Gerücht: Intel High-End-GPUs in modernem 6-nm-Verfahren - was bedeudet das?

Intel hat eine weitere GPU bestätigt. Xe-HPG soll speziell auf Spieler-Anforderungen optimiert sein und 2021 erscheinen. Was wissen wir bislang?

von Alexander Köpf,
17.08.2020 10:20 Uhr

Intel Xe-HPG mit GDDR6 und Echtzeit-Raytracing für Mittel- bis Enthusiastenklasse. (Bildquelle: Anandtech) Intel Xe-HPG mit GDDR6 und Echtzeit-Raytracing für Mittel- bis Enthusiastenklasse. (Bildquelle: Anandtech)

Wie die chinesische Webseite ITHome (maschinell übersetzt) in Berufung auf Techweb.com.cn berichtet, werde Intel die High-End-Spielergrafikkarten auf Basis der Xe-HPG-Archtiektur bei Auftragsfertiger TSMC produzieren lassen. Dabei soll es sich um deren 6-nm-Prozess handeln.

Letztes Update: 17. August 2020
Neu hinzugefügt: Gerüchte zur Fertigung

Bei TSMCs 6-nm-Technologieknoten (Node) handelt es sich um eine Weiterentwicklung des 7-nm-Verfahrens, welches aktuell bei den AMD Ryzen 3000 und Radeon RX 5000 zum Einsatz kommt. N6 verwendet jedoch mehrere Extreme Ultraviolet(EUV)-Schichten als das sogenannte N7+-Verfahren, das ebenfalls auf EUV-Technik setzt.

N6 soll gegenüber N7 rund 18 Prozent höhere Transistoren-Dichte bieten. Zum Vergleich: N7 bietet laut Wikichip rund 91,2 Millionen Transistoren pro Quadratmillimeter (MTr/mm²). N6 würde es demnach auf rund 107,6 MTr/mm² bringen.

Was das am Ende genau für die Leistung bedeutet, kann noch nicht abschließend beurteilt werden. Allerdings dürften Intels High-End-Spielergrafikkarten merklich davon profitieren.

TSMC Technologieknoten im Überblick. (Bildquelle: Wikichip) TSMC Technologieknoten im Überblick. (Bildquelle: Wikichip)

Die verschiedenen Technologieknoten können leicht verwirren: So ist N7P (7 nm Performance) nicht zu verwechseln mit N7+ (7 nm Plus). N7P verwendet ein herkömmliches 193-nm-Lithografieverfahren und ist eine Weiterentwicklung von N7, während N7+ in einigen Schichten auf EUV-Technik (13,5 nm) setzt. N6 wiederum entspricht wie oben beschrieben dem bekannten N7, verwendet jedoch im Gegensatz dazu EUV-Technik.

Update vom 14. August 2020: Intel hat im Rahmen des »Architecture Day 2020« die Existenz der Xe-HPG-Architektur bestätigt. Man habe auf die Rufe der Spielerschaft gehört, heißt es. Demnach werde es High-End-Spielergrafikkarten mit Raytracing-Unterstützung geben - konkret ist von »Xe for Enthusiast Gaming« die Rede. Auch der Zeitrahmen wurde bestätigt. Chips auf Basis von Xe-HPG sollen 2021 ausgeliefert werden.

Intel Xe-HPG soll speziell für Gaming optimiert sein. (Bildquelle: Intel) Intel Xe-HPG soll speziell für Gaming optimiert sein. (Bildquelle: Intel)

Originalmeldung vom 13. August 2020: Intel will 2021 offenbar auf dem Markt für Spieler-Grafikkarten einsteigen und Nvidia und AMD Konkurrenz machen. Das zumindest wollen die Kollegen von Videocardz in Erfahrung gebracht haben. Intel habe demnach bestätigt, an einer weiteren Mikroarchitektur abseits der bereits bekannten Xe-Ableger zu arbeiten.

Bisher wurden drei Xe-Varianten genannt:

  • Xe-LP: Low Power für besonders hohe Effizienz
  • Xe-HP: High Performance für Rechenzentren
  • Xe-HPC: High Performance Computing für Exascale-Server und Deep Learning

Intel Xe-HPG

Neu ist Videocardz zufolge Xe-HPG, was für High Performance Gaming stehen dürfte und somit speziell auf die Anforderungen von Videospielen ausgelegt sein soll. Xe-HPG umfasst dabei allerdings eine breite Palette, von Mid-Range- bis Enthusiasten-Grafikkarten. Bereits seit 2018 habe Intel an Xe-HPG gearbeitet, heißt es weiter.

GDDR6 und Raytracing: Genaue Informationen zu den Leistungsmerkmalen der Spieler-Grafikkarten gibt es jedoch nicht. Lediglich dass Intel auf GDDR6-Videospeicher setzen werde, um das Verhältnis von Preis zu Performance möglichst gering zu halten. Im Gegensatz dazu soll Xe-HP mit HBM-Videospeicher bestückt werden.

Xe-HPG soll zudem Hardware-beschleunigtes Echtzeit-Raytracing bieten - davon hatten wir mit Blick auf die Xe-Architektur schon des Öfteren gehört.

Wie viele Rechenkerne Xe-HPG am Ende bieten wird, kann noch nicht gesagt werden. Für die HP-GPU wurden früher jedoch bereits 16.384 Shader (2.048 Execution Units zu je acht Kernen) genannt.

Intel Xe-HP angeblich mit 16.384 Rechenkernen   48     1

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Besonders interessant ist ein Detail zur Fertigung der Xe-HPG-Chips. Diese sollen Videocardz zufolge nicht bei Intel selbst fabriziert werden, sondern extern, bei einem Auftragsfertiger. Hierfür kommen dann eigentlich nur Samsung oder TSMC in Frage, wobei hier vieles von der Auftragslage abhängen dürfte - TSMC war diesbezüglich schon einmal im Gespräch. Alle anderen Xe-GPUs werden nach bisherigem Informationsstand bei Intel in einem 10-nm-Verfahren gefertigt.

Wann wird mit Xe-HPG gerechnet? Einen exakten Release-Termin nennt Videocardz zwar nicht, mit der Auslieferungen der Grafikbeschleuniger soll jedoch 2021 begonnen werden.

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