Wie groß sollte ein Fernseher denn nun sein? Die Frage stellen sich viele und ganz besonders heute und morgen am Black Friday, da es Angebote nur so hagelt.
Die Antwort: Ein TV darf größer sein, als ihr glaubt. Was in verlinkten Artikel steht, fasse ich an der Stelle in aller Kürze nochmal zusammen:
- Durch 4K-Auflösung dürfen TVs größer sein, ohne, dass die Bildqualität leidet.
- Besagte 4K-Auflösung erlaubt auch, dass wir technisch betrachtet näher am Bildschirm sitzen können.
- Große Bildschirme sind durch die annähernd gleichmäßige Helligkeit besser für die Augen; unsere Pupillen stellen sich besser auf die richtige Lichtmenge ein.
Es gibt aber einen weiteren Vorteil, den große TVs haben – und der nicht technischer Natur ist.
Der Wow-Effekt
Wenn ihr den Platz und das Geld habt, einen TV jenseits der 80 Zoll im Wohnzimmer aufzustellen (und ihr das auch wollt), dann könnt ihr das meiner Meinung nach bedenkenlos tun, ohne technische Daten bis ins Kleinste herunterbrechen zu müssen.
Ein Riesen-TV überspielt mögliche Schwächen einfach durch seine schiere Dominanz.
- Schwarzwerte sind bei OLED perfekt, doch bei einem 98-Zöller mit Mini-LEDs fällt gar nicht so sehr auf, dass er hier nicht ganz herankommt.
- Die Kontraste sind dadurch womöglich eine Ecke flacher, aber wenn sich auf dem Bildschirm viel bewegt, merkt man es kaum.
Natürlich stellt man sich da unweigerlich eine Frage. Was lohnt sich am Ende mehr: ein größerer oder ein besserer TV?
Es gibt allerdings auch zwei Gründe, die gegen meine Faustregel sprechen.
Zwei Nachteile von großen TVs
Eins vorweg: Die Nachteile beziehen sich vor allem auf LED- und Mini-LED-Modelle. Es gibt zwar riesige OLED-TVs, aber für die zahlt man immer noch fünfstellig, siehe ein Angebot von Media Markt. Deshalb klammere ich sie an dieser Stelle aus, da sich die vermutlich nur wenige von uns leisten möchten.
1. Blickwinkelstabilität
Blickwinkelstabilität beschreibt die Fähigkeit eines Displays, seine Farben und Kontraste zu behalten, wenn man seitlich auf den Bildschirm guckt.
Darum ist das wichtig: Die Hintergrundbeleuchtung bei LEDs und Mini-LEDs sorgt dafür, dass Farben und Kontraste verwaschen können, wenn man nicht frontal auf den TV guckt. Wie gut das funktioniert, hängt vom Modell, dem Blickwinkel und der Art der Hintergrundbeleuchtung ab.
51:20
OLED: Die Lichtgestalt für Gamer oder übertriebener Hype?
Je nach Sitzplatz kann einem das durchaus den Film vermiesen, ganz besonders bei einem 98-Zoll-Kawenzmann. Wie stabil der Blickwinkel ist, hängt aber auch von der Hintergrundbeleuchtung ab.
2. Art der des Dimmings
Wenn ihr auf einen TV spekuliert, der kein OLED-Panel besitzt, ist die Form der Hintergrundbeleuchtung extrem wichtig! Die Arten gibt es:
- Edge-LED oder Edge-Lit
- Local Dimming
- Full Array Dimming
Grob gesagt geht es hier vor allem um die Menge der Dimming-Zonen bei der Hintergrundbeleuchtung.
Je mehr Dimming-Zonen, desto besser. Dadurch kann der Fernseher das Bild viel detaillierter ausleuchten.
Im Umkehrschluss bedeutet das: Je weniger Dimming-Zonen der TV hat, desto schlechter ist das Bild.
Bei Riesen-TVs besteht dann das Problem, dass es regelrecht auf dem Display blitzt. Man erkennt, wenn der Fernseher die Dimming-Zonen zum Ausleuchten wechselt und das ist auf einem 98-Zöller wesentlich auffälliger.
Alle Vor- und Nachteile der verschiedenen Arten von Hintergrundbeleuchtung lest ihr in meinem Artikel dazu.
Mein Tipp: Wenn ihr einen sehr großen TV wollt, dann achtet am besten auf Mini-LED. Da fällt das Dimming deutlich weniger auf als bei LED. Die Modelle sind allerdings teurer als LED-TVs.
Am Ende rate ich euch nicht dazu, den größten Fernseher fürs kleinste Geld zu kaufen. Je günstiger der TV, desto auffälliger werden die beiden oben genannten Nachteile – und auch ein 83-Zöller kann nicht über alle Schwächen hinwegspielen.
Spekuliert ihr nicht auf einen Riesen-TV, dann lege ich euch OLED ans Herz. Faktisch ist das die beste Technologie – aber auch die teurere. Standardgrößen wie 55 oder 65 Zoll sind für viele Wohnzimmer immer noch ziemlich groß.







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