GOG stellt Programm zur fairen Preisgestaltung ein - Regionale Preisanpassung wird gestrichen

Ist ein Spiel hierzulande teurer als in Nordamerika, hat euch GOG die Differenz bisher erstattet. Mit dieser Praxis ist Ende März Schluss.

von Robin Rüther, Fabiano Uslenghi,
27.02.2019 14:25 Uhr

GOG.com ändert einen Teil seiner Preispolitik.GOG.com ändert einen Teil seiner Preispolitik.

Der digitale Spiele-Shop GOG.com stellt seine sogenannte »Faire Preisgestaltung« ein. Dieses Programm sorgt dafür, dass Spiele in allen Ländern für denselben Preis angeboten werden können, angepasst an Nordamerika. Ist ein Spiel beispielsweise in Deutschland teurer als in Nordamerika, begleicht GOG diese Differenz aus eigener Tasche.

Im Schnitt erstattet CD Projekt, der Eigentümer von GOG, nach eigener Aussage durchschnittlich 12 Prozent des Spielpreises, in extremen Fällen sogar 37 Prozent. Diese Zusatzkosten könne man mittlerweile aber nicht mehr stemmen. In der Stellungnahme heißt es:

"In der Vergangenheit konnten wir diese Zusatzkosten für uns aufbringen und trotzdem einen kleinen Gewinn erwirtschaften. Leider ist das nicht mehr der Fall. Durch einen steigenden Anteil für Entwickler wird unser Anteil geringer. Wir haben überlegt, wie wir damit umgehen können, aber am Ende des Tages sind wir Verkäufer von Spielen und müssen sicherstellen, dass wir keinen Verlust beim Verkauf von Spielen machen.

Die Faire Preisgestaltung zu entfernen fällt uns nicht leicht. Aber durch diese Änderung können wir bessere Bedingungen für Spieleentwickler anbieten und dadurch auch euch weitere Klassiker und Neuerscheinungen anbieten. Wie immer DRM-frei."

Ursprünglich eine Reaktion auf die Community

Im dritten Teil unserer exklusiven Doku-Reihe zu GOG verrät uns Marta Adamski, Head of Business Development bei CD Projekt, wie das Programm ursprünglich zustande kam. So war das Fair-Price-Paket eine Reaktion auf Missfallen aus der Community, als CD Projekt 2014 seine Preispolitik änderte und überregional Spiele für den gleichen Preis anbot.

"Als wir beschlossen, unser Geschäftsmodell und unsere Preispolitik sowie unseren Umgang mit Partnern und Community zu ändern, ging das sehr schnell und sehr gründlich in die Hose. User fühlten sich vor den Kopf gestoßen."

Für viele Spieler aus GOGs-Community handelte es sich damals um eine Abkehr von den eigentlichen Werten, die GOG groß gemacht haben. Also wurde ein Mittelweg gesucht, der in dem Fair-Price-Paket resultierte.

"Im Grunde funktioniert es wie vorher, man bezahlt weltweit denselben Preis. Aber wenn man die Kaufkraft der einzelnen Märkte betrachtet, ist das nicht unbedingt fair.

Also steuern wir gegen, indem wir zwar mancherorts höhere Preise verlangen, die Differenz zum niedrigsten Preis aber in GOG-Guthaben zurückerstatten. Dieses Guthaben kann man dann im Store wieder ausgeben. "

Diese Form der Rückerstattung wird es in Zukunft nicht mehr geben. GOG lässt die Faire Preisgestaltung allerdings nicht sofort fallen, sondern behält das Programm bis zum 31. März 2019 bei. Habt ihr durch das Programm Guthaben erhalten, bleibt das noch ein Jahr ab dem Monat bestehen, in dem ihr es erhalten habt.

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Der Store War

In den vergangenen Monaten ist der Konkurrenzkampf zwischen digitalen Distributionsplattformen immer stärker entbrannt. Das liegt unter anderem am Epic Games Store, der 88 Prozent der Einnahmen an die Entwickler abgibt - deutlich mehr als als etwa Steam mit 70 Prozent. Diese steigenden Anteile für Entwickler machen auch GOG zu schaffen, weswegen die Faire Preisgestaltung bald der Vergangenheit angehört.

Kürzlich wurden bei GOG rund ein Dutzend Mitarbeiter entlassen. Das Unternehmen spricht von Umstrukturierungen, ein ehemaliger Mitarbeiter deutete hingegen finanzielle Probleme an.

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