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Seite 2: Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels - Eine Ikone ist zurück - im Rentenalter

Altes ganz neu

Doch Nostalgie alleine macht noch lange keinen guten Film: Ein Neuzugang in der Filmmachercrew ist Kollege Computer. Der bekommt vor allem am Ende der Anfangssequenz und zum Finale hin kräftig zu tun. Auch neu ist ein junges Gesicht: Shia LaBeouf (Disturbia, Transformers).

Als Mutt Williams hat er die schwere Aufgabe, sowohl das Lebensgefühl der fünfziger Jahre auszudrücken als auch von Harrison Ford nicht in den Schatten gerückt zu werden. Mit coolen Messereinlagen und Motorradstunts sorgt er aber für den jugendlichen Elan, der der restlichen Darstellerriege fehlt.

Shia LaBeouf geht allerdings in der großen Darstellerriege etwas unter. Denn Indy hat teilweise bis zu fünf Helfer gleichzeitig bei seiner Kristallschädel-Mission im Schlepptau: Kumpel Mac, Mutt, Marion und deren Vater Professor Oxley (John Hurt bekannt aus 1984 und Harry Potter). Das ist etwas zu viel des Guten, denn teilweise geht die Übersicht so ziemlich verloren. So schafft es Mac -- obwohl eigentlich in Ungnade gefallen -- wieder zurück ins Team. Zwei Sätze reichen dafür -- denn mehr Zeit bleibt dem Film nicht für eine Erklärung.

Indiana Jones im Rentenalter mag irritieren. Kameramann Janusz Kaminski erzeugt allerdings gerne die Illusion eines jungen Helden, wenn er Harrison Ford im Halbdunkeln durch die Gegend turnen lässt. Ab und an distanzierte Kameraeinstellungen und immer wieder die bekannte Silhouette im Schatten lassen das Alter vergessen. Indy-typisch ist aber auch die Pose des gefallenen und geschlagenen Mannes, der scheinbar keinen Ausweg mehr weiß. Hier führt die Kamera bewusst den gealterten Indiana Jones vor, der nur mit seinen willensstarken Blick zeigt, dass er nie aufgibt.

Eigentlich bleibt ja alles beim Alten: Indiana Jones reist in entlegene Winkel der Erde, um einem mystischen Artefakt hinterherzujagen. Die Bösewichter sind nicht mehr Nazis, sondern Sowjets. So viel Unterschied macht das nicht, beide sind unendlich böse. Ein Sidekick für Jones darf auch nicht fehlen. Außerdem verliebt sich Indy wieder. Am Outfit und an der Angst vor Schlangen hat sich auch nichts geändert. Indiana-Jones-Nostalgiker werden trotzdem öfters die Nase rümpfen. So ist die Handlung total überdreht. Von Atombombenexplosionen über aus dem Nichts auftauchende Ureinwohner in einer Friedhofshöhle, die nichts besseres zu tun haben, als Capoeira zu tanzen, bis zu einer Tarzan-Einlage im Dschungel von Shia LaBeouf rauschen lauter grellbunte und unglaubwürdige Bilder in schneller Folge am Auge des Kinozuschauers vorbei.

Beim Humor hat der Drehbuchschreiber etwas gespart. Manche müde Sprüche wie "Indy, ich dachte, du bist schon 80" wirken eher deplatziert. Nach wie vor sind Anspielungen und Filmzitate im Film versteckt, aber deutlich weniger als zum Beispiel in Der letzte Kreuzzug.

Das Finale hat eigentlich auch wieder alles zu bieten, was der Fan wünscht. Waghalsige Stunts auf Wasserfällen, alte Mechanismen wie eine ein- und ausfahrbare Treppe sowie ein lange behütetes Geheimnis. Doch gerade die Auflösung gefällt vermutlich höchstens Erich-von-Däniken-Fans. Alle anderen sehen Kristallschädel, die verdächtig nach schlampig modelliertem Plexiglas aussehen und Computereffekte, die eigentlich nicht zu Indiana Jones gehören.

Fazit von Christian Merkel:

Ich erinnere mich noch zu gut daran, dass nach Indiana Jones und er letzte Kreuzzug ein Fernsehkritiker gelästert hatte, Harrison Ford sei zu alt und gehöre in Pension. Der Kritiker hat mittlerweile seinen Job verloren und genießt seine Rente. Ford denkt noch lange nicht an Ruhestand. Im mittlerweile vierten Indiana-Jones-Abenteurer schwingt er seine Peitsche und klettert von Höhle zu Höhle als wäre er Dreißig -- allerdings hat er mit 65 Jahren eigentlich schon das beste Rentenalter erreicht. Das gereifte Aussehen des Helden stört weniger. Da Ford sämtliche Stunts selber macht, wirkt alles noch glaubwürdig genug. Weniger gefällt allerdings der Anspruch der Macher, alles in den Film reinpacken zu müssen, was nur irgendwie geht. Das Resultat ist Indiana Jones auf Speed. Geschmackssache. Die zotigen Witze und die alberne Auflösung mussten allerdings nicht sein.

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