Ja, klar: GTA 6 wird groß. Sehr groß sogar. Da erzähle ich niemandem etwas Neues. Selbst wer sich mal so überhaupt nicht fürs neue GTA interessiert, weiß längst, dass dieser Launch ein historisches Ereignis darstellt. Doch mit GTA 6 veröffentlicht Rockstar nicht nur das wohl meist erwartete Spiel aller Zeiten, sondern wirbelt auch die alten Machtstrukturen der Medienlandschaft gehörig durcheinander.
Als Rockstar etwa den ersten Trailer zu GTA 6 veröffentlichte, hat das Studio nicht einfach nur neue Bilder von Vice City präsentiert. Die wahre Machtdemonstration vollzog sich nur wenige Minuten später auf den Servern von Spotify und Apple.
Der im ersten Trailer gespielte Song Love Is A Long Road
von Tom Petty verzeichnete innerhalb von 24 Stunden ein Wachstum der Streaming-Zahlen von knapp 37.000 Prozent. Kein DJ, keine TV-Show und kein Film schafften es in jüngster Zeit, solche popkulturellen Lawinen auszulösen. Und das war lediglich der Anfang.
Die alte Ordnung: Als Hollywood die Regeln diktierte
Um die Dimension dieser Transformation zu verstehen, lohnt ein Blick in die Vergangenheit. Als GTA: Vice City vor über zwei Jahrzehnten (wie doch die Zeit verfliegt) seinen Launch feierte, schien die Hackordnung der Medienwelt unumstößlich. Film- und Musikindustrie gaben den Takt vor. Videospiele waren lediglich die ambitionierten Junior-Partner der Popkultur.
Die Filmindustrie nahm Videospiele lange Zeit vor allem in Form lizenzierter Begleitprodukte zum Kinostart wahr, die sich durch die Popularität des zugehörigen Films verkaufen sollten. Zugleich orientierten sich auch Spiele wie die GTA-Reihe stark an Hollywood-Klischees, großen Gangsterfilmen und etablierten Settings, um ihre Vision darzustellen.
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