Mit GTA 6 diktiert Rockstar jetzt die neuen Machtverhältnisse zwischen Musik, Film und Gaming

GTA 6 ist längst mehr als nur ein Spiel: Wie Rockstar Games die Machtbalance zwischen Gaming, Musik und Hollywood ins Wanken bringt und sich zum neuen Taktgeber der Popkultur aufschwingt.

GTA 6 stellt die alte Hierarchie zwischen Musik, Film und Gaming gänzlich auf den Kopf. GTA 6 stellt die alte Hierarchie zwischen Musik, Film und Gaming gänzlich auf den Kopf.

Ja, klar: GTA 6 wird groß. Sehr groß sogar. Da erzähle ich niemandem etwas Neues. Selbst wer sich mal so überhaupt nicht fürs neue GTA interessiert, weiß längst, dass dieser Launch ein historisches Ereignis darstellt. Doch mit GTA 6 veröffentlicht Rockstar nicht nur das wohl meist erwartete Spiel aller Zeiten, sondern wirbelt auch die alten Machtstrukturen der Medienlandschaft gehörig durcheinander.

Als Rockstar etwa den ersten Trailer zu GTA 6 veröffentlichte, hat das Studio nicht einfach nur neue Bilder von Vice City präsentiert. Die wahre Machtdemonstration vollzog sich nur wenige Minuten später auf den Servern von Spotify und Apple.

Der im ersten Trailer gespielte Song Love Is A Long Road von Tom Petty verzeichnete innerhalb von 24 Stunden ein Wachstum der Streaming-Zahlen von knapp 37.000 Prozent. Kein DJ, keine TV-Show und kein Film schafften es in jüngster Zeit, solche popkulturellen Lawinen auszulösen. Und das war lediglich der Anfang.

Johann-Martin Langner
Johann-Martin Langner

Johann berichtet seit Jahren über die Spielebranche und teilt seine Analysen auch regelmäßig auf GameStar. Nachdem ihn bereits zu PS2-Zeiten GTA: San Andreas nachhaltig begeisterte, verfolgte er die Evolution von Rockstar Games bis heute – und ist überzeugt: Was Rockstar aktuell bei GTA 6 anstellt, setzt für die gesamte Medienwelt völlig neue Maßstäbe.

Die alte Ordnung: Als Hollywood die Regeln diktierte

Um die Dimension dieser Transformation zu verstehen, lohnt ein Blick in die Vergangenheit. Als GTA: Vice City vor über zwei Jahrzehnten (wie doch die Zeit verfliegt) seinen Launch feierte, schien die Hackordnung der Medienwelt unumstößlich. Film- und Musikindustrie gaben den Takt vor. Videospiele waren lediglich die ambitionierten Junior-Partner der Popkultur.

Die Filmindustrie nahm Videospiele lange Zeit vor allem in Form lizenzierter Begleitprodukte zum Kinostart wahr, die sich durch die Popularität des zugehörigen Films verkaufen sollten. Zugleich orientierten sich auch Spiele wie die GTA-Reihe stark an Hollywood-Klischees, großen Gangsterfilmen und etablierten Settings, um ihre Vision darzustellen.

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