Intel Cannon Lake - Das ständige Scheitern an der 10-Nanometer-CPU

Intel scheint seit Jahren nicht in der Lage zu sein, seinen erste 10-Nanometer-Prozessor auf den Markt zu bringen.

von Georg Wieselsberger,
02.01.2018 08:30 Uhr

Intel Cannon Lake, hier in einem Prototyp-Notebook, ist vermutlich so gut wie tot. (Bildquelle: Intel)Intel Cannon Lake, hier in einem Prototyp-Notebook, ist vermutlich so gut wie tot. (Bildquelle: Intel)

Schon vor knapp zwei Wochen hatte sich der recht umstrittene, aber unbestritten mit guten Kontakten versehene Charlie Demerjian von Semiaccurate zu Intel und neuen 10-Nanometer-Prozessoren wie Cannon Lake zu Wort gemeldet.

Die Aussage, die Ausbeute sei von Anfang an schlecht gewesen, sei eine Untertreibung, die nicht einmal britische Humoristen wagen würden. Intel habe versucht, eine Zeitverschiebung von zwei Jahren als technischen Durchbruch und nicht als Problem zu verkaufen.

2018 waren 7 Nanometer geplant

Doch laut den früheren Roadmaps von Intel wäre Cannon Lake schon im Januar 2016 veröffentlicht worden und auf der Consumer Electronic Show 2018 in wenigen Tagen hätten eigentlich schon die Tigerlake/Firelake-Prozessoren mit 7 Nanometern vorgestellt werden sollen - geschrumpfte Versionen von Ice Lake aus dem Jahr 2017.

Dazu ist es nie gekommen, stattdessen hat Intel laut Demerjian lauter neue Architekturen aus dem Ärmel geschüttelt und zwar immer dann, wenn eigentlich endlich die 10-Nanometer-Prozessoren an der Reihe gewesen wären.

Kaby Lake und Coffee Lake seien Beispiele, die noch immer in 14 Nanometern hergestellt würden. Cannon Lake sollte eigentlich nun Ende 2017 oder Anfang 2018 erscheinen, ist aber immer noch nicht in Sicht. Stattdessen wird es laut Demerjian die Vorstellung einer weiteren »neuen Architektur« namens Whiskey Lake geben.

Papiertiger oder tot

Auch Computerbase sieht in der 10-Nanometer-CPU Cannon Lake inzwischen einen Albtraum für Intel und erwartet, dass Intel höchstens im Sommer 2018 ein paar Versionen für Notebooks und geringen Taktraten vorstellt - vielleicht sogar ohne integrierten Grafikchip, was ein Rückschritt wäre.

Computerbase kommt nach den vielen Jahren der Entwicklung zu dem Schluss, dass Cannon Lake ein Papiertiger oder sogar tot ist, nachdem Intel selbst schon über Ice Lake spricht, bevor es überhaupt das Vorgänger-Produkt zu kaufen gibt. Das größte Problem ist aber, dass Intel Gefahr läuft, von anderen Chipherstellern wie TSMC, Samsung und Globalfoundries überholt zu werden und damit auch einen Vorteil gegenüber AMD zu verlieren.


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