Als ich das erste Mal das Touchpad am Steam Deck ausprobierte, war ich verblüfft: Der Klick fühlte sich unglaublich echt an, wie ein echter mechanischer Taster.
Knackig, direkt, mit klar definiertem Feedback.
Doch als ich das Gerät später im ausgeschalteten Zustand erneut testete, passierte: nichts. Kein Klick, kein Geräusch, kein Widerstand. Ich habe mich täuschen lassen und das im besten Sinne.
Ein ähnliches Aha-Erlebnis hatte ich schon bei meinem MacBook Air mit M2-Chip. Auch hier fühlte sich das Trackpad an, als würde darunter ein echter Schalter sitzen. Aber hier gilt ebenfalls: Der satte Klick ist nur ein Trick. Ein richtig guter, den ich mir für mehr Geräte wünsche.
Was ist ein haptisches Touchpad?
Ein haptisches Touchpad simuliert das Klickgefühl rein elektronisch. Also ganz ohne mechanische Schalter.
- Dafür kommen spezielle Aktuatoren zum Einsatz, meist elektromagnetische Linearmotoren, die ein präzises, vibrierendes Feedback erzeugen. Für die Finger fühlt sich das an, wie ein echter Klick.
- Unser Gehirn interpretiert das Vibrieren in Kombination mit dem Klickgeräusch und dem Bild auf dem Bildschirm als echten Druckpunkt, obwohl sich mechanisch nichts bewegt.
- Das ist ähnlich wie bei der Tastatur-Vibration auf Smartphones, nur deutlich präziser und glaubwürdiger.
Erst wenn man das Gerät ausschaltet, merkt man den Unterschied: Die Touchpads des Steam Decks lassen sich dann zwar noch leicht eindrücken, aber der sonst so überzeugende Klick bleibt aus.
Welche Vorteile hat so etwas?
Haptische Touchpads sind nicht nur ein Gimmick, sie bringen gleich mehrere handfeste Vorteile mit:
- Überall klickbar: Da es keine mechanischen Schalter an festen Positionen gibt, lässt sich das Trackpad an jeder Stelle gleich gut drücken, egal ob in der Mitte oder am Rand.
- Langlebiger: Ohne bewegliche Teile gibt es kaum Verschleiß. Kein Klappern, kein Ausleiern oder Knacken nach jahrelangem Dauereinsatz.
- Anpassbar per Software: Das Klickgefühl lässt sich anders als bei mechanischen Schaltern feinjustieren.
Welche Geräte haben es heute schon?
Laptops: Apple war hier Vorreiter. Seit dem MacBook 2015 setzt das Unternehmen ausschließlich auf haptisches Feedback (Taptic Engine).
Auch andere Hersteller, wie etwa Microsoft mit dem Surface Pro 11, ziehen inzwischen nach, wobei das Feature oftmals in Creator- oder Productivity-Laptops verbaut wird.
Bei Gaming-Laptops wird oft eine dedizierte Maus verbunden. Wohl auch daher gibt es bisher nur den MSI Titan HX 18, der ein haptisches Touchpad verbaut hat – was angesichts des Preises und der Zielgruppe überraschend ist.
Für mich persönlich ist das Touchpad bei Gaming-Laptops sehr wichtig, weil ich zum Spielen Controller verwende und keine Maus. Wer mehrere tausend Euro für einen Laptop zahlt, sollte auch beim Touchpad das Beste bekommen, finde ich.
Für mich ist das die logische Zukunft und eigentlich sollte jeder moderne Laptop ein solches Trackpad haben.
Handhelds: Ich habe bisher zehn PC-Handhelds getestet, und nur die beiden Steam Decks verfügen über Trackpads mit haptischen Klicks.
Ebendarum bleibt der Valve-Handheld meine erste Wahl für Point-and-Click-Adventures.
Andere Handhelds haben zwar auch Touchpads, aber die vom Steam Deck sind ihnen weit voraus:
- Der Zotac Zone hat auch Dual-Touchpads, aber mit mechanischen Klicks. Das heißt, ihr könnt die Maus bewegen, aber um zu klicken, müsst ihr den Finger nochmal anheben und an der richtigen Stelle des Touchpads drücken.
- Der Lenovo Legion Go hat ein großes Touchpad, das zwar nicht schlecht ist, aber sich bei Weitem nicht so zufriedenstellend anfühlt wie das vom Steam Deck. Beim Benutzen vibriert der gesamte rechte Controller leicht und das Touchpad sitzt nicht auf einer Feder und gibt somit beim Tippen nicht nach. Außerdem gibt es kein Feedback für einzelne Klicks.
- Der Lenovo Legion Go S hat auch ein Touchpad, aber es ist winzig und verwendet einen mechanischen Schalter. Gut, bei dieser Größe würde ein haptisches auch wenig Sinn ergeben.
Wenn ihr also gerne Spiele mit der Maus steuert, bleibt das Steam Deck selbst vier Jahre nach Release meine Top-Empfehlung.
Mein Ausblick in die Zukunft
Für mich steht fest: Diese Technik sollte Standard werden – auf jedem Laptop und jedem Handheld, der ein Touchpad bietet.
Sie fühlen sich hochwertiger an, sind robuster und flexibler. Es ist eines dieser unsichtbaren Features, das man erst richtig zu schätzen weiß, wenn es fehlt.
Und genau deshalb wünsche ich mir: mehr haptische Klicks, bitte.
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