Ich habe generell eine große Skepsis gegenüber Onlinerezensionen. Dass Google nun verrät, wie viele Bewertungen bei Maps wegen »Diffamierung« gelöscht wurden, macht es nicht besser. Wie ein Bericht der Transparenzdatenbank der EU zeigt, gibt es in Europa nämlich kein anderes Land, das so viele Rezensionen löscht wie Deutschland.
Gerade bei Restaurants und öffentlichen Dienstleistungen werden die Einträge teils hundertfach gelöscht. Während ich nicht davon ausgehe, dass alle Löschungsanträge nur der Verbesserung der eigenen Sterne-Bewertung dienen, bin ich bei manchen Maps-Einträgen besonders skeptisch.
Dazu gehören etwa kleinere Gaststätten, die aktuell bei 4,5 Sternen mit 100 Bewertungen stehen, zeitgleich aber über 200 Löschungen vorgenommen haben. Hinzu kommt, dass Google zwar nachweist, wie viele Rezensionen entfernt wurden, den genauen Grund für die Löschung aber nicht weiter benennt.
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Mit meinem Misstrauen scheine ich nicht allein zu sein, da es einige Programmierer und Coder gibt, die sich die Zahl der gelöschten Inhalte auf eine besonders kreative Art zunutze gemacht haben. Für einige Städte in Deutschland gibt es nun nämlich spezielle Restaurant-Guides und Rankings, die auf der Löschquote von Maps-Bewertungen basieren.
So werden Gastronomien mit hohen Löschquoten und wenigen Bewertungen etwa als unseriös eingestuft und neu bewertet. Wichtig ist dabei, dass die verschiedenen Seiten keine Aussage über die tatsächliche Absicht der Löschanträge treffen wollen, sondern Transparenz schaffen möchten.
Ich selbst sehe die alternativen Rezensions-Webseiten eher als Hilfsmittel, um zu prüfen, inwiefern die Google-Rezensionen glaubwürdig sind, da nie klar ist, welche Bewertungen ursprünglich entfernt worden sind.
Mit eigenem KI-Score-System ist diese Maps-Alternative mein Lieblings-Guide für Restaurants
Während es viele spannende Tools mit unterschiedlichen Ansätzen gibt, um die Glaubwürdigkeit von Google-Rezensionen zu überprüfen, habe ich mit »Review Proof« einen klaren Favoriten. Der Hauptgrund ist ganz einfach: Im Gegensatz zu den meisten Lösungen, die sich nur auf eine bestimmte Stadt beziehen, bekomme ich mit Review Proof ein Ranking, das über ganz Deutschland verteilt funktioniert.
In der Mitte der Website findet ihr eine interaktive Karte, die über die kostenlose Google-Maps-Alternative »OpenStreetMap« läuft und euch die bereits erfassten Restaurants in den verschiedenen Bundesländern zeigt. Darunter habt ihr die Möglichkeit, nach Städten, Entfernungen, Bewertungen, Essensarten, Preisen und sogar der Art der Mahlzeit zu filtern – was mir besonders gut gefällt.
Auf einer zusätzlichen Ranking-Page könnt ihr euch die best- und schlechtbewerteten Restaurants in ganz Deutschland anzeigen lassen und bei Bedarf auch wieder nach einzelnen Städten filtern.
Zur Zeit meines Tests lassen sich an die 30 000 Bewertungen in Deutschland einsehen. Das liegt vor allem daran, dass das Tool noch relativ neu ist und erst mit der Sammlung der Meldungen begonnen wurde. Dadurch bietet sich der Restaurant-Guide aktuell eher für größere Städte an, wobei ihr auch eigene Meldungen einreichen könnt.
Mit einem eigenen Bewertungssystem hebt sich die Seite von anderen Transparenz-Guides ab:
Ähnlich wie die anderen Tools, die ich in diesem Artikel vorstelle, nimmt die Ranking-Seite die Zahl der gelöschten Rezensionen und setzt diese ins Verhältnis zu den übrig gebliebenen Bewertungen. Was Review Proof zusätzlich jedoch anders macht, ist die Tatsache, dass sie eine KI einsetzen, die abschätzt, inwieweit eine Bewertung gefälscht sein könnte.
Dazu zählen etwa Rezensionen, die von Bots oder Agenturen hinterlassen sein könnten, um die Gesamtbewertung zu verbessern. Je unwahrscheinlicher es ist, dass die Bewertung von einem echten Menschen kommt, desto niedriger wird der neue Gesamtscore des Restaurants.
Zusammen mit den gelöschten Google-Beiträgen berechnet die Seite einen neuen Score, der als Veriscore bezeichnet wird. Inwiefern sich der Score von der Gesamtbewertung bei Google Maps unterscheidet, könnt ihr euch bei jedem Eintrag des Rezensions-Tools ansehen.
Deshalb würde ich in manchen Fällen dann doch lieber auf ortsgebundene Guides zurückgreifen
Den ersten Food-Guide habe ich durch Zufall bei Reddit entdeckt und war sofort begeistert. Dieser stammt beispielsweise vom Münchner Programmierer Jonathan Pagel und umfasst 1700 Restaurants in der bayerischen Hauptstadt – und genau da liegt das Problem.
Viele Tools haben unterschiedlich große Datenbanken und können dadurch mal mehr und mal weniger aussagekräftig sein. Meine Hauptempfehlung: »Review Proof« hat im Vergleich zum ausführlichen Münchner-Guide beispielsweise nur halb so viele Restaurants in München bewertet wie der Guide von Pagel.
Je nachdem, wo ihr wohnt oder wo ihr ein Restaurant sucht, kann ich euch daher empfehlen, auf unterschiedliche Guides zurückzugreifen – auch wenn diese vielleicht über weniger Funktionen verfügen.
In der Funktionsweise ähneln sich die Guides wiederum stark und basieren teilweise auch auf dem gleichen Code. So könnt ihr auf allen Seiten, die ihr im Folgenden findet, nach bestimmten Restaurants filtern und euch die niedrigsten und höchsten Löschquoten ansehen.
- Diese Auswahl an Restaurant-Guides kann ich euch empfehlen:
Auch wenn manche Einträge fehlen, ziehe ich ein wirklich positives Fazit
Obwohl gerade in meiner Heimat kaum Restaurants eingetragen sind, finde ich die Guides gerade dann nützlich, wenn ich unterwegs bin und an einem Ort nach einer Gaststätte suche, an dem ich mich nicht auskenne – beispielsweise im Urlaub oder bei Ausflügen.
Inwiefern die Transparenzhinweise tatsächlich etwas über die Qualität eines Restaurants aussagen, müsst ihr am Ende immer noch selbst herausfinden. Ich selbst habe ein paar Lieblingsspots, die es mit einer hohen Löschungsquote auf die Rankingseiten geschafft haben, obwohl ich das Essen, den Service und Co. durchaus empfehlen kann.
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So oder so bleiben die Food-Guides für mich eine gute Ergänzung zu Google Maps und schaffen es zumindest ein wenig, mein Misstrauen in die Onlinebewertungen zu senken. Vor allem Review Proof mit dem eigenen VeriScore wirkt auf mich glaubwürdig und hat bereits meine Restaurantwahl beeinflusst.
Am Ende können die Bewertungen bei Google Maps immer manipuliert sein, etwa durch Bots, die positive Kommentare schreiben. Solltet ihr nach einem bestimmten Restaurant suchen, das nicht auf den Rankingseiten auftaucht, könnt ihr letztendlich auch immer bei Google Maps nach einzelnen Einträgen suchen und schauen, wie viele Rezensionen gelöscht wurden.

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