zeitreise zu klassischem Survival-Horror unternehmen.

Das Spiel verteilt diese zwar immer wieder in der Umgebung, trotzdem ist es sehr nervig. Zum einen, weil ich nicht einfach nach nervigen Stellen speichern kann, in der Angst, dass gleich noch etwas viel Krasseres um die Ecke kommt und ich das Band verschwenden könnte. Zum anderen muss ich mir immer Zeit für Tormented Souls freischaufeln.

Ich kann nicht eben mal 20 Minuten reinspielen, bevor meine BF6-Truppe eintrudelt, weil ich nicht mit Sicherheit sagen kann, ob ich rechtzeitig ein Speicherband finde. So sehr ich die Klassiker auch schätze, manche Spielmechaniken dürfen gern in der Vergangenheit verstauben.

Der zweite Teil lockert ein paar der Kritikpunkte übrigens auf – hier könnt ihr nämlich auch einen leichten Schwierigkeitsgrad wählen und findet dadurch beispielsweise mehr Speicherbänder und müsst weniger einstecken, wenn euch die Gegner erwischen.

Wenn ihr noch mehr Survival-Spiele sucht, die sich an klassische Vorbild anlehnen, kann ich euch noch Crow Country, Post Trauma oder Fear the Spotlight empfehlen.

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