Hologramm-Monitor ermöglicht erstmals 3D ohne VR-Headset und in 8K

Echte Hologramme in 3D und einer Auflösung von 8K und das ohne 3D-Brille? Jawohl, richtig gelesen, genau das macht nun ein neuer Monitor möglich.

von Michael Herold,
28.05.2020 13:56 Uhr

Der 8K-Hologramm-Monitor kann 3D-Content aus 45 unterschiedlichen Perspektiven auf einmal darstellen. Je nachdem von wo man drauf schaut, sieht man dann also einen anderen Winkel des 3D-Bilds. Der 8K-Hologramm-Monitor kann 3D-Content aus 45 unterschiedlichen Perspektiven auf einmal darstellen. Je nachdem von wo man drauf schaut, sieht man dann also einen anderen Winkel des 3D-Bilds.

3D ohne 3D-Brille? Echte Hologramme? Sowas kennen wir vor allem aus Sci-Fi-Geschichten wie Star Wars oder Blade Runner. Ganz offenbar kommt tatsächlich existierende Technik aber langsam an solche Vorstellungen heran: So hat die Firma Looking Glass Facotry einen neuen 8K-Hologramm-Monitor vorgestellt, der 3D ohne VR-Headset ermöglicht.

Das sogenannte »8K Immersive Display« ist ein 32-Zoll-Monitor, der laut den Herstellern eine »einzigartige Kombination aus volumetrischen Display-Technologien in einem drei dimensionalen Display-System nutzt, dass mit bis zu 60fps läuft«. Darauf können wir also mit bloßem Auge 3D-Bilder und -Videos schauen, wobei man je nach Blickwinkel etwas anderes zu sehen bekommt.

Looking Glass Factory verspricht, dass der Monitor 45 unterschiedliche Perspektiven des 3D-Contents generiert. Wer also von links auf den Bildschirm schaut, bekommt nicht das gleiche Bild zu sehen wie jemand, der von rechts darauf schaut.

Einen Eindruck davon vermittelt dieses Vorstellungsvideo, auch wenn der tatsächliche Effekt mit einem normalen 2D-Monitor nur bedingt erfasst werden kann:

Was in dem Video außerdem nicht sofort erkennbar ist: Der Bildschirm kommt mit ordentlich Gewicht und Dicke daher. So wiegt er satte 28,6 Kilogramm und hat eine Tiefe von 10 Zentimetern - Flachbild ist das nicht gerade.

Preis unbekannt, aber vermutlich sehr teuer

Wie viel der 8K-Hologramm-Monitor kostet, verraten die Hersteller nicht ohne Weiteres. Der Bildschirm scheint vor allem für große Unternehmen oder für die Medizin gedacht zu sein, und so erfährt man den Preis nur bei einer direkten Anfrage.

Allzu günstig dürfte das 32-Zoll-Display allerdings auf keinen Fall sein. Denn das 15,6 Zoll große 4K-Modell kostet laut der offiziellen Webseite der Looking Glass Factory zwischen 3.000 und 6.000 US-Dollar. Die doppelt so große 8K-Variante wird entsprechend noch einmal sehr viel teurer sein.

Falls ihr also gehofft habt, selbst bald euren Gaming-PC an den Bildschirm anzuschließen und in 3D zu zocken, sieht es erstmal noch schwierig aus. Vor allem, weil Spiele diese 8K-3D-Technologie zurzeit noch gar nicht unterstützen.

Im Monitor-Bereich ist diese Technologie dagegen kein komplettes Novum, wir haben schon früher über erste Hologramm-Displays berichtet. Der »Immersive Display« von Looking Glass ermöglicht das Ganze nun allerdings erstmals auf einem so großen Bildschirm und in 8K.

Erstaunlich geringe Systemvoraussetzungen

Theoretisch benötigt man nicht mal allzu anspruchsvolle Hardware, um den Hologramm-Monitor nutzen zu können. Er wird einfach über zwei Display-Ports angeschlossen und läuft bereits mit vergleichsweise niedrigen Systemvoraussetzungen:

  • Prozessor: Intel Core i5 oder besser
  • GPU: Geforce GTX 1060 oder besser
  • Videospeicher: 4,0 GByte RAM oder mehr

Doch wie erwähnt: Selbst wenn ihr so einen Rechner besitzt, können wir von 8K-3D-Gaming weiterhin nur träumen. Soweit ist die Videospiel-Technologie noch lange nicht. Aber das »Immersive Display« zeigt schon mal sehr anschaulich, wohin die Reise eines Tages gehen könnte.

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