Ich bin Filmfan. Kein Wunder, als Heimkino-Hoschi bei GameStar. Die VHS habe ich schon mit der Nuckelflasche bekommen. Meine Schwester und ich besaßen als Kinder haufenweise Kassetten mit Filmen und Serien, die uns unser Paps aufgenommen hatte, als Sky noch Premiere hieß.
Die VHS waren feinsäuberlich beschriftet und saßen in einer schwarzen Box mit ausfahrbaren Schubladen – und das muss mich nachhaltig beeindruckt haben.
Jahrelang träumte ich von einer Film- und Serienbibliothek. Schön sortiert, alles in Reih und Glied und am besten mit einer Leiter, weil die Regale so hoch sind. Auf Reddit habe ich so ein Setup nun gesehen; die Vergangenheit hat mich eingeholt.
Link zum Reddit-Inhalt
Sieht das nicht herrlich aus? Wie in einer riesigen Videothek! Sogar zwei alte Nintendo-Konsolen sind im Bild zu entdecken. Was ich gerne gehabt hätte, ist alles in diesem Post zu sehen (auch wenn es im Beitrag um etwas völlig anderes geht).
Warum ich mir den Traum nie erfüllt habe?
Ein Wort: Netflix.
Streaming hat meinen Traum zerstört
Als Netflix aufkam, hatte ich auf einmal ganz viele Filme und Serien per Knopfdruck. Rückblickend betrachtet würde ich sogar sagen, dass vor rund zehn Jahren die goldene Ära des Streaming stattfand.
- Eine große Auswahl bei wenigen Anbietern.
- Günstige Preise
- Keine Werbung
- Filme und Serien gab es auf Knopfdruck.
Wozu dann noch die Bibliothek? Das Argument der Streaming-Anbieter war einst (überspitzt ausgedrückt), dass man jeden Film zu jeder Zeit schauen konnte – und das war quasi das, was ich auch wollte.
Klar, es gibt noch den Sammelaspekt und den habe ich mit DVD und Blu-rays durchaus ausgelebt, aber die Notwendigkeit, sie zu besitzen, sah ich mit Streaming nicht mehr.
Heute bereue ich, den Traum nicht weiter verfolgt zu haben.
Streaming ist nicht mehr das Allheilmittel
Es ist Weihnachtszeit und zum Advent wollten meine Frau und ich mal wieder »Kevin – Allein zu Haus« anschauen – einen Film, den ich nicht besitze.
Also geht die Suche los: Welcher Streaming-Dienst hat den im Programm? Über werstreamt.de finde ich heraus, dass der Film auf Disney Plus. Schade, da habe ich gerade kein Abo für und werde es mir für einen Titel auch nicht buchen.
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Disney Plus zeigt seine Weihnachtsfilme für 2025 - aber bringt auch die neue Staffel einer beliebten Fantasy-Serie
Hätte ich bloß an meinem Traum festgehalten, denn die Streaming-Dienste haben mich enttäuscht.
- Die Streaming-Programme sind heutzutage zerfasert. Ich kann von Glück sprechen, wenn der Streaming-Dienst, den ich gerade gebucht habe, den Film hat, den ich schauen will.
- Die Preise sind deutlich höher als noch vor Jahren. 2014 kostete das Netflix-Basisabo ohne Werbung 9 Euro im Monat (via Stiftung Warentest), heute 15 Euro – und so viel bin ich nicht bereit wegen eines Films zu zahlen.
- Werbung vermiest mir das Vergnügen. Wenn ich einen Film schaue, will ich nicht etliche Male aus der Geschichte gerissen werden.
Viele meiner Disks habe ich im Laufe der Jahre zu Geld gemacht. Heute bereue ich einige der Verkäufe, weil sich Streaming für mich vom Traum zum Albtraum gewandelt hat. Die Blu-ray wird nämlich wieder zunehmend attraktiver.
- Technisch bessere Qualität, weil weder Bild noch Ton aufgrund der Bandbreite komprimiert werden müssen.
- Die theoretische Auswahl an Disks ist riesig, auch wenn nicht alle Eigenproduktionen von Streaming-Diensten es auf die Scheibe schaffen.
Das vermutlich stärkste Argument:
- Man besitzt einen Film oder Serie als Disk und muss sich nicht darum sorgen, dass man möglicherweise irgendwann keinen Zugang mehr dazu hat.
In meiner Film-Bibliothek fände sich dann nämlich hundertpro einen Kulttitel wie »Kevin – Allein zu Haus«. Den könnte ich dann jedes Jahr schauen, ohne auf die Suche gehen zu müssen, und das auch noch in besserer Qualität.
Ich bereue zwar, mir keine Film-Bibliothek gebaut zu haben, aber eine andere Wahrheit ist auch, dass ich nicht mehr der riesige Filmnerd von damals bin. Mir geht es viel besser damit, die Filme zu schauen, auf die ich Zugriff habe. Und den Platz in den Regalen nehmen mittlerweile Bücher, Mangas und Figuren ein – den Sammler kriegt man aus mir nicht mehr raus.







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