Da ist sie also, die erlösende Nachricht. GTA 6 wird zum Release »nur« knapp 80 Dollar/Euro kosten. Die Preisgrenze von 100 Euro wurde nicht gesprengt - so wirkt es zumindest auf den ersten Blick.
Es klingt gut: keine dreistellige Summe für das nackte Spiel, keine allgemeine Anhebung der Branchenpreise auf ein neues Schreckensniveau. Doch während die breite Masse noch Erleichterung verspürt, empfinde ich vor allem eines: tiefen Respekt vor einer beispiellosen Unverschämtheit.
Die 80 Euro sind eine reine Illusion. Sie sind der perfekte Köder für ein unvollständiges Spiel. Das echte, das wahre Spektakel kostet 100 Euro. Und das Schlimmste daran ist, dass dieser ausgeklügelte Plan von Publisher Take-Two Interactive ohne großen Widerstand aufgehen wird.
Preisdebatte erfolgreich umschifft
Die Verantwortlichen bei Entwickler Rockstar und Publisher Take-Two sind weder blind noch taub. Sie haben die Debatte um den Verkaufspreis von GTA 6 mitbekommen. Die Schmerzgrenze der 100 Dollar, sie zu überschreiten - selbst mit einem mutmaßlichen Premium-Produkt wie Teil 6 der Grand Theft Auto-Serie - war den Verantwortlichen angesichts dessen wohl eine Spur zu riskant.
Die »normale« Version von GTA 6 bleibt jetzt auch optisch sauber unter dieser Schwelle. Doch gleichzeitig wurde die Vollversion zugunsten der Ultimate Edition so clever beschnitten, dass der Griff zur teureren Variante für Fans fast unumgänglich wird - das macht einmal 99,99 Dollar/Euro, bitte.
Die Premium-Fassung wird zur Pflicht für alle, die das vollständige Spiel erleben wollen. Wer weniger bezahlt, bekommt diesmal auch spürbar weniger GTA.
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Eine neue Stufe der Dreistigkeit
In der Vergangenheit bedeuteten teurere Editionen meist ein paar zusätzliche Kostüme oder späteren Zugang zum unvermeidlichen DLC wie bei Fable. GTA 6 geht hier aus meiner Sicht noch einmal einen gefährlichen Schritt weiter.
Die exklusiven Inhalte der Ultimate Edition ziehen sich durch alle Aspekte von Jasons und Lucias Geschichte. Mit jedem neuen Kapitel der Singleplayer-Kampagne (GTA Online wird zum Launch am 19. November 2026 offenbar noch nicht verfügbar sein) werden neue Gegenstände enthüllt.
Versteht mich nicht falsch: Grundsätzlich finde ich diese Mechanik sogar besser als wenn mir wie in anderen Spielen Vorbestellerboni zum Start lieblos ins Inventar geworfen werden. Doch die Menge an Zeug und der Hinweis, dass die Boni alle mit der Story verbunden sind, sorgen für ein flaues Gefühl in der Magengegend.
Wir reden hier nicht von belanglosem Tand: zwei Autos, besondere Handfeuerwaffen, eine Jacht - die Boni sind signifikant. Und sie hören und hören nicht auf, durch die Bildergalerie mit allen Extra-Inhalten kann man gefühlte Minuten scrollen:
Auch besondere Frisuren, Bartstile, Make-up und Nageldesigns sind an die Ultimate Edition gekoppelt, dazu über 50 Tätowierungen, zahllose Klamotten und Auto-Tuningteile. Die Läden dahinter befinden sich bei jedem Käufer im Spiel - aber die Tür öffnet sich nur gegen Aufpreis.
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