Ein Filmfan hat sich das Heimkino gebaut, das ich immer haben wollte – bis Netflix meinen Traum zerstört hat

Eine Filmbibliothek so groß, dass man eine Leiter braucht. Ein Post auf Reddit hat in mir einen alten Traum wachgerufen.

Braucht man eine Leiter für seine Film-Bibliothek, hat man meiner Meinung nach etwas richtig gemacht. (Bildquellen: Super-Olive-4750Reddit, Maxe S., GameStar) Braucht man eine Leiter für seine Film-Bibliothek, hat man meiner Meinung nach etwas richtig gemacht. (Bildquellen: Super-Olive-4750/Reddit, Maxe S., GameStar)

Ich bin Filmfan. Kein Wunder, als Heimkino-Hoschi bei GameStar. Die VHS habe ich schon mit der Nuckelflasche bekommen. Meine Schwester und ich besaßen als Kinder haufenweise Kassetten mit Filmen und Serien, die uns unser Paps aufgenommen hatte, als Sky noch Premiere hieß.

Die VHS waren feinsäuberlich beschriftet und saßen in einer schwarzen Box mit ausfahrbaren Schubladen – und das muss mich nachhaltig beeindruckt haben.

Jahrelang träumte ich von einer Film- und Serienbibliothek. Schön sortiert, alles in Reih und Glied und am besten mit einer Leiter, weil die Regale so hoch sind. Auf Reddit habe ich so ein Setup nun gesehen; die Vergangenheit hat mich eingeholt.

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Sieht das nicht herrlich aus? Wie in einer riesigen Videothek! Sogar zwei alte Nintendo-Konsolen sind im Bild zu entdecken. Was ich gerne gehabt hätte, ist alles in diesem Post zu sehen (auch wenn es im Beitrag um etwas völlig anderes geht).

Warum ich mir den Traum nie erfüllt habe?

Ein Wort: Netflix.

Maxe Schwind
Maxe Schwind

Maxe ist großer Film- und Serien-Fan, denn dort verstecken sich wunderbare Geschichten, die es zu erleben gilt. Jahrelang hat er Kritiken für das mittlerweile eingestellte Kino-Magazin »Widescreen« geschrieben.

Streaming hat meinen Traum zerstört

Als Netflix aufkam, hatte ich auf einmal ganz viele Filme und Serien per Knopfdruck. Rückblickend betrachtet würde ich sogar sagen, dass vor rund zehn Jahren die goldene Ära des Streaming stattfand.

  • Eine große Auswahl bei wenigen Anbietern.
  • Günstige Preise
  • Keine Werbung
  • Filme und Serien gab es auf Knopfdruck.
<br>Waipu.tv

Waipu.tv
Waipu.tv bietet euch insgesamt 270 TV-Sender, davon 255 in HD-Qualität und 69 Pay-TV-Kanäle, die ihr entweder live anschauen oder streamen könnt. Dazu gibt es haufenweise aktuelle Blockbuster.
<br>Prime Video

Prime Video
Bei Prime Video findet ihr neben zahlreichen Filmen und Serien großartige Amazon-Eigenproduktionen, darunter die neue Fallout-Serie oder The Boys, eine der besten Superheldenserien aller Zeiten.
<br>WOW

WOW
WOW, ehemals Sky Ticket, hat nicht nur Kino-Hits wie Oppenheimer und HBO-Serien wie Game of Thrones anzubieten, sondern auch jede Menge Live-Sport, z. B. Bundesliga, Premier League oder Formel 1.
<br>Disney+

Disney+
Vor allem für Star-Wars- und Marvel-Fans ist Disney+ ein absolutes Muss. Daneben gibt es echte Klassiker wie etwa Toy Story, aber auch Oscar-Preisträger wie die beiden Avatar-Filme oder Poor Things.
<br>RTL+

RTL+
Egal ob Live-TV, Film-Klassiker wie die Zurück-in-die-Zukunft-Reihe oder spannende Dokumentationen: RTL+ ist vielfältig aufgestellt. Fußballfans dürfen sich außerdem die Europa League freuen.
<br>MagentaTV

MagentaTV
Über 150 HD-Sender, eine große Mediathek mit internationalen Blockbustern, paralleles Streaming. Zudem lassen sich andere Streaming-Dienste wie z. B. Netflix vergünstigt hinzubuchen.
<br>Joyn

Joyn
Rosins Restaurants, GNTM, The Voice Kids – all diese bekannten TV-Serien könnt ihr mit Joyn live sehen oder nachträglich streamen. Für eine noch größere Auswahl gibt es das kostenpflichtige Joyn PLUS+.

Wozu dann noch die Bibliothek? Das Argument der Streaming-Anbieter war einst (überspitzt ausgedrückt), dass man jeden Film zu jeder Zeit schauen konnte – und das war quasi das, was ich auch wollte. 

Klar, es gibt noch den Sammelaspekt und den habe ich mit DVD und Blu-rays durchaus ausgelebt, aber die Notwendigkeit, sie zu besitzen, sah ich mit Streaming nicht mehr.

Heute bereue ich, den Traum nicht weiter verfolgt zu haben.

Streaming ist nicht mehr das Allheilmittel

Es ist Weihnachtszeit und zum Advent wollten meine Frau und ich mal wieder »Kevin – Allein zu Haus« anschauen – einen Film, den ich nicht besitze.

Also geht die Suche los: Welcher Streaming-Dienst hat den im Programm? Über werstreamt.de finde ich heraus, dass der Film auf Disney Plus. Schade, da habe ich gerade kein Abo für und werde es mir für einen Titel auch nicht buchen.

Video starten 1:45 Disney Plus zeigt seine Weihnachtsfilme für 2025 - aber bringt auch die neue Staffel einer beliebten Fantasy-Serie

Hätte ich bloß an meinem Traum festgehalten, denn die Streaming-Dienste haben mich enttäuscht.

  • Die Streaming-Programme sind heutzutage zerfasert. Ich kann von Glück sprechen, wenn der Streaming-Dienst, den ich gerade gebucht habe, den Film hat, den ich schauen will.
  • Die Preise sind deutlich höher als noch vor Jahren. 2014 kostete das Netflix-Basisabo ohne Werbung 9 Euro im Monat (via Stiftung Warentest), heute 15 Euro – und so viel bin ich nicht bereit wegen eines Films zu zahlen.
  • Werbung vermiest mir das Vergnügen. Wenn ich einen Film schaue, will ich nicht etliche Male aus der Geschichte gerissen werden.

Viele meiner Disks habe ich im Laufe der Jahre zu Geld gemacht. Heute bereue ich einige der Verkäufe, weil sich Streaming für mich vom Traum zum Albtraum gewandelt hat. Die Blu-ray wird nämlich wieder zunehmend attraktiver.

  • Technisch bessere Qualität, weil weder Bild noch Ton aufgrund der Bandbreite komprimiert werden müssen.
  • Die theoretische Auswahl an Disks ist riesig, auch wenn nicht alle Eigenproduktionen von Streaming-Diensten es auf die Scheibe schaffen.

Das vermutlich stärkste Argument:

  • Man besitzt einen Film oder Serie als Disk und muss sich nicht darum sorgen, dass man möglicherweise irgendwann keinen Zugang mehr dazu hat.

In meiner Film-Bibliothek fände sich dann nämlich hundertpro einen Kulttitel wie »Kevin – Allein zu Haus«. Den könnte ich dann jedes Jahr schauen, ohne auf die Suche gehen zu müssen, und das auch noch in besserer Qualität.

Ich bereue zwar, mir keine Film-Bibliothek gebaut zu haben, aber eine andere Wahrheit ist auch, dass ich nicht mehr der riesige Filmnerd von damals bin. Mir geht es viel besser damit, die Filme zu schauen, auf die ich Zugriff habe. Und den Platz in den Regalen nehmen mittlerweile Bücher, Mangas und Figuren ein – den Sammler kriegt man aus mir nicht mehr raus.

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