Ein Spiel über Superreiche setzt auf wahnwitzige Marketing-Ideen

Die Entwickler des Indie-Spiels Golf Club Wasteland haben ziemlich abgefahrene Ideen für ihre Marketingkampagne - vom Marsflug bis hin zur teuersten Spiele-Edition aller Zeiten.

von Sören Diedrich,
20.07.2021 15:16 Uhr

Die Entwickler des ungewöhnlichen Golfspiels haben kreative Ideen, wie sie schnellstmöglich zum Mars fliegen können. Die Entwickler des ungewöhnlichen Golfspiels haben kreative Ideen, wie sie schnellstmöglich zum Mars fliegen können.

Bereits das Szenario von Golf Club Wasteland ist höchst ungewöhnlich. Statt auf sattgrünen, gut gepflegten Golfplätzen einzulochen, müsst ihr den Sport an verschiedensten Orten auf der ruinierten Erde ausüben.

Ein Großteil der Menschheit wurde durch die zerstörte Umwelt ausgelöscht. Der ganze Planet ist zu einem großen Golfkurs für die überlebenden Superreichen geworden, die sich vorher auf dem Mars in Sicherheit bringen konnten. Und dank des aktuellen Weltgeschehens wirkt diese Entwicklung gar nicht mehr so weit hergeholt.

Einen ersten Vorgeschmack darauf, an welch ungewöhnlichen Orten man die Bälle schlagen kann, erhaltet ihr im Trailer zum Spiel:

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Wettrennen der Milliardäre führt zu irren Ideen

Egal ob Amazon-Chef Jeff Bezos, Virgin-Inhaber Richard Branson oder Tesla-Gründer Elon Musk - derzeit scheinen alle Milliardäre unbedingt auf den Mars fliegen zu wollen, und das so schnell wie möglich. Dadurch erhält das Szenario von Golf Club Wasteland eine realistische Note, was die Kreativität des Entwicklerstudios Demagog anscheinend beflügelt hat.

Der Creative Director Igor Simic gibt gegenüber Gamespot nämlich an, dass er aufgrund einer Eingebung beschlossen habe, den freien Verkauf des Spiels einzustellen, und vielmehr nur noch ein einziges Exemplar anzubieten. Dieses Unikat trägt die Bezeichnung »My Ticket Outta Here Edition« und soll schlappe 500 Millionen US-Dollar kosten.

Mit diesem Erlös möchte man dann selbst auf den Mars übersiedeln, um von der Erde zu verschwinden, ehe »die unvermeidbare klimatische, finanzielle und politische Apokalypse über dem Rest des Pöbels hereinbricht«. Denn das Spiel habe zwar als pure Satire begonnen - doch angesichts der aktuellen Pläne der Milliardäre habe Simic nun doch beschlossen, sein eigenes Flugticket zu lösen.

Auch die Großkonzerne der Videospiel-Industrie haben sich übrigens bereits Gedanken darüber gemacht, wie man einen Beitrag zum Kampf gegen den Klimawandel leisten kann. Doch das Resultat ist nicht frei von Kritik, wie ihr hier nachlesen könnt:

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Um sich entsprechend des aktuellen Zeitgeists zu verhalten, möchten die Entwickler so umweltschädlich wie möglich bei der Produktion des 500-Millionen-Dollar-Exemplars vorgehen. Daher werde das Spiel auf unzähligen Floppy Disks gespeichert und man nutze dafür einen ineffizienten Prozess, dank dem der Kopiervorgang sieben Monate in Anspruch nehmen soll.

Auch für die bereits unters Volk gebrachten Exemplare hat man sich bereits etwas überlegt, um noch mehr Schaden an der Natur anzurichten. Diese werden nämlich mitten in der Landschaft von New Mexico vergraben, wie es einst schon beim gefloppten E.T.-Spiel der Fall war.

Natürlich nur ein Spaß

Wenig überraschend sind all diese Äußerungen seitens des Studios nicht ernst gemeint. Vielmehr sind diese wahnwitzigen Pläne als weitere satirische Aktion rund um das Gehabe der raumfahrenden Milliardäre zu verstehen. Ihr könnt also ebenfalls Golf Club Wasteland kaufen und an den ungewöhnlichsten Orten den Schläger schwingen. Der Preis ist noch unbekannt, aber 500 Millionen Dollar werden es dann doch nicht sein.

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